Steinleiden: Diagnostik und Therapie

Wie erkennt man ein Steinleiden?

Steine machen sich leider meist durch Schmerzen bemerkbar und zwar dann, wenn sie den Flüssigkeitsabfluss in ihrem Organ mechanisch versperren und hinter dem Hindernis ein zunehmender Aufstau von Flüssigkeit auftritt. Die Schmerzen haben häufig kolikartigen Charakter, bei Gallen- und Speichelsteinen treten sie meist in Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auf.

Steinleiden: Diagnosemethoden

Nierenkoliken können so schmerzhaft sein, dass der Betroffene das Bewusstsein verliert. Manchmal lösen die Steine auch eine Entzündung mit Fieber und anderen Infektionszeichen aus und werden dann im Rahmen der Diagnostik entdeckt. Bei Verdacht auf einen Stein als Ursache für die Beschwerden werden bildgebende Verfahren zur Diagnostik eingesetzt. Speichel-, Nieren- und Gallensteine lassen sich gut im Ultraschall darstellen, vor allem, wenn sie schattenbildenden Kalk enthalten.

Im Röntgenbild lassen sich kalkhaltige Steine gut darstellen und nach Kontrastmittelgabe sind die Ausführungsgänge von Speicheldrüsen, Gallen- und Harnblase sichtbar und auch kalkfreie Steine erkennt man als Aussparungen in der Flüssigkeit. Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung wird man von einer Kontrastmittelgabe absehen, da sie die Entzündung noch verstärken kann. Kotsteine als Ursache für eine Blinddarmentzündung oder einen Darmverschluss werden oft erst während der meist notfallmäßigen Operation entdeckt, sie sind im Ultraschall nicht zu erkennen.

Was kann man gegen Steine tun?

Neben der Behandlung der Schmerzen und der diagnostischen Maßnahmen, um die Menge und die genaue Lokalisation der Steine festzustellen, wird sich das weitere Therapieschema nach Art der Steine und Ausmaß der Beschwerden richten.

Bei bestimmten Gallensteinen wird eine medikamentöse Auflösung versucht, sonst werden die Steine entweder über ein Endoskop oder operativ mitsamt der Gallenblase entfernt.

Auch Steine in der Bauchspeicheldrüse werden möglichst über ein Endoskop entfernt – damit sie besser abfließen, vergrößert man die Mündung des Gallengangs in den Darm.

Nierensteine können medikamentös aufgelöst, mit einer speziellen Stoßwellentherapie von außen zertrümmert oder mit einem Endoskop sowie operativ entfernt werden. Glücklicherweise ist letzteres nur noch selten nötig, viele Steine verlassen den Nierentrakt auch von selbst.

Bei Speichelsteinen besteht manchmal die Möglichkeit, sie auszumassieren, ansonsten kommen Zertrümmerung oder Operation zum Einsatz. Falls die Speicheldrüse dabei komplett entfernt werden muss, wird besonders auf die umgebenden Gesichtsnerven geachtet.

Kotsteine im Enddarm werden mit mehrfachen Einläufen aufgelöst oder manuell entfernt, bei einem höher gelegenen Darmverschluss bleibt nur die Operation, um die lebensgefährliche Situation abzuwenden.

Wie kann man einem Steinleiden vorbeugen?

"Viel trinken" ist der beste Schutz – vor Nieren-, Speichel- und auch Gallenstein: Eine Flüssigkeitsaufnahme vor mindestens zwei Litern pro Tag sollte für Sie selbstverständlich sein. Bei höheren Außentemperaturen, sportlicher Betätigung oder fieberhafter Krankheit sollten Sie Ihre Trinkmenge dringend anpassen. Bei schon bekanntem Steinleiden kann eine erneute Erkrankung oft durch eine Anpassung der Ernährung vermieden werden – wenig Cholesterin bei Gallenleiden, wenig Fleisch bei der Neigung zu Harnsäuresteinen, Anregung des Speichelflusses mit Kaugummi oder zitrushaltigen Nahrungsmitteln sind typische Maßnahmen, um einem neuen Steinleiden vorzubeugen.

Aktualisiert: 30.10.2017 - Autor: Nathalie Blanck

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