Top 10 der Todesursachen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht regelmäßig, woran Menschen auf der ganzen Welt sterben. Gerade in den Entwicklungsländern zählen hierzu noch Krankheiten, die in Industrieländern heute komplett verschwunden sind, oder zumindest mit ein paar Medikamenten geheilt werden können.

In reicheren Ländern hingegen sterben Menschen häufiger an den Folgen der sogenannten Zivilisationskrankheiten wie beispielsweise Gicht oder Diabetes. Zivilisationskrankheiten werden durch fette, zuckerhaltige Ernährung, Stress und einen ungesunden Lebensstil verursacht.

Die folgende Liste fasst die zehn häufigsten Todesursachen weltweit im Jahr 2016 zusammen, die zusammen für 54 Prozent der Todesfälle verantwortlich waren. Insgesamt verzeichnet die WHO in diesem Jahr 56,9 Millionen Todesfälle.

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Koronare Herzkrankheit

Todesursachen Koronare Herzkrankheit © iStock.com/fstop123
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Die ischämische oder koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. In der Regel entsteht sie in Folge von Arteriosklerose. Bei der ischämischen Herzkrankheit verschlechtert sich die Durchblutung, was eine verminderte Sauerstoffversorgung des Herzens bedeutet. Dies kann wiederum Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, einen Herzinfarkt und plötzlichen Herztod zur Folge haben. Weltweit starben im Jahr 2016 9,4 Millionen Menschen an den Auswirkungen der ischämischen Herzkrankheit.

Schlaganfall

Todesursache Schlaganfall © iStock.com/ARTSUS
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Der Hirnschlag oder Schlaganfall kostete im Jahr 2016 5,75 Millionen Menschen das Leben. Er tritt meist plötzlich und unerwartet auf und zählt daher nicht nur zu den häufigsten, sondern auch zu den gefährlichsten Todesursachen. Ein Schlaganfall entsteht durch einen plötzlichen Sauerstoffmangel in den Nervenzellen. Symptome für einen Schlaganfall können starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel, Übelkeit, Verwirrung und Lähmungen im Gesicht, an Armen oder Beinen sein.

COPD

Todesursache COPD © iStock.com/lisafx
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Als fast direkte Folge des Rauchens steht die "Chronic Obstructive Pulmonary Disease" (COPD) an vierter Stelle der weltweiten Todesursachen. Die Bezeichnung fasst die beiden Krankheiten chronische Bronchitis und Emphysem (Lungenüberblähung) zusammen. Bei der COPD verengen sich nach und nach die Bronchien, was schließlich zu einer Überblähung der Lunge und dadurch zu Atemnot führt. In 90 Prozent der Fälle wird die Krankheit durch Rauchen verursacht. 3,05 Millionen Menschen starben 2016 an COPD.

Atemwegserkrankungen

Todesursache Atemwegserkrankungen © iStock.com/ktaylor
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Zu den Erkrankungen der unteren Atemwege zählen die verschiedensten Krankheiten, etwa Erkältungen, Grippe, Asthma, Lungenentzündungen oder auch Allergien. Auch wenn diese Krankheiten in der Regel leicht behandelbar sind, starben dennoch 2,95 Millionen Menschen im Jahr 2016 an ihren Folgen. Besonders in Entwicklungsländern ist oft keine ausreichende Versorgung mit Medikamenten gegeben, sodass vor allem Kinder und alte, schwache Menschen oft an einfachen Krankheiten sterben, obwohl zur Behandlung eine Spritze oder ein paar Tabletten gereicht hätten. Jedoch auch in westlichen Ländern sind Lungenentzündungen und Grippe nicht selten tödlich für ältere Menschen, die ohnehin bereits ein geschwächtes Immunsystem haben.

Alzheimer und andere Arten der Demenz

Frau mit Alzheimer greift an ihren Kopf © iStock.com/KatarzynaBialasiewicz
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Auf Alzheimer und andere Formen der Demenz ließen sich im Jahr 2016 insgesamt 1,95 Millionen Todesfälle zurückführen. Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz und geht mit einem zunehmenden Abbau der Nervenzellen im Gehirn und der geistigen Fähigkeiten einher. Dies äußert sich etwa in Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie einem immer stärker nachlassenden Urteils- und Denkvermögen. Menschen mit Demenz sterben dabei genaugenommen nicht an der Erkrankung selbst, sondern an deren Folgen. Im Verlauf der Krankheit nimmt – unter anderem bedingt durch die Bettlägerigkeit – die Abwehrfähigkeit des Immunsystems stark ab. Betroffene leiden im Spätstadium daher häufig an Lungenentzündungen oder anderen Infektionen, die letztlich zum Tode führen.

Bronchialkarzinom

Todesursache Lungenkrebs © iStock.com/dem10
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Auch Luftröhrenkrebs und Lungenkrebs gehören zu den Krankheiten, die hauptsächlich als Folge von Rauchen entstehen. Während der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen zählt, ist Luftröhrenkrebs (Tracheakarzinom) eher selten. Dennoch sind beide Krebsformen sehr aggressiv und führen daher oft zum Tod. Im Jahr 2016 starben 1,7 Millionen Menschen an Luftröhrenkrebs oder einem Bronchialkarzinom.

Diabetes

Todesursache Diabetes © iStock.com/LSOphoto
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Diabetes, umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit bezeichnet, zählt zu den Stoffwechselkrankheiten. Die Zuckerkrankheit führt zur Ausscheidung von Zucker über den Urin. Bei Diabetes mellitus ist der Blutzuckerspiegel erhöht, was auf Dauer zu Schäden an Organen und Nerven führt. Zu den Spätschäden von Diabetes gehören Herzinfarkte, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen. Besonders bei Diabetes Typ 2 können betroffene ihren Zustand verbessern, indem sie ihren Lebensstil und die Ernährung ändern. Dennoch starben im Jahr 2016 1,6 Millionen Menschen an Diabetes mellitus.

Verkehrsunfälle

Todesursache Verkehrsunfall © iStock.com/gaiamoments
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Als einzige Todesursache, die keine Krankheit ist, rangieren Verkehrsunfälle in diesen traurigen Top Ten – zuletzt ist die Zahl etwas gestiegen. Dennoch nahm die Zahl der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang im Vergleich zu den siebziger Jahren enorm ab. Gründe dafür sind nicht nur sicherere Autos und Straßen, sondern auch erhöhte Vorsicht unter der Bevölkerung. Besonders Kinder sind an viel befahrenen Straßen gefährdet und sollten daher erst mit ihren Eltern üben, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten, bevor sie alleine losziehen. Beim Radfahren sollte ein Helm für jedes Kind Pflicht sein. 2016 starben 1,4 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen.

Durchfall

Todesursache Durchfall © iStock.com/kaarsten
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Besonders in Entwicklungsländern gehören Durchfall-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Vor allem Kinder sterben oft durch den Genuss von unhygienisch zubereiteter Nahrung, was beispielsweise eine Salmonellenvergiftung auslösen kann. Auch Ruhr, Cholera, Typhus und Darmtuberkulose zählen zu den gefährlichen Durchfall-Erkrankungen. Besonders gefürchtet ist bei Durchfall die Dehydration des Körpers: Durch den anhaltenden Flüssigkeitsverlust verliert der Körper mehr Wasser, als er aufnehmen kann und trocknet so innerlich aus. Weltweit starben 2016 1,4 Millionen Menschen an den Folgen von Durchfall, darunter viele Kinder.

Tuberkulose

Arzt untersucht Mann mit Tuberkulose © iStock.com/eggeeggjiew
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Tuberkulose oder Schwindsucht ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist die Lungen befällt. Da sie durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, ist Tuberkulose hochansteckend. Besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer genetisch bedingten Anfälligkeit sind gefährdet. Mithilfe von speziellen Antibiotika kann Tuberkulose zwar geheilt werden – in vielen Entwicklungsländern ist eine entsprechende medizinische Versorgung jedoch nicht gegeben. Im Jahr 2016 starben 1,3 Millionen Menschen an Tuberkulose.

Aktualisiert: 05.05.2021 – Autor: Kristina Klement; überarbeitet: Silke Hamann