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Knoblauch – Knolle mit gesunder Wirkung

Knoblauch © Jill Wellington

Knoblauch (Allium sativum) ist rund ums Jahr in fast jedem Geschäft zu bekommen. Beim Geruch scheiden sich die Geister, doch die gesundheitliche Wirkung von Knoblauch ist unumstritten. Auch beim Kochen ist die weiße Knolle beliebt. Denn schon lange wird die würzige Zutat nicht mehr nur in der Küche heißer Länder geschätzt, wo Knoblauch von alters her nicht zuletzt wegen seiner antibakteriellen Eigenschaft auf den Teller gelangte. Spaghetti "Aglio e Olio", ein frischer Zaziki oder ein Hauch Knoblauch in der Tomatensoße sind auch hierzulande von vielen Speiseplänen nicht mehr wegzudenken. Was beim Kochen mit Knoblauch zu beachten ist und was den "Knobi" so gesund macht, lesen Sie hier.

Inhaltsstoffe von Knoblauch

Eine Knoblauch-Knolle besteht aus einzelnen Zehen, welche voller wirksamer Inhaltsstoffe stecken. Besonders die schwefelhaltige Aminosäure Alliin und deren Abbauprodukte sind für die Gesundheit von Bedeutung. In frischem Knoblauch sind 0,5 bis 1 Prozent Alliin enthalten.  

Zerkleinert man Knoblauch, setzt sich eine chemische Reaktion in Gang: Alliin wird durch das Enzym Alliinase in Allicin umgewandelt. Dieser Stoff ist für den typischen Knoblauchgeruch verantwortlich – ebenso wie für den scharf-aromatischen Geschmack der Zehen. Der Saft der Zehen hat eine klebrige Konsistenz.

Knoblauch als Heilpflanze: So gesund ist Knoblauch

Wissenschaftler schreiben dem Inhaltsstoff Allicin und dessen Abbauprodukten gesundheitsfördernde Einflüsse auf den Körper zu. In Versuchen hemmt Knoblauch die Ausbreitung von Pilzen und Bakterien und zeigte sogar eine leicht antivirale Wirkung.

Weiterhin hemmt Knoblauch – genauer gesagt seine schwefelhaltige Verbindung Ajoen – wahrscheinlich die Blutgerinnung, da er blutverdünnend wirkt und so das Zusammenkleben einzelner Blutplättchen verhindert. So kann das Blut besser durch die Adern fließen. Dies kann wiederum vor der Entstehung von Arteriosklerose schützen, stärkt den Kreislauf und beugt Blutgerinnseln, also Thrombosen wie Herzinfarkten, vor. Die Knoblauch-Schwefelverbindungen können das Herz-Kreislauf-System zudem positiv beeinflussen, indem sie Blutfettwerte reduzieren.

Außerdem gibt es Untersuchungen, die eine leicht blutdrucksenkende Eigenschaft des Knoblauchs zeigen. Noch kontrovers diskutiert wird, ob Allicin auch in der Lage ist, die schlechten LDL-Cholesterinwerte zu senken.

Zudem ist Knoblauch eine gut geeignete Quelle für Selen. Selen ist ein essentielles Spurenelement, das für den Stoffwechsel, das Immunsystem, die Schilddrüse sowie für gesunde Haut und Nägel wichtig ist.

Allicin – wichtig für die Wirkung

Wer die gesunden Inhaltsstoffe besonders gut ausnutzen möchte, sollte im Umgang mit Knoblauch Folgendes beachten: Allicin entsteht erst, wenn die Zellwände des Knoblauchs beschädigt werden – beispielsweise beim Pressen.

Aus diesem Grund ist es laut Untersuchungen sinnvoll, Knoblauch vor der Verwendung zu zerquetschen und dann etwa zehn Minuten ziehen zu lassen. So hat das Enzym Alliinase Zeit, den Schutzstoff Allicin zu produzieren.

Wer den Knoblauch anschließend beim Kochen nur wenige Minuten mit gart, ermöglicht eine optimale Wirksamkeit. Denn die Schwefelverbindungen sind hitzeempfindlich.

Knoblauchkapseln aus der Apotheke

Wer den Geschmack von Knoblauch nicht mag, kann auf Knoblauchpräparate in Form von Tabletten und Dragees aus der Apotheke zurückgreifen. Deren Wirksamkeit ist jedoch umstritten. Viele Zubereitungen enthalten zusätzlich beispielsweise Weißdorn und Mistel zur Herzstärkung und Unterstützung der Kreislauffunktion.

Nimmt man blutverdünnende Medikamente ein, sollte man auf hochdosierte Tabletten und Dragees mit Knoblauch besser verzichten oder die Einnahme zumindest mit einem Arzt abklären. Denn die Heilpflanze kann möglicherweise die blutgerinnungshemmende Wirkung der Arzneimittel verstärken.

Regeneration des Körpers: Knoblauch-Zitronen-Kur  

Knoblauch gilt als so gesund, dass es sogar eine Kur mit Knoblauch gibt: Bei der Zitronen-Knoblauch-Kur trinkt man mehrmals täglich ein aus Wasser, unbehandelten Zitronen und Knoblauch bestehendes Getränk. Dies soll:

  • den Körper vor Kalkablagerungen befreien
  • den Blutdruck regulieren
  • das Herz-Kreislaufsystem fördern

Ingwer, Kurkuma oder Pfeffer können die Wirkung unterstützen.

Was tun gegen eine Knoblauchfahne?

Gegen den von vielen Menschen als unangenehm empfundenen Geruch von Knoblauch gibt es leider kein wirksames Mittel – ebenso nicht gegen die berüchtigte Knoblauchfahne, die uns nach dem Verzehr von Knoblauch umweht.

Manchmal mildern jedoch Hausmittel wie Milch, Ingwer, Zitronensaft sowie Pfefferminzkaugummis oder -bonbons zumindest für eine Weile den Knoblauchatem.

Chlorophyllkapseln, ein beliebtes Mittel gegen Mundgeruch, können außerdem für eine abgemilderte Knoblauchfahne sorgen. Allerdings sollten Sie diese Maßnahme im Vorfeld mit Ihrem Arzt absprechen.

6 Fakten über Knoblauch (Infografik)

6 Fakten über Knoblauch – © istockphoto, Aluna1

Kauf und Lagerung von Knoblauch

In den meisten Supermärkten ist Knoblauch das ganze Jahr über erhältlich. Man kann die Knolle frisch, halbtrocken oder trocken (dann üblicherweise gehackt oder als Pulver) kaufen.

Hinsichtlich der Lagerung bevorzugt Knoblauch eine dunkle, kühle und luftige aber trockene Umgebung. Dann halten sich die Knoblauchzwiebeln mehrere Wochen.

Kochen mit Knoblauch: Wozu passt er?

Aufgrund seines aromatischen Geschmacks ist Knoblauch sehr gut zum Würzen und Verfeinern von Salaten, Soßen, Fleisch- und Gemüsegerichten geeignet. Insbesondere zu Gerichten der mediterranen sowie der nahöstlichen und asiatischen Küche gehört Knoblauch einfach dazu.

Bekannte Gerichte oder Rezepte mit Knoblauch sind beispielsweise Knoblauchgarnelen, Knoblauchbrot, Knoblauchdip oder Knoblauch in Kombination mit Nudeln, wie etwa Spaghetti mit Knoblauch.

5 Tipps für die Zubereitung

Wir haben im Folgenden fünf Tipps für eine gelungene Zubereitung von Knoblauch für Sie:

  1. Knoblauch lässt sich leichter schälen, wenn man mit der breiten Seite eines Messers auf die Zehe drückt. Die Schale löst sich dann oft fast von selbst.
  2. Achten Sie beim Kochen darauf, dass der Knoblauch nicht anbrennt, denn sonst bekommt er einen bitteren Geschmack und wird ungenießbar.
  3. Geben Sie bei Pfannen- oder Ofengerichten ein paar ganze Knoblauchzehen dazu. Bevor Sie das Essen servieren, fischen Sie die Zehen dann wieder heraus. Der Knoblauch hinterlässt dadurch ein wunderbar leichtes Aroma.
  4. Den unangenehmen Knoblauchgeruch an den Händen werden Sie wieder los, indem Sie die Finger an einer Edelstahloberfläche – zum Beispiel der Spüle – reiben. Oder aber Sie benutzen gleich eine Knoblauchpresse.
  5. Knoblauch einlegen: Dafür einfach die Zehen schälen, in Einmachgläser legen, mit Olivenöl auffüllen und dann verschließen. So wird der Knoblauch konserviert und das Öl bekommt ein herrliches Aroma. Das Knoblauchöl ist bestens für Dressings oder Saucen geeignet.

Ein neuer Trend aus Japan ist mittlerweile auch schwarzer Knoblauch. Schwarzer Knoblauch schmeckt nach umami, der fünften Geschmacksrichtung, und eignet sich gut für Knoblauchsoßen und -marinaden.

Knoblauch: Eine Knolle mit Geschichte

Knoblauch hat als Heilpflanze eine lange Geschichte: Schon bei den Ägyptern soll er als Stärkungsmittel gedient haben und erfolgreich gegen Darmparasiten eingesetzt worden sein. Später sagte man der Knolle sogar nach, bei Bisswunden, Haarausfall oder Lungenleiden positiv zu wirken.

Von all diesen Einsatzgebieten ist heute kaum mehr die Rede. Knoblauch wird nun in erster Linie im Kampf gegen die Volkskrankheit Arteriosklerose eingesetzt.

Herkunft der Heilpflanze

Knoblauch zählt zu den Lauchgewächsen und blüht hierzulande von Juni bis August. Zwar stammt die Knolle ursprünglich aus Zentralasien, doch wird sie heutzutage weltweit angebaut.

Knoblauch kann bis zu 90 Zentimeter hoch werden. Die Pflanze bildet unterirdisch eine Zwiebel, die von einer dünnen, weißen oder rötlichen Hülle umgeben ist. Um die Hauptzehe sind circa fünf bis zwanzig weitere Zehen kreisförmig aneinandergereiht, die zusammen die Knolle bilden. 

Aktualisiert: 24.04.2019 – Autor: gesundheit.de; überarbeitet: Nadja Weber

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