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Mönchspfeffer

Mönchspfeffer Pflanze © KRiemer

Mönchspfeffer ist in den warmen Ländern rund ums Mittelmeer zu Hause. Der weidenartige Strauch kann bis zu sechs Meter hoch werden und trägt kleine, angenehm duftende Blüten mit weißer, rosa oder violetter Färbung. Aus ihnen entstehen die braunschwarzen, pfefferartigen Früchte, die für medizinische Zwecke verarbeitet werden. So kommt Mönchspfeffer beispielsweise zur Linderung von Beschwerden während der Periode oder den Wechseljahren zum Einsatz. Wie Mönchspfeffer als Arznei Anwendung findet und mit welchen Wirkungen und Nebenwirkungen zu rechnen ist, erfahren Sie hier.

Mönchspfeffer lindert Beschwerden der Periode

Extrakte aus den Früchten des Mönchspfeffers (Vitex agnus castus) gehören zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln gegen Beschwerden vor der Menstruation wie

  • Schmerzen
  • Reizbarkeit oder
  • Wassereinlagerungen

Er findet also Anwendung bei all jenen Symptomen, die unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst werden. Aber auch Störungen des Regelzyklus und das lästige Spannungsgefühl in der Brust lassen sich gut mit Mönchspfefferextrakt behandeln.

Wirkstoffe in Mönchspfeffer

Wie viele pflanzliche Heilmittel enthalten Agnus-Castus-Präparate mehrere Wirksubstanzen, darunter ätherische Öle, Flavonoide und Fettsäuren. Welcher Inhaltsstoff für die medizinische Wirkung des Mönchspfeffers verantwortlich ist, konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

Sicher ist jedoch, dass der Gesamtextrakt verschiedene biochemische Prozesse im Netzwerk der weiblichen Hormone stabilisiert, deren perfekt abgestimmte Zusammenarbeit Voraussetzung dafür ist, dass der Zyklus problemlos funktioniert. So ist bekannt, dass Mönchspfeffer die Freisetzung des Nervenbotenstoffs Dopamin beeinflusst und dadurch die Ausschüttung des Hormons Prolaktin in der Hirnanhangdrüse drosselt.

Wirkung auf den Zyklus und die weiblichen Hormone

Prolaktin wird üblicherweise vermehrt in der Stillzeit gebildet und unterstützt dann die Milchproduktion. Viele Frauen, die unter Regelbeschwerden oder PMS leiden, haben deutlich erhöhte Prolaktinspiegel, was zu Brustspannen, traurigen Verstimmungen oder zu starken Monatsblutungen führt. Sinkende Prolaktinwerte regen über verschiedene Steuerungsmechanismen die Produktion von Progesteron (auch Gelbkörperhormon genannt) in den Eierstöcken an.

Auch dies beeinflusst die PMS günstig: Progesteron spielt zusammen mit Östrogen die Hauptrolle bei der Regulation des weiblichen Zyklus. Mediziner vermuten, dass ein Ungleichgewicht zwischen beiden Hormonen eine der Hauptursachen für PMS ist. Den meisten betroffenen Frauen mangelt es an Progesteron, welches normalerweise in der zweiten Zyklushälfte das dominierende Hormon ist.

Mönchspfefferextrakt in den Wechseljahren

Auch bei ersten Beschwerden in den Wechseljahren kann der Mönchspfeffer Ausgleich schaffen. Denn die Umstellung beginnt meist mit unregelmäßigen Zyklen und einem Rückgang der Gelbkörperhormonproduktion. Später kommt es jedoch zu einem vermehrten Östrogenmangel und die Blutungen bleiben schließlich ganz aus.

Schwanger dank Mönchspfeffer?

Zu viel Prolaktin kann auch dazu beitragen, eine Schwangerschaft zu verhindern, da es den Eisprung unterdrückt. Da Progesteron hingegen die Gebärmutter auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle vorbereitet, könnten Mönchspfefferextrakte auch den Frauen mit Kinderwunsch helfen, die aufgrund einer Gelbkörperschwäche nicht schwanger werden. Betroffene Frauen berichten hier von positiven Erfahrungen und einer erfolgreichen Behandlung.

Die richtige Anwendung

Mönchspfefferpräparate sind als Kapseln, Filmtabletten oder Tropfen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Ein Aufguss als Tee ist weniger empfehlenswert, da sich manche Inhaltsstoffe schlecht in Wasser lösen.

Damit die Heilpflanze wirken kann, muss ein Mönchspfefferpräparat mehrere Monate lang eingenommen werden. Vor der Selbstbehandlung sollten Frauen ihren Arzt aufsuchen, da Mönchspfeffer bei bestimmten hormonabhängigen Krankheiten nicht eingenommen werden darf.

Die möglichen Nebenwirkungen umfassen zudem Hautausschlag, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Darüber hinaus kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von Dopamin-Rezeptorantagonisten (zum Beispiel Neuroleptika oder Antiemetika, das heißt Medikamenten zur Unterdrückung von Übelkeit und Brechreiz) zu Wechselwirkungen kommen.

In unserem Heilpflanzenlexikon finden Sie weitere Informationen über Anwendung, Dosierung, Wirkung und Nebenwirkungen von Mönchspfeffer.

Mönchspfeffer: "keusches Lamm"

Die Pflanze trägt den botanischen Namen Vitex agnus castus, wobei agnus castus so viel bedeutet wie keusches Lamm. Daher rührt auch der Name Keuschlamm, wie der Mönchspfeffer in Deutschland häufig genannt wird.

Er gibt Hinweise auf die Wirkung, die der Pflanze im Altertum zugesprochen wurde: In der griechischen Sagenwelt galt Mönchspfeffer als Symbol der Keuschheit, da er die sexuellen Triebe dämpfen sollte. Auch soll Hera, die Gattin des Zeus und Hüterin der Ehe, unter einem solchen Strauch geboren sein.

Im mittelalterlichen Klosterleben pflegten die Mönche ihre Speisen kräftig mit dem pfefferähnlichen Samen zu würzen, um ihre fleischlichen Begierden zu zähmen. Es war üblich, die Zellen mit Mönchspfefferzweigen auszuräuchern und die Matratzen mit dem Laub auszupolstern, damit die beruhigende Wirkung auf den Bewohner übergehen konnte. Ob dies genützt hat, ist fraglich, denn moderne Studien konnten eine lusthemmende Wirkung des Mönchspfeffers nicht bestätigen. Geringe Mengen sollen die Lust eher noch beflügeln.

Aktualisiert: 24.09.2019

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