Atemtests

Mann bespricht Atemtest mit Arzt © istockphoto, monkeybusinessimages

So wie sich beim Einatmen der Sauerstoff von der Lunge aus in den gesamten Körper verbreitet, finden sich beim Ausatmen in der Luft viele Stoffe, die auf diese Weise aus dem Organismus ausgeschieden werden. Einige können beim Atemtest nachgewiesen werden und erlauben Rückschlüsse auf bestimmte Funktionsstörungen vor allem des Magens und Dünndarms.

Das Prinzip

Atemtests machen sich zunutze, dass im Magen-Darm-Trakt vorhandene Bakterien Substanzen spalten. Die dabei entstehenden Produkte gelangen in den Blutkreislauf und von dort in die Lunge, wo sie abgeatmet werden und dadurch gemessen werden können. Es gibt zwei Gruppen von Tests:

  • C-Atemtests: Beim 13C-Atemtest wird die Konzentration von Kohlendioxid gemessen, das unter anderem bei der Spaltung von Harnstoff entsteht. Der Harnstoff ist mit 13C markiert und wird über den Mund aufgenommen. Im Magen wird er durch Urease, ein Enzym des Bakteriums Helicobacter pylori (das bei Magengeschwüren vorkommt) gespalten, und anschließend resorbiert. So gelangt er in den Körper. Gemessen wird der Anstieg des dann in der Ausatemluft enthaltenen markierten Kohlendioxids (13CO2). Bei speziellen Fragestellungen werden die C-Atemtests auch mit anderen Markierungssubstanzen als Harnstoff (13C-Oktansäure, 13C-Natriumacetat bzw. 14C-Glykocholat) durchgeführt.
  • H2-Atemtest: Dabei wird die Konzentration von Wasserstoff (H2) gemessen, ein Produkt der Spaltung von Kohlenhydraten im Darm. Je nachdem, welche Funktion untersucht werden soll, wird eine Testsubstanz mit einem bestimmten Zucker verabreicht. Gegeben werden Laktose, Saccharose, Glukose, Fruktose, Xylose oder Laktulose.

Vor- und Nachteile von Atemtests

  • Atemtests haben den Vorteil, dass sie sicher und für den Patienten wenig belastend sind – sie können deshalb sogar bei Kindern durchgeführt werden. Vor allem die H2-Atemtests sind sehr genau.
  • Allerdings ist eine aktive Mitarbeit des Patienten erforderlich, damit der Test aussagekräftig ist. Sowohl bei der Vorbereitung (Ernährung am Vortag, nüchtern) als auch während der Untersuchung muss der Patient zuverlässig und geduldig mitmachen.
  • Ein Nachteil ist, dass für die Labors ein relativ hoher apparativer Aufwand nötig ist.
  • Viele der Test sind kurz nach einer Antibiotikatherapie oder nach Untersuchungen, die mit einer Darmspülung einhergehen (z. B. Dickdarmspiegelung) nicht aussagekräftig - deshalb muss einige Wochen gewartet werden.

Aktualisiert: 15.01.2014 - Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?