Atemtests: Vorbereitung und Durchführung

Vorbereitung und Durchführung von Atemtests

  • 13C-Atemtest: Der Patient muss nüchtern sein. Er sollte seit 17:00 Uhr am Vortag nicht mehr gegessen und geraucht, seit 22:00 Uhr nichts mehr getrunken haben. Die Atemluft wird in einem Doppelkammerbeutel gesammelt, in den der Patient mittels eines Mundstücks bläst. Zunächst wird durch Blasen in die erste Kammer der Ausgangswert ("Leerwert") ermittelt.
    Danach wird die Kapsel, die den markierten Harnstoff enthält, in 200 ml Apfel- oder Orangensaft aufgelöst und getrunken. Nach einer halben Stunde wird die andere Seite des Beutels aufgeblasen. Der sorgfältig verschlossene Beutel wird ins Labor gesendet. Beim 13C-Oktansäure- bzw. -Natriumacetat-Atemtest wird die markierte Substanz in Form einer Testmahlzeit verabreicht und die Ausatemluft über 4 Stunden alle 15 Minuten gewonnen.
  • H2-Atemtest: Auch dabei muss der Patient nüchtern sein und zu Beginn wird ein Leerwert ermittelt. Dann wird 200 ml Flüssigkeit mit dem entsprechenden Testzucker getrunken. Anschließend wird über insgesamt 3–4 Stunden alle 10 Minuten eine Atemprobe gewonnen, in der die Wasserstoffkonzentration gemessen wird.

Weitere Funktionstest bei Magen-Darm-Beschwerden

Auch die Zeit, die der Darminhalt braucht, um durch den Dickdarm zu gelangen, kann bestimmt werden. Diese Untersuchung (Hinton-Test) kann vor allem bei Patienten mit chronischer Verstopfung und Stuhlentleerungsstörungen wertvolle Hinweise geben. Ihr Vorteil ist, dass sie einfach durchzuführen und relativ wenig belastend ist: Der Patient muss über 6 Tage jeweils zur gleichen Uhrzeit 2 Gelatinekapseln schlucken. Sie enthalten ungefährliche, unverdauliche Plastikkügelchen, die am 7. Tag in einem Röntgenbild nachgewiesen werden.

Durch die Anzahl und Verteilung dieser noch nicht ausgeschiedenen Marker sind Rückschlüsse auf Passagezeit und vorhandene Hindernisse möglich. Bei spezifischen Verdachtsdiagnosen wie Gallensäureverlustsyndrom, Vitamin-B12-Mangel oder Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse existieren weitere spezielle Untersuchungen (z. B. Schillingtest, 75SeHCAt-Test, Pankreolauryltest).

Aktualisiert: 05.01.2017 - Autor: Dagmar Reiche

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