Schilddrüsenuntersuchungen und Nebenschilddrüsenuntersuchungen: Spezielle Untersuchungen der Schilddrüse

Je nachdem, welche Hinweise die ersten Untersuchungsschritte geliefert haben, schließen sich weitere Tests an. Mit diesen lassen sich zum Beispiel die Syntheseleistung oder Durchblutung überprüfen, genetische Ursachen erkennen, operative Maßnahmen festlegen (oder der Operationserfolg überprüfen).

Verschiedene spezielle Untersuchungen der Schilddrüse

  • Dynamische Funktionstests: Um eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse genauer zu beurteilen, spritzt man Substanzen, die die Hormonausschüttung aus der Schilddrüse ankurbeln (Stimulationstest) oder hemmen (Supressionstest), und überprüft die Schilddrüsenhormone im Blut vorher und danach mehrmals in bestimmten Abständen. Je nachdem wie die Schilddrüse reagiert, kann man Rückschlüsse auf die Art der Störung ziehen.
  • Szintigraphie: Dabei werden dem Patienten radioaktiv markierte Substanzen gespritzt und ihre Einlagerung in das Schilddrüsen- beziehungsweise Epithelkörperchengewebe mit speziellen Kameras aufgenommen und farbig dargestellt. So lassen sich Stoffwechselaktivität und Funktion einschätzen, was allerdings bei den kleinen Nebenschilddrüsen oft nicht so einfach ist. Bei Verdacht auf eine Funktionsstörung der Nebenschilddrüse kann auch eine Knochenszintigraphie des ganzen Körpers angezeigt sein, nämlich dann, wenn man mutmaßt, dass ein Tumor mit Tochtergeschwülsten im Knochen die Ursache ist.
  • Weitere bildgebende Verfahren: Vermutet man eine Über- oder Unterfunktion der Nebenschilddrüse, werden häufig konventionelle Röntgenbilder angefertigt, da darauf gut die durch die Hormonstörung bedingten Skelettveränderungen zu sehen sind. Computertomographie und Magnetresonanztomographie kommen insbesondere bei der Beurteilung von Tumoren und zur Metastasensuche zum Einsatz.
  • Weitere Blutuntersuchungen: Bei bestimmten Schilddrüsenkrankheiten (zum Beispiel Hashimoto-Thyreoiditis, Basedow-Krankheit) werden Antikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet, die im Blut nachgewiesen werden können. Bei Entzündungen sind ebenfalls bestimmte Blutwerte verändert.
  • Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie): Damit lässt sich die Beschaffenheit der Stimmbänder beurteilen, was vor allem für die Planung und Nachsorge einer Schilddrüsenoperation bei Krebs wichtig ist.
  • Genetische Diagnostik: Es gibt Erkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüse, die erblich bedingt sind; einige treten häufig zusammen mit Krankheiten anderer Organe des Hormonsystems auf (multiple endokrine Neoplasie = MEN). DNA-Veränderungen lassen sich mithilfe verschiedener Verfahren der Gendiagnostik nachweisen. Dies kann zum Beispiel zur genetischen Beratung von Eltern mit Kinderwunsch angezeigt sein.

Aktualisiert: 10.02.2017
Autor*in: Dagmar Reiche

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