Magenspiegelung

Endoskop für Magenspiegelung © istockphoto, robertprzybysz

Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) kommt bei anhaltenden Beschwerden im Bereich der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms zum Einsatz. Durch die Untersuchung kann der Arzt Erkrankungen wie Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, Infektionen mit Helicobacter pylori oder Blutungen im oberen Verdauungstrakt feststellen. Die Magenspiegelung kann entweder mit oder ohne Narkose durchgeführt werden – meist genügt eine lokale Betäubung des Rachens. Erfahren Sie hier mehr über Vorbereitung, Ablauf und Dauer einer Magenspiegelung.

Wann wird eine Magenspiegelung durchgeführt?

Eine Magenspiegelung ist immer dann sinnvoll, wenn anhaltende Beschwerden im Bereich der Speiseröhre, des Magens oder des Zwölffingerdarms vorliegen. Dazu gehören unter anderem häufiges Sodbrennen, Schluckstörungen oder chronischer Husten. Ebenso kann eine Magenspiegelung bei Schmerzen im Oberbauch, ständigen Blähungen, anhaltender Übelkeit, Blut im Stuhl oder einer unklaren Gewichtsabnahme sinnvoll sein.

Durch eine Magenspiegelung lässt sich abklären, ob zum Beispiel folgende Erkrankungen oder Verletzungen vorliegen:

  • Magenschleimhautentzündung
  • Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm
  • Aussackungen (Divertikel)
  • Krampfadern in der Speiseröhre
  • Infektion mit Helicobacter pylori
  • innere Blutungen im oberen Verdauungstrakt. 

Vorbereitung auf die Magenspiegelung: Auf Essen verzichten

Extra vorbereiten müssen Sie sich auf eine Magenspiegelung eigentlich nicht. Wichtig für die Untersuchung ist lediglich, dass der obere Verdauungstrakt frei von Speisen ist. Deswegen sollten Sie zur Untersuchung nüchtern erscheinen. Das heißt, dass Sie acht Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen oder trinken sollten. Bei starkem Durst können Sie etwas klares Wasser zu sich nehmen.

Wenn Sie blutverdünnende Medikamente (Antikoagulantien) einnehmen, sollten Sie vor der Untersuchung mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Fragen Sie ihn, ob und wann Sie die Medikamente am besten absetzen sollten, um innere Blutungen zu vermeiden.

Ablauf der Magenspiegelung

Eine Magenspiegelung wird heute in der Regel ambulant im Krankenhaus oder in der Praxis eines Gastroenterologen durchgeführt. Ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus ist nur noch selten nötig. Meist dauert die Untersuchung nicht lange, in der Regel ist sie bereits nach wenigen Minuten abgeschlossen. 

Für die Untersuchung wird ein sogenanntes Gastroskop verwendet. Dabei handelt es sich um einen flexiblen Kunststoffschlauch, der etwa einen Meter lang ist und einen Durchmesser von weniger als einem Zentimeter hat. Damit Sie nicht auf den Schlauch beißen, bekommen Sie einen Beißring zwischen die Zähne gelegt. 

Der Schlauch ist unter anderem mit Licht und einer Minikamera ausgestattet. So wird es dem Arzt ermöglicht, Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm sorgfältig von innen zu untersuchen. Die Bilder, die die Minikamera macht, werden auf einen Monitor übertragen. Der Arzt kann durch das Gastroskop auch vorsichtig Luft in den Verdauungstrakt einleiten. Dadurch weitet sich dieser etwas und Veränderungen werden leichter sichtbar. 

Krankheiten erkennen und behandeln

Über den Kunststoffschlauch ist es dem Arzt möglich, Flüssigkeiten wie Blut oder Speichel abzusaugen. Dadurch wird sichergestellt, dass er sich stets ein optimales Bild von der untersuchten Region machen kann. Zudem kann er auch kleine Instrumente wie Zangen oder Schlingen einführen, um eine Gewebeprobe zu entnehmen (Biopsie). 

Während der Magenspiegelung kann der Arzt aber nicht nur mögliche Erkrankungen erkennen, sondern auch erste Behandlungsschritte einleiten. So können kleinere Gewebsveränderungen entfernt oder Blutungen gestillt werden. Dies kann entweder durch das Einspritzen eines blutungshemmenden Mittels oder durch das Anbringen von Gummibändern oder Metallclips geschehen. Das einige Erkrankungen direkt behandelt werden können, ist ein großer Vorteil der Magenspiegelung im Vergleich zu anderen Behandlungen. 

Risiken und Nebenwirkungen

Im Rahmen einer Magenspiegelung treten nur selten Probleme auf. Lediglich beim Einführen des Gastroskops verspüren die Patienten häufig ein Würgegefühl. In einigen Fällen kann es durch den Kunststoffschlauch außerdem zu Verletzungen und einer unzureichenden Atmung kommen. Um Atemproblemen vorzubeugen, werden Puls und Sauerstoffsättigung der Patienten während und nach der Untersuchung überwacht.

Bei locker sitzenden Zähnen kann es durch das Einführen des Gastroskops zu Schäden am Gebiss kommen. In sehr seltenen Fällen können auch schwere Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder eine Lungenentzündung auftreten. 

Mit oder ohne Narkose?

Eine Magenspiegelung ist zwar etwas unangenehm, verursacht in der Regel aber keine Schmerzen. Deswegen genügt eine örtliche Betäubung für die Untersuchung: Bevor das Gastroskop in die Speiseröhre eingeführt wird, wird der Rachen mit einem Spray leicht betäubt. Zusätzlich können Patienten – sofern sie dies wünschen – eine kurz wirksame Narkose erhalten, so dass sie von der Untersuchung an sich nichts mitbekommen. 

Bei einer solchen Narkose handelt es sich nicht um eine Vollnarkose. Den Patienten wird lediglich ein Beruhigungsmittel wie zum Beispiel Diazepam verabreicht. Nach der Narkose sollten Sie sich im Krankenhaus allerdings von einer Begleitperson abholen lassen. Bis zum nächsten Tag dürfen Sie nicht am Straßenverkehr teilnehmen und keine gefährlichen Tätigkeiten ausüben. Auch wichtige Entscheidungen dürfen Sie nicht unmittelbar nach der Narkose treffen.

Nach der Magenspiegelung

Nach der Magenspiegelung bleibt häufig ein unangenehmes Gefühl im Hals zurück, das durch das Einführen des Gastroskops hervorgerufen wurde. Typische Symptome sind Heiserkeit und ein kratzendes Gefühl im Hals. Solange Sie ein taubes Gefühl in der Speiseröhre bemerken (etwa zwei bis drei Stunden nach der Untersuchung), sollten Sie nichts essen und nichts trinken. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie sich verschlucken.

Aktualisiert: 04.04.2014 – Autor: Kathrin Mehner

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