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Weitere Formen der Ultraschalluntersuchung

2. Endosonografie

Da kein Untersuchungsverfahren perfekt ist, bietet es sich manchmal an, mehrere zu kombinieren. Bei der Endosonografie wird die Ultraschalluntersuchung mit einer endoskopischen Untersuchung (

Spiegelung) gekoppelt. Mit dem Endoskop gelangt man an schwer zugängliche Stellen wie Speiseröhre, Magen, Darm und Herzkranzgefäße, mit dem Ultraschallgerät lassen sich dann Strukturen in der Tiefe beurteilen, die man mit der Spiegelung nicht sieht oder nicht ausreichend bewerten kann. Dazu gehören Tumoren, Zysten und Entzündungen oder Prostataveränderungen. Kombiniert mit einer „ultraschallgesteuerten Punktion“ lassen sich im gleichen Arbeitsgang Gewebsproben entnehmen.

3. Ultraschallgesteuerte Punktion

Je exakter bei einer

Gewebsentnahme die verdächtige Stelle getroffen wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Pathologe unter dem Mikroskop auch eine Diagnose stellen kann und desto geringer die Gefahr, umliegendes Gewebe zu verletzen. Deshalb wird eine Punktion oft unter Sicht eines Ultraschallbildes durchgeführt. So lässt sich der fragliche Bereich genau aufsuchen und der Verlauf der Punktionsnadel verfolgen. Diese Methode kann mit einer Spiegelung kombiniert werden (s. Endosonografie).

4. Doppler- und Farbduplexsonografie

Mit dem Doppler-Verfahren lässt sich die Geschwindigkeit des Blutflusses im Herzen und in Arterien und Venen bestimmen sowie die Gefäßweite und die Herzklappen beurteilen. Zu erkennen sind Verengungen oder Verschlüsse, Kurzschlussverbindungen und Herzklappenfehler. Die graphische Darstellung kann mit akustischen Signalen gekoppelt werden. Dies freut z.B. werdende Eltern – ab der 12. Schwangerschaftswoche ist so der Herzschlag des Ungeborenen zu hören. Kombiniert man das Doppler-Verfahren mit einem normalen Ultraschallbild, spricht man vom Duplex-Verfahren. So können neben dem Blutstrom auch gleichzeitig Weichteilstrukturen beurteilt werden. Bei der farbkodierten Duplexsonografie stellt man zusätzlich den Blutfluss farbig dar (Rot für Bewegung in Richtung des Schallkopfes, Blau von diesem weg, Grün für Turbulenzen), wodurch sich die Gefäße sehr genau beurteilen lassen.

Vor- und Nachteile der Sonografie

Bisher sind keine Risiken der Ultraschalluntersuchung bekannt. Im Gegensatz zu Röntgenuntersuchungen schädigen die Schallwellen nicht das Gewebe, das einfache Verfahren ist – bis ein leichtes Druckgefühl – schmerzfrei. Uneinig sind sich die Forscher bisher bezüglich der Wirkung auf Ungeborene. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese mit vermehrtem Strampeln regieren, wenn die Mutter "geschallt“ wird. Inwieweit das ein Zeichen für kindlichen Stress sein könnte, ist bisher unklar. Größte "Nebenwirkung“ ist das Gel, das sich im Anschluss an die Untersuchung gern in Unterhemd und -hose verirrt. Da es aber farblos ist und überwiegend Wasser enthält, ist dieses Problem spätestens mit der nächsten Wäsche behoben.

Aktualisiert: 11.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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