Breitbandantibiotikum Amoxicillin

Amoxicillin-Tabletten © istockphoto, outline205

Amoxicillin ist ein Antibiotikum, das zur Gruppe der Penicilline gehört und zur Behandlung von verschieden bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Die Dosierung richtet sich dabei unter anderem nach dem Gewicht der betroffenen Person sowie nach der Art und dem Ort der Entzündung. Wie bei anderen Medikamenten auch, kann es durch die Einnahme von Amoxicillin zu Nebenwirkungen kommen: Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Mit Alkohol sowie während der Schwangerschaft sollte Amoxicillin nicht eingenommen werden.

Antibiotikum Amoxicillin

Der Wirkstoff Amoxicillin sorgt im Körper dafür, dass Bakterien während ihrer Wachstumsphase keine schützende Außenhülle entwickeln können. Dadurch sterben die Bakterien nach kurzer Zeit ab.

Das Antibiotikum wird in erster Linie zur Behandlung von Infektionen des Magen-Darm-Traktes sowie der Harn- und der Gallenwege eingesetzt. Es wird aber auch bei den folgenden Beschwerden verwendet:

  • Atemwegsinfektionen wie Lungen- oder Mandelentzündungen
  • Entzündungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches wie Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Entzündungen der Knochen
  • Blutvergiftung

Teilweise wird Amoxicillin auch bei Infektionen der Haut verschrieben.

Neben der Behandlung von bakteriellen Infektionen wird das Antibiotikum aber auch zu deren Vorbeugung eingesetzt: Bei einigen Operationen wird Personen mit bestimmten Herzerkrankungen präventiv Amoxicillin verabreicht. Dadurch soll verhindert werden, dass bei der OP Bakterien in die Blutbahn gelangen und möglicherweise Entzündungen am Herzen hervorrufen.

Nebenwirkungen von Amoxicillin

Amoxicillin ist in der Regel gut verträglich. Da der Wirkstoff relativ schnell aus dem Darm in den Körper aufgenommen wird, wird die Darmflora stärker geschont als bei anderen Antibiotika. Trotzdem können bei der Einnahme Nebenwirkungen auftreten.

Besonders häufig sind Nebenwirkungen in Magen und Darm: Es können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall auftreten. Kommt es während oder nach der Therapie zu anhaltendem Durchfall, kann eine durch Amoxicillin ausgelöste Darmentzündung die Ursache sein. In einem solchen Fall sollte die Einnahme umgehend beendet und ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung wird dann in der Regel mit einem anderen Antibiotikum fortgeführt. Durchfall und Erbrechen setzen außerdem die Wirksamkeit des Antibiotikums herab, da der Körper nicht die gesamte Dosis über den Darm aufnehmen kann.

Neben Magen-Darm-Beschwerden sind auch Nebenwirkungen wie Juckreiz und Hautausschläge, Mundtrockenheit und Fieber häufig. Gelegentlich kann es durch die Einnahme von Amoxicillin außerdem zu Nierenentzündungen, Kehlkopfschwellungen, Angioödemen und Veränderungen des Blutbildes kommen.

Nur sehr selten treten dagegen Nebenwirkungen wie starke Hautausschläge, Wassereinlagerungen im Gewebe oder die Schälrötelsucht, die zum Verlust von Haaren und Fingernägeln führen kann, auf.

Dosierung von Amoxicillin

Amoxicillin wird in der Regel in Form von Tabletten, Brausetabletten oder Trockensaft verabreicht. Das Antibiotikum kann aber auch injiziert werden: Dies ist immer dann nötig, wenn die Gabe von Saft oder Tabletten nicht ausreichend ist, beispielsweise bei einer Hirnhautentzündung oder einer Blutvergiftung.

Amoxicillin gibt es in verschiedenen Dosierungen: So sind in der Apotheke Tabletten mit 250, 500, 750 oder 1000 Milligramm erhältlich. Die genaue Dosierung von Amoxicillin sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Am besten nimmt man das Antibiotikum gemeinsam mit einer Mahlzeit ein, da es dann besser verträglich ist, in seiner Wirkung jedoch nicht beeinträchtigt wird.

In der Regel wird Amoxicillin über einen Zeitraum von sieben bis zehn Tagen eingenommen. Die Dosierung des Antibiotikums ist unter anderem abhängig von Alter und Gewicht der Person sowie Ort, Art und Schweregrad der Infektion. Wichtig ist, den Wirkstoff-Spiegel im Blut möglichst konstant zu halten: Wird Amoxicillin zweimal täglich eingenommen, sollten die Zeitabstände zwischen den Einnahmen zwölf Stunden, bei dreimal täglicher Einnahme acht Stunden betragen.

Je nach Erkrankung erhalten Erwachsene täglich zwischen 1.500 und 3.000 Milligramm Amoxicillin. Kinder, die weniger als 40 Kilogramm wiegen, sollten täglich zwischen 50 und 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, jedoch höchstens 2.000 Milligramm, erhalten. Die genaue Dosierung sollte ebenso wie bei Erwachsenen mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Bei Kindern ist eine sorgfältige Mundhygiene während der Einnahme besonders wichtig, da es ansonsten zu Zahnverfärbungen kommen kann.

Amoxicillin und Alkohol

Auf Alkohol sollte während der Einnahme von Amoxicillin – aber auch von jedem anderen Antibiotikum – verzichtet werden. Auch wenn in den Packungsbeilagen nicht immer explizit vor den Wechselwirkungen gewarnt wird, kann es durch den Konsum von Alkohol während einer Antibiotika-Einnahme zu Nebenwirkungen kommen.

Viele Antibiotika werden – genau wie Alkohol  von der Leber abgebaut. Da diese während der Einnahme des Antibiotikums in erster Linie mit dessen Abbau beschäftigt ist, wirkt Alkohol meist schneller und heftiger. Daneben wird durch Alkohol aber auch der Abbau von Amoxicillin behindert. Der Wirkstoff kann somit nicht mehr schnell genug abgebaut werden, sondern lagert sich in der Leber an. Dadurch kann es zu einer Schädigung des Organs kommen.

Amoxicillin hingegen wird größtenteils über die Niere ausgeschieden. Dennoch ist von Alkoholkonsum während der Einnahme von Amoxicillin abzuraten. Denn aufgrund der bakteriellen Infektion ist der Körper ohnehin bereits geschwächt – durch Alkohol wird er noch zusätzlich belastet. Hinzu kommt, dass Amoxicillin infolge der Nebenwirkungen das Reaktionsvermögen und so das Bedienen von Maschinen sowie das Führen von Fahrzeugen beeinträchtigen kann. In Zusammenwirken mit Alkohol wird dieser Effekt noch verstärkt.

Amoxicillin während der Schwangerschaft

Amoxicillin sollte während der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn der behandelnde Arzt die Einnahme des Wirkstoffes ausdrücklich empfiehlt. Bislang zeigte das Antibiotikum weder im Tierversuch noch bei der Behandlung von Menschen schädigende Auswirkungen auf das ungeborene Kind. In einer Einzelstudie wurde jedoch bei neugeborenen Kindern ein erhöhtes Risiko für eine Darmentzündung festgestellt.

Auch während der Stillzeit sollte Amoxicillin nur nach einer ausführlichen Nutzen-Risiko-Abwägung eingenommen werden. Der Wirkstoff geht nämlich in die Muttermilch über und kann auf diesem Weg Schäden an der Darmflora des Kindes hervorrufen. Deswegen empfiehlt es sich, vor der Einnahme von des Antibiotikums abzustillen.

Amoxicillin: Wechselwirkungen und Gegenanzeigen

Liegt eine Störung der Leber- oder der Nierenfunktion vor, darf Amoxicillin nur in entsprechend niedrigeren Dosen eingenommen werden. Zudem müssen die Organfunktion und das Blutbild während der Einnahme des Antibiotikums in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Dies gilt insbesondere für eine Langzeiteinnahme von Amoxicillin.

Bei Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen, kann Amoxicillin die Aufnahme aus dem Darm verringern und somit die Wirksamkeit des Verhütungsmittels herabsetzen. Für einen sicheren Schwangerschaftsschutz ist deswegen die zusätzliche Verwendung eines nicht-hormonellen Verhütungsmittels notwendig.

Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, dürfen nicht gleichzeitig mit Amoxicillin eingenommen werden, da die beiden Antibiotika sich ansonsten in ihrer Wirkung beeinträchtigen können. Bestimmte Gichtmittel können die Wirkung von Amoxicillin verstärken, während Diuretika diese vermindern. Amoxicillin selbst kann die Wirkung von bestimmten Gerinnungshemmern und Herzglykosiden verstärken. Nehmen Sie eines dieser Medikamente ein, sollten Sie dies unbedingt dem behandelnden Arzt mitteilen.

Wie bei allen anderen Penicillinen kann es auch durch die Einnahme von Amoxicillin zu einer allergischen Reaktion bis hin zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Deswegen darf das Antibiotikum bei einer Penicillin-Überempfindlichkeit nicht eingenommen werden. Eine solche Überempfindlichkeit tritt besonders häufig bei Allergikern und Asthmatikern auf. Aber auch bei Personen, die gleichzeitig an einer Virusinfektion (zum Beispiel dem Pfeifferschen Drüsenfieber) oder einer chronisch lymphatischen Leukämie leiden, ist das Risiko für eine allergische Reaktion erhöht.

Aktualisiert: 03.02.2017 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?