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Nebenwirkungen von Prednisolon

Hohe Dosierungen von Cortison sollten bei systemischer Anwendung nur kurzzeitig angewandt werden, da bei langfristiger Anwendung über der so genannten Cushing-Schwelle (> 7,5 mg/d) das Risiko von massiven und zum Teil gefährlichen Nebenwirkungen deutlich erhöht ist. Kurzzeitige hochdosierte oder lokale Anwendungen haben in der Regel keine oder viel weniger stark ausgeprägte Nebenwirkungen.

Typische Nebenwirkungen von Prednisolon

Zu den Nebenwirkungen einer Behandlung mit Prednisolon zählen:

  • Die Hemmung des Immunsystems birgt eine erhöhte Infektanfälligkeit. Infektionen können verschleiert werden, lange unbemerkt bleiben und dann besonders schwer verlaufen. Mit Prednisolon behandelte Patienten sollten sich deshalb vor Ansteckung schützen und große Menschenansammlungen meiden.
  • Durch die Hemmung von Entzündungszellen ist auch die Wundheilung gestört.
  • Das körpereigene Hormon Cortisol hat eine anabole Wirkung, es dient also der Energiespeicherung. Ebenso wie Cortison hat auch Prednisolon Einwirkungen auf den Zucker- und Fettstoffwechsel. Hohe Dosierungen bewirken somit eine Umverteilung des Fettes und die Patienten nehmen besonders im Bereich des Körperstamms zu. Der so genannte Stiernacken und das Mondgesicht sind typische Zeichen einer lange andauernden hohen Dosierung von Cortison. Durch diese Einwirkung auf den Stoffwechsel kann sogar ein Diabetes mellitus ausgelöst werden.
  • Bei langer Anwendung kann es außerdem zu einer Verdünnung der Haut kommen, man kann dann die Gefäße in der Unterhaut deutlicher sehen. Auch eine Akne der Haut, die so genannte Steroidakne, kann ausgelöst werden.
  • Ein Knochenschwund, in der Fachsprache Osteoporose genannt, ist unter den Nebenwirkungen von Prednisolon sehr häufig anzutreffen.
  • Eine weitere Nebenwirkung ist Muskelschwäche.
  • Desweiteren birgt die Behandlung mit Prednisolon das Risiko eines grauen oder grünen Stars.
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen können durch die Einnahme von Cortisonpräparaten verstärkt werden. Manche Patienten, die mit Prednisolon behandelt werden, haben außerdem Appetitveränderungen.
  • Magenbeschwerden (zum Beispiel ein Magengeschwür) oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse können unerwünschte Nebenwirkungen von Prednisolon darstellen.
  • Prednisolon erhöht das Risiko von Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Verkalkungen der Arterien, Thrombose und Gefäßentzündungen.
  • Während einer Cortisontherapie kann die Aufnahme von Jod in den Körper vermindert sein, deshalb sollten während einer Behandlung mit Prednisolon regelmäßig die Schilddrüsenwerte kontrolliert werden.

Muss eine Erkrankung langzeitig immunsuppressiv behandelt werden, sollte Cortison mit anderen immunsuppressiven Medikamenten kombiniert werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Aktualisiert: 29.09.2016 – Autor: Marina Hochdorfer

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