Terbinafin – wirksam gegen Pilzerkrankungen

Terbinafin-Salbe zur Behandlung von Hautpilz © istockphoto, frank600

Terbinafin ist ein häufig verwendetes Medikament, das zur Behandlung von Pilzerkrankungen eingesetzt wird. Es wirkt ebenso wie das Antimykotikum Naftifin hemmend auf ein Enzym, das wichtig für die Vermehrung der Pilze ist. Dadurch wird das Wachstum der Pilze unterdrückt.

Terbinafin kann sowohl als Salbe auf der Haut als auch oral als Tablette eingenommen werden. Nebenwirkungen können Juckreiz und Hautausschlag sein. Teilweise kommt es bei Einnahme von Tabletten auch zu einer Erhöhung der Leberwerte im Blut. Vorsicht ist geboten, wenn gleichzeitig zusätzliche Medikamente eingenommen werden und wenn Leber- und Nierenerkrankungen vorliegen.

Was ist Terbinafin?

Terbinafin ist ein Antimykotikum, dessen Wirkstoff in Arzneimitteln in Form der Verbindung Terbinafinhydrochlorid vorliegt. Terbinafin wird hauptsächlich zur Therapie von Pilzerkrankungen der Haut (kutane Mykosen) und der Nägel (Onychomykosen) eingesetzt. Deshalb gehört Terbinafin zur Gruppe der Antimykotika.

Es ist ein Medikament, das bei Nagelpilz meist in Tablettenform eingenommen wird oder bei leichteren Formen von Hautpilz als Salbe auf die Haut aufgetragen wird. Der Vorteil von Terbinafin gegenüber anderen Antimykotika ist, dass Terbinafin bei vielen Betroffenen mit Pilzerkrankungen relativ nebenwirkungsarm ist.

Terbinafin wird von unterschiedlichen Herstellern vertrieben und ist dementsprechend unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich. Terbinafin und seine Generika finden sich zum Beispiel unter folgenden Namen:

  • Lamisil®
  • Terbinafin beta®
  • Terbinafin aurobindo®
  • Terbinafin-Actavis®
  • Terbinafin Heumann®
  • Terbinafin-Hexal®

Wie wirkt Terbinafin?

Das Medikament greift vor allem die äußere Hülle der Pilze an: ihre Zellmembran aus dem Stoff Ergosterol. Terbinafin wirkt über die Hemmung des Enzyms Squalenepoxidase schädlich auf diese Hülle und damit erschwerend auf das Wachstum, die Vermehrung und das Überleben der Haut- und Nagelpilze.

Nebenwirkungen und Gefahren von Terbinafin

Wie gefährlich ist Terbinafin? In den meisten Fällen ist Terbinafin gut verträglich. Folgende Nebenwirkungen können bei einer Behandlung mit Terbinafin auftreten:

  • Hautausschläge
  • Juckreiz
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen und Appetitverlust
  • Glieder- und Gelenkschmerzen
  • Erhöhung der Leberwerte im Blut
  • Schädigung der Leber

Wechselwirkungen von Terbinafin

Terbinafin kann zu einer Schädigung der menschlichen Leberzellen führen. Es sollte deshalb nur unter Vorsicht mit anderen Medikamenten zusammen eingenommen werden, die ebenfalls schädigend auf die Leber wirken können. Auch auf Alkohol sollte während der Behandlung mit Terbinafin verzichtet werden.

Johanniskraut und das Antiepileptikum Carbamazepin können den Abbau von Terbinafin beschleunigen, weshalb hier auf Wechselwirkungen geachtet werden muss.

Gegenanzeigen: Wann darf Terbinafin nicht verwendet werden?

Terbinafin darf nur mit Vorsicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Terbinafinhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile des Medikaments.

Auch Betroffene mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion und oder Nierenfunktion sollten nur in enger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und in niedrigerer Dosierung mit Terbinafin behandelt werden.

Zusätzlich wird bei Kindern im Alter von unter zwei Jahren von der Anwendung abgeraten und auch bei älteren Kindern sollte Terbinafin nur zurückhaltend eingesetzt werden.

Anwendung von Terbinafin

Für was wird Terbinafin verwendet? Terbinafin ist in Form von Tabletten, Cremes und Salben erhältlich und wird häufig zur Therapie von Haut- und Nagelpilz verschrieben.

Wann und wie oft einnehmen? Das Arzneimittel sollte einmal täglich, immer zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, wenn es vom behandelnden Arzt verschrieben wurde. Weitere Besonderheiten sind bei Terbinafin-Tabletten bezüglich eines Einnahmeschemas im Normalfall nicht zu beachten – das Mittel kann auch unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Dosierung von Terbinafin

Bezüglich der Dosierung von Terbinafin ist Folgendes zu beachten:

  • Die übliche Dosierung bei Erwachsenen mit mehr als 40 Kilogramm Körpergewicht ist eine Tablette à 250 mg Terbinafin am Tag als Einzeldosis. 
  • Kinder ab dem Alter von zwei Jahren erhalten üblicherweise 62,5 mg Terbinafin am Tag, wenn sie weniger als 20 Kilogramm wiegen. Bei 20 bis 40 Kilogramm Körpergewicht werden 125 mg Terbinafin am Tag empfohlen, eine Einnahme einmal täglich ist auch hier ausreichend. 
  • Bei einer Behandlung mit Terbinafin als Salbe sollte das Medikament ein- bis zweimal täglich auf die betroffene Körperpartie aufgetragen werden.

Wie lange nimmt man Terbinafin ein?

Wie lange Terbinafin eingenommen beziehungsweise aufgetragen werden muss, hängt von der Erkrankung ab. Fußpilz und Pilz an anderen Hautbereichen des Körpers wird üblicherweise für eine Dauer von zwei Wochen behandelt.

Einen Sonderfall stellt die Haut am Kopf und am Unterschenkel dar: Diese sollte über vier Wochen behandelt werden. Noch länger dauert die Behandlung von Nagelpilz, hier wird die Anwendung von Terbinafin über mehrere Monate empfohlen.

Wann und wie schnell wirkt Terbinafin?

Bei Pilzerkrankungen der Haut kann Terbinafin bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung der Symptome und des Hautbildes bewirken. Nagelpilz ist meist deutlich langwieriger zu behandeln und es kann Wochen bis Monate dauern, bis ein positiver Effekt auf das Pilzwachstum zu sehen ist.

Wie lange ist Terbinafin im Blut?

Terbinafin reichert sich vor allem in Haut, Haaren und in Nägeln an. Im Körper ist Terbinafin noch etwa 200 bis 400 Stunden nach der Einnahme im Gewebe oder Blut nachweisbar.

Salben reichern sich üblicherweise nicht so stark im Körper an und wirken vor allem lokal. Doch auch hier sollte bei Kindern, Schwangeren und Betroffenen mit Leber- und Nierenerkrankungen eine Anwendung von Terbinafin nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Wann absetzen?

Beim Auftreten von Nebenwirkungen und im Falle einer Schwangerschaft sollte Terbinafin abgesetzt werden. Ein Absetzen sollte in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, um mögliche alternative Therapien zu erwägen.

Was kosten Terbinafin-Tabletten?

Terbinafin-Tabletten und -Creme gegen Haut- und Fußpilz sind in der Apotheke erhältlich. Der Preis hängt vom Hersteller und der Packungsgröße ab und sollte in der Apotheke erfragt werden. Bei gesetzlich Krankenversicherten beträgt die Zuzahlung zu Terbinafin-Tabletten üblicherweise fünf Euro pro Packung.

Alternativen zu Terbinafin

Eine häufig verwendete Alternative zu Terbinafin stellen Wirkstoffe aus der Gruppe der Imidazole und Triazole dar. Bekannte Vertreter der genannten Antimykotika sind Itroconazol, Clotrimazol und Miconazol. Ein weiterer Wirkstoff, der ebenfalls bei der Behandlung von Pilzerkrankungen verwendet wird, ist Ciclopirox, der unter dem Handelsnamen Batrafen® bekannt ist.

Aktualisiert: 16.08.2018 – Autor: Dr. med. Julia Völker

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?