Amlodipin senkt den Blutdruck

Blutdruck messen nach Einnahme von Amlodipin © istockphoto, AndreyPopov

Bewegungsmangel, Stress und Rauchen sind nur einige der Ursachen, die zu Bluthochdruck (Hypertonie) führen können. Der Wirkstoff Amlodipin wird eingesetzt, um einen erhöhten Blutdruck wieder zu senken. Amlodipin gehört zur Gruppe der Calciumantagonisten und ist eines der am häufigsten eingesetzten blutdrucksenkenden Mittel. In Arzneimitteln liegt der Wirkstoff Amlodipin entweder als Amlodipinbesilat oder als Amlodipinmaleat vor. Für die beiden Salze wurde Bioäquivalenz nachgewiesen: Dies bedeutet, dass der Wirkstoff nach der Einnahme gleich schnell und in gleichen Mengen im Blut vorliegt und sich die klinische Wirkung nicht unterscheidet.

Amlodipin: Wirkung und Wirkweise

Wirkstoffe wie Amlodipin verringern den Einstrom von Calcium Ionen in die Zellen der Gefäßmuskulatur. Aufgrund der geringeren Calciumkonzentration sinkt die Fähigkeit der Gefäßmuskulatur, sich zusammenzuziehen. Dadurch kommt es zu einer Erweiterung der Gefäße und somit zu einer Senkung des Blutdrucks. Dies entlastet auch das Herz, da es gegen einen geringeren Widerstand pumpen muss.

Bei Patienten mit mittelschwerer Hypertonie kann der Bluthochdruck durch die Wirkung von Amlodipin um rund zehn Prozent gesenkt werden. Da Amlodipin auch die Blutgefäße erweitert, die das Herz mit Sauerstoff versorgen, wird der Wirkstoff ebenfalls bei Angina pectoris eingesetzt.

Mit 40 Stunden hat Amlodipin eine hohe Halbwertszeit und somit auch eine lange Wirksamkeit. Die hohe Halbwertszeit hat den Vorteil, dass Medikamente mit Amlodipin als Wirkstoff nur einmal täglich eingenommen werden müssen. Die lange Halbwertszeit wirkt sich auch positiv auf die Behandlung von Angina pectoris aus: Da es vor allem am frühen Morgen zu Anfällen kommt, ist für die Betroffenen ein Wirkstoffspiegel, der sich über 24 Stunden kaum verändert, günstig.

Nebenwirkungen von Amlodipin

Wie alle anderen Medikamente hat auch der Wirkstoff Amlodipin Nebenwirkungen. Da die Gefäße durch die Einnahme von Amlodipin entspannt werden, kann Flüssigkeit ins Gewebe gelangen. Dies kann zu Kopfschmerzen und zu Wasserablagerungen (Ödemen) in Armen und Beinen führen.

Zu Beginn der Behandlung gehören außerdem Gesichtsrötungen zu den häufigsten Nebenwirkungen von Amlodipin. Diese Rötungen entstehen, da durch die Gefäßweitstellung die Haut besser durchblutet wird. Daneben können auch Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwindel und Müdigkeit auftreten. Gelegentlich kann es außerdem zu Schlaflosigkeit, Sehstörungen und Verdauungsstörungen kommen. Nur sehr seltene Nebenwirkungen von Amlodipin sind Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Sehstörungen oder Stimmungsschwankungen.

Amlodipin und andere Blutdruckmedikamente

Wenn es um die Vorbeugung von Herzinfarkten geht, sind andere Medikamente, wie zum Beispiel Betablocker und ACE-Hemmer, Amlodipin überlegen. Denn im Vergleich zu diesen beiden Medikamenten kann durch eine Behandlung mit Amlodipin das Risiko eines Herzinfarkts sowie einer Herzinsuffizienz ansteigen. Deswegen wird Amlodipin oft nicht als einziges Medikament, sondern als Ergänzung verschrieben, wenn der Blutdruck durch eine Behandlung mit Betablockern oder ACE-Hemmern nicht genügend abgesenkt werden kann.

Wechselwirkungen mit Amlodipin

Da der Wirkstoff Amlodipin genau wie alle anderen Calciumkanalblocker über das Leberenzym CYP 3A4 abgebaut wird, kann die Konzentration anderer Medikamente, die über das gleiche Enzym abgebaut werden, beeinflusst werden. Andersherum können Medikamente, die das Enzym CYP 3A4 hemmen, auch die Amlodipin-Konzentration im Blut beeinflussen. Zu diesen Medikamenten gehören unter anderem verschiedene Pilzmittel, Antibiotika sowie Aids-Medikamente.

Werden andere blutdrucksenkende Medikamente, wie beispielsweise ACE-Hemmer oder Betablocker eingenommen, ist ebenfalls Vorsicht geboten: In Kombination kann die Wirkung der blutdrucksenkenden Mittel deutlich verstärkt werden. Deshalb muss die Dosierung der Medikamente durch einen Arzt genau angepasst werden. Grundsätzlich sollten mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vor der Einnahme von Amlodipin ebenfalls mit dem Arzt abgeklärt werden.

Kontraindikatoren

Bei niedrigem Blutdruck, fortgeschrittener Herzinsuffizienz sowie bei einem akuten Herzinfarkt, einer instabilen Angina pectoris oder einer Verengung der Hauptschlagader darf der Wirkstoff Amlodipin nicht angewendet werden. Desweiteren darf Amlodipin auch von schwangeren Frauen sowie während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Ist die Einnahme von Amlodipin dringend nötig, sollte vorher abgestillt werden, da Amlodipin ansonsten in die Muttermilch übergeht.

Weitere Kontraindikatoren sind eine Überempfindlichkeit gegen die Substanz, ein Herz-Kreislauf-Schock oder eine schwere Leberfunktionsstörung. Denn ist die Leberfunktion eingeschränkt, kann dies eine verstärkte Blutdrucksenkung zur Folge haben. Auch bei Kindern und Jugendlichen sollte Amlodipin nicht eingesetzt werden, da bislang die Auswirkungen auf diese Patientengruppe nicht ausreichend erforscht sind. Zudem ist zu beachten, dass der Wirkstoff Amlodipin das Reaktionsvermögen beeinträchtigt und somit negative Auswirkungen auf das Autofahren sowie das Bedienen von Maschinen hat.

Aktualisiert: 03.09.2013 – Autor: Kathrin Mehner

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