Bisoprolol: Weitere Hinweise

Bisoprolol: Gegenanzeigen

Unter bestimmten Umständen darf Bisoprolol nicht angewendet werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff vorliegt. Weitere Gegenanzeigen sind:

  • eine schwere oder nicht ausreichend behandelte Formen der Herzmuskelschwäche
  • Pumpversagen des Herzens (kardiogener Schock)
  • Erregungsleitungsstörungen im Bereich des Herzens
  • Erkrankungen der Lunge wie schweres Asthma bronchiale oder schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankungen
  • Niedriger Blutdruck
  • unbehandelter Tumor der Nebennieren
  • Spätstadium der Schaufensterkrankheit oder Raynaud-Syndrom
  • Stoffwechselbedingte Übersäuerung (Azidose)

Besondere Vorsicht sollte außerdem bei Patienten mit Diabetes mellitus, Schuppenflechte, eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, Prinzmetal Angina, langsamen Herzrhythmusstörungen (Bradykardie), Schilddrüsenüberfunktion und Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammer gelten. Ebenso sollten Patienten, die gerade eine Desensibilisierung durchführen, Bisoprolol nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen.

Bisoprolol in der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft darf Bisoprolol nur angewendet werden, wenn der Arzt die Behandlung für unbedingt nötig erachtet. Denn bislang gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, wie Bisoprolol während der Schwangerschaft wirkt. Es gibt jedoch Hinweise, dass durch den Wirkstoff die Plazenta weniger durchblutet wird und dadurch Wachstumsstörungen beim Kind auftreten können.

In der Stillzeit sollte Bisoprolol ebenfalls nicht eingenommen werden, da in Tierversuchen beobachtet wurde, dass der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Ist eine Behandlung nötig, sollte vorher abgestillt werden. Kinder sollten nicht mit Bisoprolol behandelt werden, da hier bislang noch nicht genügend Erfahrungen vorliegen.

Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung

Wird Bisoprolol gleichzeitig mit bestimmten anderen Medikamenten eingenommen, kann es zu schweren Wechselwirkungen kommen. Keinesfalls sollte der Betablocker gemeinsam mit Floctafenin, Amiodaron oder Sultoprid angewendet werden, da dies zu schweren Herzrhythmusstörungen führen kann. Auch bei der Einnahme von Kalziumkanalblockern vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ sowie von anderen Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen muss der Patient sorgfältig überwacht werden.

Durch die gleichzeitige Einnahme von anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen, Diuretika, Kalziumkanalblockern vom Nifedipin-Typ, Vasodilatatoren, Schlafmitteln, Narkosemitteln Antihistaminika, Rheumamitteln, Neuroleptika oder trizyklischen Antidepressiva kann die blutdrucksenkende Wirkung von Bisoprolol verstärkt werden. Dieser Effekt kann auch durch magensäurehemmende Wirkstoffe wie Ranitidin oder Cimetidin eintreten.

Weitere Wechselwirkungen mit Bisoprolol

Im Gegensatz dazu wird die blutdrucksenkende Wirkung von Bisoprolol durch die Einnahme von MAO-Hemmern sowie von Produkten, die Adrenalin oder Noradrenalin enthalten, abgeschwächt. Gleiches gilt für die Einnahme des Antibiotikums Rifampicin.

Wird Bisoprolol gleichzeitig mit speziellen Blutdruckmitteln wie Guanfacin, Guanethidin, Clonidin, Alpha-Methyldopa oder Reserpin angewendet, kann es zu einem starken Absinken der Herzfrequenz sowie zu einer Verzögerung der Überleitung zum Herzen kommen. Durch die Einnahme von bestimmten Migränemitteln (Ergotaminderivaten) können dagegen Durchblutungsstörungen in der Peripherie verstärkt werden.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Bisoprolol und Insulin beziehungsweise anderen Wirkstoffen, die den Blutzucker senken, kann es zu einer Verstärkung oder einer Verschleierung einer Unterzuckerung kommen. Besonders bei Diabetikern sind deswegen regelmäßige Kontrollen des Blutzuckers wichtig.

Wird der Wirkstoff Digoxin zur Stärkung der Herzkraft gleichzeitig mit Bisoprolol eingenommen, kann eine Verlangsamung der Digoxinausscheidung die Folge sein. Deswegen muss die Digoxinmenge im Blut regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.

Bisoprolol: Weitere Hinweise

  • Durch den Genuss von Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Bisoprolol verstärkt werden.
  • Bei schwerer körperlicher Anstrengung oder strengem Fasten kann es bei gleichzeitiger Einnahme von Bisoprolol zu einer Unterzuckerung kommen.
  • Durch die Behandlung kann die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen erhöht werden. Dadurch können während einer Desensibilisierung schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.
  • Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen sollte die Nierenfunktion während der Behandlung regelmäßig überprüft werden.
  • Vor allem zu Beginn der Behandlung, bei Erhöhung der Dosis oder beim Wechseln der Präparate kann Bisoprolol das Reaktionsvermögen negativ beeinflussen. Dies kann – insbesondere in Kombination mit Alkohol – zu Komplikationen im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen führen.
  • Bei Kontaktlinsenträgern können Probleme auftreten, da Bisoprolol die Bildung von Tränenflüssigkeit negativ beeinflussen kann.

Aktualisiert: 19.04.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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