Therapie mit Beta-Blockern

Eine Behandlung mit Beta-Blockern muss "einschleichend", also mit geringen Dosierungen, die nur langsam steigen, beginnen. Das Beschwerdebild kann sich auch anfänglich verschlechtern. Der therapeutische Erfolg einer Beta-Blocker-Therapie setzt meistens erst nach drei Monaten ein. Beta-Blocker dürfen deshalb nur bei Patienten verabreicht werden, die sich seit einiger Zeit in einem stabilen Zustand befinden.

Nebenwirkungen von Beta-Blockern

Beta-Blocker dürfen bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, bei sehr langsamem Herzschlag, bei extrem niedrigem Blutdruck, Asthma und einigen anderen Erkrankungen nicht verabreicht werden.

Zu den Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • allergische Hautreaktionen
  • Müdigkeit, Schlafstörungen, verminderter Tränenfluss
  • Verdauungsstörungen
  • schwankende Blutzuckerwerte
  • vermehrte Atemnot
  • Potenzstörungen

Die Nebenwirkungen verschwinden in der Regel nach Absetzen des Präparates – bei vielen Patienten hilft auch der Wechsel zum Präparat eines anderen Herstellers. Daher sollten Patienten während einer Behandlung mit Beta-Blockern in engem Kontakt zu ihrem behandelnden Arzt stehen und ihm eventuelle Komplikationen direkt mitteilen.

Nicht bei stressbedingtem Bluthochdruck einsetzen

Bei Patienten, deren Bluthochdruck in erster Linie auf Stress beruht, könnte die Behandlung mit Beta-Blockern jedoch dann problematisch werden, wenn der Stress nicht beseitigt wird. Weil diese Medikamentenklasse verstärkt zu Müdigkeit und Leistungsabfall führen kann, kann ein Teufelskreis "Stress-Hochdruck-Medikament-Leistungsabfall-höherer Stress-..." entstehen.

Vor allem junge, dynamische Menschen laufen Gefahr, in diesen Kreislauf zu geraten. Die Gründe für den Hochdruck müssen deshalb vor Beginn der Behandlung abgeklärt und während der Behandlung permanent überprüft werden.

Anwendung von Beta-Blockern sind vielfältig möglich

Beta-Blocker können auch bei Schilddrüsenüberfunktion, bei Leberzirrhosen mit Pfortaderhochdruck, Durchblutungsstörungen am Herzen und Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.

Wie der Name schon nahelegt, blockieren Beta-Blocker sogenannte Beta-Rezeptoren, die sich an vielen verschiedenen Organen finden, woraus sich die vielfältigen Anwendungsgebiete von Beta-Blockern ergeben:

  • Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden sie in der Regel nur angewendet, wenn eine erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) vorliegt. Dafür können verschiedene gängige Einzelpräparate mit Wirkstoffen wie Metoprolol oder Bisoprolol eingesetzt werden. Sonderfall ist die sogenannte thyreotoxische Krise, eine Entgleisung einer Schilddrüsenüberfunktion, die zum Beispiel durch Infektionen oder jodhaltiges Kontrastmittel ausgelöst werden kann. Dann wird bevorzugt der Beta-Blocker Propanolol angewendet, der die Herstellung von aktiven Schilddrüsenhormonen unterdrückt und zudem gegen die bei dem Krankheitsbild auftretenden Symptome Zittern und Unruhe wirkt.
  • Bei Durchblutungsstörungen am Herzen – also koronarer Herzkrankheit – und nach Herzinfarkten werden Beta-Blocker ebenfalls eingesetzt, um die Herzfrequenz zu senken. Denn dadurch muss das Herz weniger Arbeit leisten und der Sauerstoffverbrauch wird geringer, was sinnvoll ist, da durch die verminderte Durchblutung das Herz mit weniger Sauerstoff versorgt wird. Hierbei können ebenfalls viele der gängigen Beta-Blocker als Einzelpräparat angewendet werden.
  • Gleiches gilt auch für verschiedene Formen der Herzrhythmusstörungen, bei denen die Herzfrequenz erhöht ist (zum Beispiel bei Vorhofflimmern).
  • Bei Leberzirrhose mit Pfortaderhochdruck wird hingegen meist Propanolol, seltener Carvedilol eingesetzt. Diese beiden Beta-Blocker senken den Druck in der Pfortader, indem sie zu einer Erweiterung des Gefäßes führen.

Beta-Blocker als Kombinationspräparate

Beta-Blocker sind vielfach als Kombinationspräparate auf dem Markt. Kombinationspräparate vereinen in der Regel Beta-Blocker mit einem Entwässerungsmittel (Hydrocholorothiazid; HCT) und sind insbesondere bei der Bluthochdrucktherapie sinnvoll, da HCT blutdrucksenkend wird. Sie werden auch bei mittelgradiger bis schwerer Herzschwäche angewendet, wenn Wassereinlagerungen auftreten.

Aktualisiert: 09.01.2020
Autor*in: Susanne Köhler; überarbeitet: Dr. med. Jana Wittkowski

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