Deutschland setzt AstraZeneca Impfung aus

Wie auch andere Nationen setzt nun auch Deutschland die AstraZeneca-Impfungen gegen Corona aus. Nach vermehrten Problemen ohne direkten Zusammenhang mit der Impfung stoppten bereits einige Länder die Impfung.

Impfung © Getty Images/Andriy Onufriyenko

Jetzt auch Deutschland: Das Bundesgesundheitsministerium gab bekannt, die Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin auszusetzen. Grund dafür ist ein möglicherweise erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln im Kontext mit dem Vektor-Impfstoff. In Österreich traten nach einer Impfung bereits zwei Todesfälle auf. Ein direkter Zusammenhang wurde bisher ausgeschlossen, dennoch zeigten sich viele Länder skeptisch und vorsichtig.

AstraZeneca-Stopp: Grund sind mögliche Thrombosen

Auch Deutschland setzt die Corona-Schutzimpfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca vorerst aus. Nachdem neue Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Kontext mit AstraZeneca-Impfungen auftraten, sind laut dem Bundesgesundheitsministerium und dem Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen des Vakzins notwendig – AstraZeneca könnte womöglich das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen. Es ist allerdings noch nicht bekannt, ob sich die neuen Untersuchungen und deren Erkenntnisse langfristig auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Andere Länder stoppen Impfung früher

Nachdem Dänemark bereits vergangene Woche auf Blutgerinnsel im Zusammenhang mit AstraZeneca hinwies, stoppten auch andere EU-Länder wie Bulgarien, Irland und am Sonntagabend dann auch die Niederlande den Einsatz des Impfstoffs. Österreich, Estland, Lettland, Litauen und Luxemburg verzichteten auf die Nutzung einer bestimmten AstraZeneca-Charge. Italien und Rumänien stoppten zudem eine weitere Charge.

Spahn: "Wir müssen erst mal abwarten"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weist darauf hin, dass es sich beim vorläufigen Stopp der Impfung zuerst einmal nur um eine Vorsichtsmaßnahme handle. Auch im Zusammenhang mit Erst- und Zweitimpfung müssen allgemeine Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) abgewartet werden. Für bereits geimpfte Personen wird es nach den Untersuchungen der EMA weitere Empfehlungen und Schritte bezüglich der Zweitimpfung und des Impfstoffes geben.

Keine Informationen zu Impf-Engpässen

Auf die fachliche Empfehlung hin kann der Bundesgesundheitsminister noch keine Entscheidungen treffen oder Prognosen stellen. Das Aussetzen des Impfstoffes sei eine Vorsichtsmaßnahme, die offen und transparent kommuniziert werde.

Jeder Impfstoff, der nach jeweiligem Wissensstand überprüft und zugelassen ist, sei ein wichtiger Schritt aus der Pandemie.

Aktualisiert: 15.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin