Hirnvenenthrombose nach AstraZeneca-Impfung erkennen!

Forscher*innen der Universitätsmedizin Greifswald stellten bereits vergangene Woche die Ursache der Hirnvenenthrombose im möglichen Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung fest. So erkennt man die gefährliche Thrombose und so gehen Expert*innen dagegen vor.

Corona-Impfung © Getty Images/ Yulia Reznikov

Bereits nach den ersten Thrombosen begann die Zusammenarbeit zwischen dem Paul-Ehrlich-Institut und den Greifswalder Wissenschaftler*innen. Es wurden bereits mehrere Blutproben der Thrombose-Fälle zur Verfügung gestellt.

Nach Impfung setzt ein Abwehrmechanismus ein

Bei der ersten Analyse der Blutproben stellten die Forschenden eine übermäßige Aktivierung der Blutplättchen (Thrombozyten) fest. Der Mechanismus erfolgt eigentlich zur Wundheilung nach einer Verletzung, um die Wunde schneller zu verschließen.

Die Impfung könnte bei den betroffenen Patient*innen für diesen Vorgang verantwortlich sein.

Ein ähnlicher Vorgang ist auch bei einer medikamentösen Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Heparin bekannt. Als Nebenwirkung der sogenannten HIT-Mimicry können ebenfalls Thrombosen auftreten, wie sie auch im Zusammenhang mit AstraZeneca vorkommen.

Symptome einer möglichen Hirnvenenthrombose

Nach der AstraZeneca-Impfung empfiehlt es sich, auf Symptome und Nebenwirkungen zu achten und im Zweifelsfall eine*einen Ärztin*Arzt aufzusuchen.

Bekannte Nebenwirkungen einer Corona-Impfung treten meist in den ersten beiden Tagen nach der Impfung auf. Symptome einer möglichen Hirnvenenthrombose können dagegen eher fünf bis 15 Tage nach der Impfung auftreten. Mögliche Symptome einer Hirnvenenthrombose sind:

  • Punktförmige Einblutungen und/oder blaue Flecken auf der Haut
  • Starke Kopfschmerzen
  • Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühl in den Extremitäten oder im Gesicht
  • Sprachstörungen

Hirnvenenthrombose behandeln

Tritt eines oder mehrere der oben genannten Symptome mehrere Tage nach der Impfung auf, sollte eine*ein Ärztin*Arzt aufgesucht werden. Ein kurzer Check der Thrombozyten-Werte kann Gewissheit geben. Bei einer möglichen Sinusvenenthrombose können dann weitere Behandlungsmöglichkeiten eingeleitet werden.

Eine Behandlungsmethode ist aufgrund der schnellen Analyse durch die Forschenden bereits vorhanden. Betroffenen kann ein Wirkstoff gegen die Thrombose verabreicht werden, allerdings nicht präventiv zur Impfung.

Die Zusammenarbeit der Greifswalder Forscher*innen mit dem Paul-Ehrlich-Institut und Medizinern aus Österreich macht Hoffnung, die Ursache der möglichen Beschwerden im Ernstfall besser zu erkennen und eventuelle Folgen möglichst schnell zu beheben.

Aktualisiert: 23.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin