Herzmuskelentzündung – Fußballprofi Alphonso Davies betroffen!

Auch Profifußballer sind vor den Folgen von COVID-19 nicht gefeit. Nach seiner überstandenen Corona-Infektion konnte Bayernspieler Joshua Kimmich erst nach einer längeren Pause auf den Platz zurückkehren. Mit Teamkollege Alphonso Davies leidet der nächste Spieler möglicherweise an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Der Flügelspieler fällt mit einer Herzmuskelentzündung aus.

Alphonso Davies am Ball
© Getty Images/Alexander Hassenstein / Staff

Besonders im Spitzensport ist der Körper das wichtigste Kapital. Verletzungen und Erkrankungen können Sportler*innen zu Zwangspausen verpflichten. Der ungeimpfte Joshua Kimmich litt nach der Corona-Infektion an einer Infiltration der Lunge – bei Teamkollegen Alphonso Davies wurde eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert, eine mögliche Folge von COVID-19.

Herzmuskelentzündung nach überstandener COVID-19-Erkrankung

Die Herzmuskelentzündung, auch Myokarditis genannt, wurde bei dem Fußballspieler im Rahmen einer Kontrolluntersuchung nach einer Corona-Erkrankung erkannt. Ärzt*innen empfehlen bei einer Herzmuskelentzündung eine Sportpause von drei bis sechs Monaten.

Neben Alphonso wurde auch der Berliner Torhüter Rune Jarstein zur Pause gezwungen. Der Spieler von Hertha BSC Berlin erkrankte im Frühling schwer an COVID-19 und litt infolgedessen ebenfalls an einer Myokarditis. Seit Oktober kann Rune Jarstein wieder mit der Mannschaft trainieren.

Eine Myokarditis tritt in der Regel akut infolge von Infekten oder Erkältungen auf. Auch im Rahmen der Corona-Infektion werden vermehrt Herzmuskelentzündungen registriert.

Die Erreger befallen das Muskelgewebe des Herzens, dringen in die Zellen ein und können das Muskelgewebe angreifen und im schlimmsten Fall zerstören.

Oft wirkt das Immunsystem der Entzündung entgegen, ist dies aber nicht der Fall oder wird die Entzündung übersehen, kann sie schwere gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod nach sich ziehen.

Wer an einer Corona-Infektion, einem viralen Infekt oder einer Erkältung erkrankt ist, sollte sich ruhig verhalten, Sport und körperliche Anstrengung meiden und erst nach ärztlicher Rücksprache langsam mit der Belastung starten.

Wie Sie eine Myokarditis erkennen und welche Anzeichen und Symptome darauf hinweisen, erfahren Sie hier:

Was ist eine Infiltration der Lunge?

Bei einer Infiltration der Lunge, auch pulmonale Infiltration genannt, setzen sich Entzündungszellen oder Tumorzellen im Lungengewebe fest.

Die Lungeninfiltration deutet auf eine akute Entzündung hin oder kann nach einer überstandenen Infektion auftreten. Sie sorgt für einen verschlechterten Gasaustausch im betroffenen Lungenabschnitt.

Diagnostik der Infiltration der Lunge:

  • verstärktes Atemgeräusch beim Abhören der zentralen Atemwege (Bronchialatmen)
  • rasselnde Geräusche
  • positiver Stimmfremitus (Lungenuntersuchung, bei welcher beim Abtasten die Weiterleitung tieffrequenter Töne geprüft wird)
  • verstärkte Bronchophonie (Abhören von Zischlauten, zur Lungenkontrolle)

Eine Infiltration der Lunge kann auch mittels bildgebender Verfahren wie Röntgen des Brustkorbs (Thorax) oder einer Computertomographie erfolgen.

Folgeschäden in der Lunge sorgen für Leistungseinbußen

Erste Studien zu den Folgen einer Corona-Infektion zeigen, dass die Lunge neben weiteren Organen stark von SARS-CoV-2 in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Betroffene klagten noch zwei Monate nach der Erkrankung über Atemnot und Husten. Grund hierfür kann eine gestörte Sauerstoffaufnahme sein. Forschende beobachten zudem Veränderungen der Lungenstruktur und lang andauernde Infiltrationen der Lunge, welche für die verminderte Sauerstoffaufnahme verantwortlich sein könnten.

Bei Spitzensportler*innen wirkt sich eine Störung des Gasaustauschs besonders auf die Leistungsfähigkeit im Wettkampf aus und kann diese enorm einschränken. Zudem sind weitergehende gesundheitliche Folgen zu beachten. Durch die Lungenschäden könnte auch der rechte Teil des Herzens auf Dauer überlastet werden.

Spitzensportler*innen stehen meist unter intensiver Beobachtung und arbeiten eng mit Sportmediziner*innen zusammen. Doch auch Personen, die nur als Hobby Sport betreiben, sollten nach einer COVID-19-Erkrankung ärztliche Rücksprache halten.

Um schwere COVID-19-Verläufe und das Risiko von Long-COVID zu reduzieren, raten Fachleute zur Corona-Impfung, da auch Spitzensportler*innen und gesunde Menschen schwer an COVID-19 erkranken können.

Aktualisiert: 14.01.2022 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin