Long-COVID bei Kindern: Symptome und Anzeichen

Das Coronavirus hat nicht nur einen akuten Einfluss auf die Gesundheit der Betroffenen. Auch die Langzeitfolgen von COVID-19 bereiten vielen Patient*innen nach der Erkrankung große Probleme. Obwohl eine Corona-Infektion bei Kindern meist unbemerkt bleibt, können auch diese von Long-COVID betroffen sein.

Krankes Kind © Getty Images/Narisara Nami

Eine Corona-Infektion macht sich bei Kindern und Jugendlichen nur selten bemerkbar, dennoch können infolge der Erkrankung Probleme auftreten. In seltenen Fällen leiden auch Kinder an einer besonderen Form von Long-COVID.

Corona-Langzeitfolgen bei Kindern: Symptome und Anzeichen

Bereits nach der ersten Corona-Welle zeigten sich die Langzeitfolgen von COVID-19 meist bei Erwachsenen. Doch auch bei Kindern wurde zu diesem Zeitpunkt bereits Long-COVID festgestellt. Weitere Studien wiesen ebenfalls auf die schädlichen Langzeitfolgen hin.

Die Symptome, die bei Kindern nach einer Corona-Infektion auftreten können, werden als multisystemisches Entzündungssyndrom (MIS) bezeichnet. Die Anzeichen sind:

  • Schmerzen in der Brust
  • Entzündungen
  • Myokarditis (Herzbeutelentzündung)
  • Fieberschübe
  • Blutdruckabfall
  • Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue-Syndrom, ME/CFS)
  • Depressionen
  • Magen-Darm-Probleme
  • Hautausschläge
  • Bindehautentzündung
  • Schlafstörungen
  • Sensorische Probleme

Die Kinder leiden besonders häufig (90 Prozent) unter Fieber, Magen-Darm-Problemen, Hautausschlägen und Bindehautentzündungen.

Weitere Symptome waren Blutdruckabfall (60 Prozent) und plötzlicher Schock (40 Prozent), zudem wurden bei einem Drittel der Patient*innen Herzprobleme festgestellt.

Besonders bei Kindern über vier Jahren zeigten sich die Symptome. Dabei war die Altersgruppe der 6- bis 11-Jährigen besonders betroffen, auch bei den 12- bis 18-Jährigen machte sich Long-COVID bemerkbar. Dennoch können auch jüngere Kinder unter den Langzeitfolgen leiden.

Für Kinder und Jugendliche mit einer allergischen Vorgeschichte könnte zudem ein höheres Risiko bestehen, an Long-COVID zu erkranken.

Immunreaktion möglicherweise für Long-COVID bei Kindern verantwortlich

Da die Entzündungen meist in wellenartigen Schüben auftraten und sich meist einen Monat nach der Corona-Infektion bemerkbar machten, gehen Forscher*innen von einer Antwort des Immunsystems aus.

Die Forschung zu diesem Thema dauert weiter an. Da für einen Teil der untersuchten Fälle MIS ohne Labornachweis einer COVID-Infektion diagnostiziert wurde und der Kontakt zu einer infizierten Person ausreichte, ist diese Annahme noch nicht vollständig bewiesen. Weitere Daten beziehen sich jedoch auf Kinder, infolge einer nachgewiesenen COVID-Infektion hospitalisiert waren und danach Symptome von Long-COVID aufwiesen.

Weil eine Corona-Infektion ebenfalls oftmals die beschriebenen Symptome auslösen kann, gehen manche Wissenschaftler*innen zudem von einer langwierigen Corona-Infektion und deren Symptomen aus.

Auch deshalb weisen pädiatrische Fachgesellschaften darauf hin, die Symptome als Teil der Infektion und nicht separat zu betrachten.

Aktualisiert: 15.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin