Corona-Impfung: Immunkranke oft ohne Antikörper

Immunkranke Menschen bilden nach der Corona-Impfung mit BioNTech/Pfizer oft keine Antikörper. Nach Auswertungen der Uniklinik Erlangen ist jeder Zehnte betroffen.

Frau erhält Corona-Impfung © Getty Images/Halfpoint Images

Bei Autoimmunerkrankungen kommt es zu Fehlsteuerungen des Immunsystems. Körpereigene Strukturen, Zellen und Organe können durch Abwehrzellen angegriffen werden. Um dies zu verhindern, nehmen Betroffene oft ihr Leben lang Immunsuppressiva ein.

Autoimmunerkrankung und Impfung: Schutz bleibt aus

Jede*r zehnte Immunkranke entwickelte nach der mRNA-Impfung mit BioNTech/Pfizer keine Antikörper gegen Sars-CoV-2. Grund dafür seien allerdings nur selten die Immunsuppressiva der Patient*innen. Vielmehr sei die chronische Entzündung des Immunsystems selbst dafür verantwortlich. Betroffene leiden zudem weniger oft an Impfreaktionen wie Kopfschmerzen oder grippeähnlichen Symptomen.

Fachleute empfehlen daher, bei Personen mit bekannten Autoimmunerkrankungen zwei bis drei Wochen nach der Zweitimpfung die Menge der Antikörper zu messen.

Die Möglichkeit einer dritten Impfung mit einem anderen Impfstoff, beispielsweise einem Vektor-Impfstoff, sollte mit dem*der zuständigen Arzt*Ärztin abgeklärt werden.

Häufige Autoimmunerkrankungen sind:

Besonders für Angehörige von Autoimmunkranken empfiehlt sich die Corona-Impfung, um das Infektionsrisiko im persönlichen Umfeld des Betroffenen zu reduzieren.

Drittimpfung: Weitere Risikogruppen betroffen

Nicht nur Immunkranke bilden nach der Corona-Impfung weniger oder keine Antikörper, auch bei anderen Impflingen bleiben eine ausreichende Reaktion des Immunsystems aus. Besonders betroffen sind:

  • Krebspatient*innen: Betroffene erhalten oftmals Medikamente, die die Zellteilung der Krebszellen verlangsamen. Infolgedessen arbeiten auch die Immunzellen, welche Antikörper bilden, langsamer. Nach einer starken Chemotherapie entwickeln Krebspatient*innen oftmals keine oder nur wenige Antikörper.
  • Patient*innen mit einer Organtransplantation: Um ein Abstoßen des fremden Organs zu verhindern, können auch hier verschiedene Medikamente die Reaktion des Immunsystems abschwächen.
  • Ältere Menschen: Da bei älteren Personen die Fähigkeit des Immunsystems, Antikörper aufzubauen, abnehmen kann, ist auch bei dieser Gruppe trotz Impfung der Antikörperspiegel gering oder sinkt schneller.

Besonders im Hinblick auf neue Virusvarianten und steigende Infektionszahlen im Herbst empfehlen sich besonders für diese Risikogruppen Booster-Impfungen. Auch Impfstofflieferanten und Politiker*innen planen Drittimpfungen bereits ein.

Aktualisiert: 27.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin