Corona-Impfstoff ab 12 Jahren zugelassen – eingeschränkte STIKO-Empfehlung

Die Impfkampagne ist in Deutschland in vollem Gange – ebenso die Diskussion, auch Kinder und Jugendliche zeitnah gegen Corona zu impfen. Bund und Länger haben sich darauf geeinigt, dass mit dem Ende der Impfpriorisierung auch Kindern und Jugendlichen ein Impfangebot gemacht werden soll. Die STIKO hat nun eine Empfehlung ausgesprochen – aber nur für eine bestimmte Gruppe.

Jugendlicher erhält Impfung © Getty Images/Westend61

Inzwischen wurde der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ab 12 Jahren in Europa zugelassen – damit ist er der erste, der für Kinder und Jugendliche infrage kommt. Auch andere Hersteller führen Impf-Studien mit Kindern und Jugendlichen durch, bei denen die Wirksamkeit und vor allem Sicherheit der Impfstoffe für junge Menschen überprüft werden soll. Diese Zulassungserweiterung ist ein wichtiger Schritt hin zur Impfung von Jüngeren.

Kontroverse Diskussion um Impfung von Kindern und Jugendlichen

Nach Abwägen des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von Impfungen spricht in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) vom Robert Koch-Institut (RKI) entsprechende Empfehlungen für die Bevölkerung aus. Kürzlich hat die STIKO eine Empfehlung zur Corona-Impfung von Kindern ausgesprochen – allerdings nicht generell für alle. Vielmehr empfiehlt sie die Impfung nur für Kinder mit Vorerkrankungen wie Adipositas, chronische Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, Herzfehler und Trisomie 21. Sie alle gehen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf einher.

Als Begründung gegen eine Impfempfehlung wird immer wieder ins Feld geführt, dass Kinder und Jugendliche überwiegend nicht schwer an COVID-19 erkranken. Vielmehr soll der Fokus darauf liegen, ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen zu schützen, die ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben.

Außerdem scheinen bislang bekannten Untersuchungen zufolge Kinder im Kita- und Grundschulalter das Infektionsgeschehen nicht maßgeblich voranzutreiben. Vielmehr können sie indirekt geschützt werden, indem mit der Zeit eine ausreichende Menge der Erwachsenen gegen Corona geimpft ist und das Infektionsgeschehen dadurch stetig abnimmt.

Darum gibt es keinen Corona-Impfstoff speziell für Kinder

Die Sicherheit der Studienteilnehmer steht bei jeder klinischen Studie an erster Stelle – das gilt vor allem für junge Menschen. Deshalb werden aus ethischen Gründen in der Regel keine Studien mit neuen Wirkstoffen wie den Corona-Impfstoffen an Kindern durchgeführt. Das gilt übrigens auch für schwangere und stillende Frauen.

Normalerweise darf ein Wirkstoff oder ein Impfstoff erst dann an Kindern und Jugendlichen getestet werden, wenn bereits positive Ergebnisse aus Studien mit Erwachsenen vorliegen. Meistens finden solche Studien sogar erst dann statt, wenn der Impfstoff oder das Medikament bereits für Erwachsene zugelassen ist oder kurz davorsteht.

Genau das ist bei den bereits verfügbaren Corona-Impfstoffen nun der Fall – aufgrund der globalen Bedeutung der Pandemie finden die Studien zur Sicherheit bei Kindern bereits jetzt statt.

Aktualisiert: 14.06.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin