Corona: starkes Immunsystem schützt Kinder

Kinder können sich zwar ebenfalls mit SARS-CoV-2 infizieren und die Krankheit weitergeben – schwere Corona-Verläufe sind bei Kindern und Jugendlichen allerdings selten. Den Grund liefern Expert*innen: Ihre Immunabwehr der oberen Atemwege ist aktiver als bei Erwachsenen.

Kind erhält Corona-Test
© Getty Images/ Juanmonino

Um die Ursache der verbesserten Immunabwehr bei Kindern und Jugendlichen zu finden, verglichen Expert*innen Proben der oberen Atemwege, speziell der Nasenschleimhaut, von 42 Kindern und 44 Erwachsenen.

Corona bei Kindern: Immunsystem deutlich aktiver

Insgesamt wurden 268.745 Zellen der Proband*innen analysiert. Dabei kam heraus, dass die Immun- und Epithelzellen der Nasenschleimhaut von gesunden Kindern bereits für den Kampf gegen SARS-CoV-2 gewappnet waren.

Denn das Frühwarnsystem der Kinder war insgesamt aktiver und erkannte die Krankheit schneller als das Immunsystem der Erwachsenen. So funktioniert es: Für eine schnelle Reaktion des Immunsystems müssen sogenannte Mustererkennungsrezeptoren aktiviert werden. Diese erkennen die Ribonukleinsäure (RNA) des Virus, also genetisches Material – das Immunsystem produziert dann spezielle Interferone, eine bestimmte Art von Proteinen, welche sich gegen die Erkrankung richten.

Bei Erwachsenen hingegen sorgt das Virus meist für einen Überraschungseffekt, was eine geringere Immunantwort gegen SARS-CoV-2 nach sich zieht. Die Folge: Das Virus kann sich leichter in der Zelle vermehren.

Eine Untersuchung im Labor infizierter Lungenepithelzellen zeigte, dass besonders die Anzahl der Mustererkennungsrezeptoren über das Tempo der Immunantwort entscheidet und infolgedessen auch darüber wie schnell infizierte Zellen auf eine Infektion reagieren können.

Die höhere Zahl der produzierten Interferonzellen könnte demnach ein Grund für die geringere Viruslast in den ersten Infektionstagen von Kindern sein.

Aktualisiert: 23.08.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin