Achtung: So leidet die Kinderpsyche unter Corona

Kinder und Jugendliche haben seit fast einem Jahr mit dem Lockdown zu kämpfen – und das bleibt nicht ohne Folgen. Wie wirkt sich das auf das Wohlbefinden des Nachwuchses aus?

Kind im Lockdown © Getty Images/ Imgorthand

Die Corona-Krise hat mit Kontaktbeschränkungen und Lockdowns einen enormen Einfluss auf das tägliche Leben. Besonders Arbeitnehmer, Selbstständige und ältere Personen sind von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen. Doch auch die Kleinsten leiden unter Lockdown und Homeschooling. Keine regelmäßigen Schulbesuche, Sporttrainings oder Musikgruppen – auch für Kinder und Jugendliche ist die Situation eine Belastung, zwar anders als für Erwachsene, aber auch die kindliche Psyche ist betroffen.

Seelische Belastung von Kindern und Jugendlichen während Corona

Lockdown und Homeschooling schlagen besonders Kindern und Jugendlichen auf den Magen. Dies zeigt sich in verschiedenen Lebensbereichen. So wirkt sich COVID-19 auf das Wohlbefinden der Kinder aus:

  • Psychische Auffälligkeiten bei jedem dritten Kind: Psychische Auffälligkeiten bei Kindern spiegeln sich besonders in Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Angststörungen und kurzen depressiven Phasen in Form von Traurigkeit und Besorgnis wider.
  • Verschlechtertes Gesundheitsverhalten: Während der Medienkonsum der Kinder und Jugendlichen während der Krise deutlich zunimmt, sinkt gleichzeitig die sportliche Aktivität. Zudem nimmt der Verzehr von Süßigkeiten während der Pandemie zu.

Auch in anderen Ländern zeigen sich deutliche Belastungsstörungen von Kindern sowie depressives Verhalten. Auch das Wechselspiel zwischen Homeschooling und Schulbesuch und der seelische Zustand der Eltern haben einen Einfluss auf die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen.

Corona-Blues entgegenwirken: Tipps und Tricks für Eltern

Diese Tipps helfen gegen den Corona-Blues:

  1. Raus an die frische Luft: Kinder und Jugendliche leiden besonders an den mangelnden Sportangeboten in der Schule oder in Vereinen. Bewegung und Sport fördern allerdings einen gesunden Lebensstil und soziales Verhalten. Zudem begünstigt ausreichend körperliche Aktivität einen gesunden und erholsamen Schlaf. Der Besuch von Spielplätzen, Radtouren oder Ballspiele auf Wiesen, in Parks oder im Garten lenken vom Alltag ab. Tipp: Viele Sportvereine bieten virtuell Trainings oder Aufgaben für die Kinder an.
  2. Gesund und regelmäßig essen: Um dem Nachwuchs auch während des Lockdowns einen geregelten Tagesablauf zu gewähren, sollte regelmäßig und gesund gekocht werden. Besonders abends sollte mit der ganzen Familie gegessen werden. Kinder und Jugendliche dürfen gerne in den Prozess eingebunden werden, das fördert das Beisammensein und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln.
  3. Soziale Kontakte und Freundschaften aufrechterhalten: Trotz Social Distancing und Kontaktbeschränkungen sollten Kinder und Jugendliche soziale Kontakte mit Freunden und Verwandten aufrechterhalten. Videotelefonie, Textnachrichten und Telefonate können hierbei helfen. Organisieren Sie virtuelle Spieleabende oder treffen Sie sich mit Abstand im Park.

Die Pandemie ist weder für Eltern noch für Kinder und Jugendliche leicht. Wichtig ist eine offene Kommunikation in der Familie, um gemeinsam Lösungen zu finden. Besonders Jugendlichen in der Pubertät sollte trotz Corona manchmal auch der nötige Freiraum gegeben werden. Zudem empfiehlt sich die Absprache mit anderen Eltern, Lehrern oder Vereinstrainern.

Aktualisiert: 25.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin