Aktuelle Corona-Lage: Gesundheitssystem bald am Limit

Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler äußern sich in der Pressekonferenz zur dritten Welle, steigenden Infektionszahlen und den aktuellen Impfzahlen. Der Corona-Marathon sei noch nicht zu Ende.

Jens Spahn © Getty Images/Pool / Auswahl

Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler warnen weiter vor Virus-Mutationen und steigenden Inzidenzzahlen. Wichtig seien weiterhin Achtsamkeit und Einhaltung der AHA-Regeln.

Testpflicht ab Montagnacht für Flugreisen

Die neue Einreiseverordnung tritt ab 30. März 00:01 Uhr in Kraft. Für Flugreisen nach Deutschland muss vor Abflug ein negativer Test vorgezeigt werden. Die soll die Ausbreitung des Virus in Deutschland stoppen und Reisegäste schützen. Ein negativer Antigen-Schnelltest ist ausreichend.

Mutation B.1.1.7 weiter auf dem Vormarsch

Die Virusvarianten verfügen über weitere biologische Eigenschaften. Die Ansteckungsgefahr kann bis zu 70 Prozent höher liegen, dies beschleunigt ein exponentielles Wachstum. Zudem führt die britische Virus-Mutation zu schweren Infektionsverläufen, was das Gesundheitssystem und Krankenhäuser bereits Ende April an ihre Grenzen bringen kann.

Beispiele aus Israel und Großbritannien zeigen, dass auch vermehrte Impfungen die steigenden Inzidenzzahlen nicht reduzieren können.

Impffortschritt: 15 Millionen Impfdosen zu erwarten

Bisher seien 10 Prozent der deutschen Bevölkerung mit zirka 12 Millionen Impfdosen geimpft. Es sollen weitere 15 Millionen folgen und kein Impfstoff verschenkt werden. Auch Arztpraxen sollen ab April einsteigen, während Impfzentren weiter parallel impfen.

Besonders die zweite Gruppe mit hoher Priorität soll schnellstmöglich geimpft werden, da diese Personengruppen Menschen im öffentlichen Dienst mit viel Kontakt beinhalten und es sich hierbei auch um eine hohe Personenzahl handle.

Erste Impferfolge zeigen sich bereits im Bereich der 80-Jährigen. Die Inzidenz in dieser Altersstufe sei bereits deutlich gesunken.

RKI-Chef Wieler appelliert, Corona-Regeln einzuhalten

Der Chef der Robert Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler weist zudem darauf hin, alle Angebote, die helfen können, das Virus einzudämmen, zu nutzen. Darunter zählen die Corona-Warn-App, kostenlose Schnelltests sowie vorgeschriebenen AHA-Regeln und das Tragen von FFP2-Masken.

Kontakt während der Osterfeiertage sollte nur im engsten Kreis stattfinden, wenn möglich mit Abstand im Freien. Er fügt zudem an, dass das Virus einerseits bereits ohne Symptome übertragbar ist und Personen mit Erkältungssymptomen unbedingt einen*eine Arzt*Ärztin informieren sollten. Auch ein negativer Selbsttest bei Symptomen würde keine ausreichende Sicherheit garantieren.

Aktualisiert: 26.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin