Corona-Test an Arbeitsplätzen und Schulen: So effektiv sind Selbsttests

Mit der Testpflicht an Arbeitsplätzen und Schulen stellt sich die Frage, wie sinnvoll und effektiv die Corona-Schnelltests sind und wie leicht diese durchzuführen sind. Mehr zu den verschiedenen Corona-Tests und deren Durchführung erfahren Sie hier.

Kind macht Corona-Selbsttest © Getty Images/ Andrew Aitchison / Kontributor

In Kitas, Schulen und an Arbeitsplätzen soll zweimal die Woche ein Corona-Selbsttest durchgeführt werden. Meist kommt der Corona-Test für die Nase zum Einsatz, es gibt allerdings Alternativen. So sicher sind die Schnelltests und diese Tests gibt es.

Wie sicher sind die Corona-Schnelltests für zu Hause?

Die Selbsttests für zu Hause stimmen im Ablauf und den Testergebnissen mit den bisher bekannten Schnelltests überein. Obwohl das Wattestäbchen bei nasalen Tests nicht so tief in die Nase geschoben werden muss wie beispielsweise beim PCR-Test, sind die daraus resultierenden Ergebnisse identisch mit der Durchführung durch medizinisches Personal.

Fehler können allerdings besonders bei falscher Ausführung der Tests auftreten, was die Aussagekraft der Selbsttests beeinflussen und einschränken kann. Zudem benötigen die Schnelltests für zu Hause eine höhere Virenanzahl, um einen positiven Befund anzuzeigen. Im frühen Stadium oder Endstadium einer Corona-Erkrankung könnte der Test trotz Erkrankung fälschlicherweise negativ ausfallen.

Grundsätzlich sind Antigen-Schnelltests aus Testzentren und für zu Hause weniger zuverlässig als die PCR-Tests. Dabei spielen zwei Werte eine entscheidende Rolle.

  • Sensitivität: Anteil der Infizierten mit positivem Testergebnis. Für eine gültige Sensitivität sollten mindestens 80 Prozent der positiv getesteten Personen erkannt werden.
  • Spezifität: Zahl der Nicht-Infizierten mit korrektem Ergebnis. Mindestens 97 Prozent müssen ein negatives Test-Ergebnis erhalten.

Alle bisher zugelassenen Tests weisen eine Spezifität von 98 Prozent auf, was zu falschen positiven Ergebnissen führen kann. Dies muss in Folge durch einen PCR-Test kontrolliert und bestätigt werden. Die Sensitivität der Selbsttests für Laien liegt bei 95 Prozent.

Bisherige Studien weisen zwar die Wirksamkeit der Selbsttests sowie der Schnelltests nach. Doch erst eine zunehmende Nutzung kann zeigen, wie sicher die Schnelltests für Laien im Alltag sind und wie zuverlässig und verantwortungsbewusst die Bevölkerung mit den Ergebnissen der Schnelltests umgeht. Trotz negativer Testergebnisse gilt es weiterhin, Masken zu tragen und die AHA-Regeln einzuhalten.

Diese Arten von Corona-Selbsttests gibt es und so funktionieren sie

Anstelle des unangenehmen PCR-Tests sind die Corona-Selbsttests für zu Hause deutlich komfortabler durchzuführen und eignen sich daher auch besser für Kinder und Jugendliche. So sehen die Corona-Schnelltests aus.

Test in Schulen und Büros: Der Selbsttest mit Wattestab

Der Selbsttest mit dem Wattestab erfolgt ähnlich wie die PCR-Tests:

  • Der Wattestab sollte bis zu zwei Zentimetern tief in der Nase fünfmal gedreht werden.
  • Der Wattestab wird in die dazugehörige Flüssigkeit gegeben und diese auf den dazugehörigen Teststreifen getropft.
  • Das "C" auf dem Teststreifen steht für "Control". Die Linie auf Höhe des Buchstaben "C" zeigt an, dass der Test gültig ist.
  • Das "T" steht für Testlinie. Erscheint nach 15 bis 30 Minuten keine weitere Linie bei "T", ist der Test negativ. Bei einer Linie an dieser Stelle ist der Corona-Test positiv.

Bei einem positiven Testergebnis sollte zur Bestätigung ein PCR-Test durchgeführt und das Gesundheitsamt informiert werden.

Die meisten der vom Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) zugelassenen Tests für zu Hause gibt es in Form des Nasenabstrichs.

Lollipop-Test: Einfache Test-Alternative für Schulen und Kitas

Dieser Test wird besonders Kindern und Senioren empfohlen, da er leicht und angenehm durchzuführen ist:

  • Den Tupfer des Tests 90 Sekunden lang im vorderen Mundbereich hin und her bewegen. Der Tupfer sollte die Flüssigkeit an verschiedenen Stellen aufnehmen.
  • Den Lollipop-Teststab nach 90 Sekunden aus dem Mund nehmen. Hat der Tupfer ausreichend Speichel aufgenommen, färbt er sich blau.
  • Der Speichelabstrich wird in den zugehörigen Testkassettenhalter gegeben und nach unten gedrückt.
  • Nach 15 Minuten wird das Testergebnis angezeigt. Früheres oder späteres Ablesen kann zu verfälschten Ergebnissen führen.

Selbsttest: Erst gurgeln, dann spucken

Beim Gurgeltest wird die Test-Lösung (meist Kochsalzlösung) circa 20 Sekunden im Mund gegurgelt, um die Keime der Mundschleimhaut zu lösen. Lösung in Röhrchen spucken. Die Auswertung soll ähnlich wie beim Nasenabstrich erfolgen.

Probleme bei Corona-Selbsttest

Wie jeder Corona-Test sind auch Selbsttests nur Momentaufnahmen. Diese sollten nicht als Freifahrtschein in die Normalität zählen. Zudem müssen Schnelltests gründlich und sorgfältig durchgeführt werden, da sie für ein valides Testergebnis größere Mengen an Viren benötigen.

Wie reagiert man bei einem positiven Selbsttest?

Bei einem positiven Corona-Selbsttest für zu Hause sollte man wie folgt reagieren:

  • Sich selbst in Quarantäne begeben und Abstand zu Personen im Haushalt halten.
  • Hausarzt oder Gesundheitsamt kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzuklären.
  • Zur Bestätigung des Ergebnisses sollte zudem ein PCR-Test durchgeführt werden.

Bitte beachten: Auch ein negatives Testergebnis ist nur eine Momentaufnahme und kann deshalb nicht garantieren, dass Sie nicht doch infiziert sind.

Kostenfrage der Corona-Selbsttests ungeklärt

Selbsttests für zu Hause gibt es im öffentlichen Handel zu kaufen, allerdings sind diese aufgrund der hohen Nachfrage meist und schnell ausverkauft.

Daher empfiehlt es sich das Angebot von regionalen Testzentren oder Apotheken zu nutzen und dort vor Ort einen Schnelltest durch medizinisches Personal durchführen zu lassen. Es besteht Anspruch auf einen kostenlosen Test pro Woche.

Als Vorbild könnte hierbei Österreich dienen, dort werden seit Anfang März pro Person fünf kostenlose Selbsttests im Monat zur freien Verfügung gestellt, die Kosten übernimmt der Staat.

Da die Übertragung der Coronaviren besonders in geschlossenen Räumen sehr hoch ist, empfiehlt es sich, wenn möglich, im Home Office zu arbeiten. Ab Mitte April sollen Corona-Tests für Mitarbeiter im Büro verpflichtend sein, die Unternehmen müssen Tests nach jetzigem Stand selbst finanzieren.

Aktualisiert: 13.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin