Corona-Test mit neuester Technik: Gesichtsmaske erkennt Virus in Atemluft

Zu Beginn der Pandemie waren PCR-Tests sehr gefragt und kaum verfügbar. Mittlerweile werden Antigen-Schnelltests in Testzentren und Apotheken angeboten. Corona-Tests gehören in vielen Schulen und Betrieben inzwischen zum Alltag. Forscher*innen aus den USA haben jetzt eine neue Möglichkeit entwickelt, um Personen auf Corona zu testen: Eine Gesichtsmaske kann Erreger und Toxine in der Atemluft erkennen. Mehr dazu lesen Sie hier.

FFPP2 Maske auf blauem Hintergrund © Getty Images/ peterschreiber.media

So funktioniert die Gesichtsmaske, die Viren in der Atemluft erkennt.

Corona-Test mit Atemmaske genauer als Antigen-Schnelltest

Die beiden US-Forscher Peter Nguyen und Luis Soensksen aus Cambridge haben einen weiteren und angenehmen Corona-Test entwickelt. Die Gesichtsmaske ähnelt optisch einer FFP2-Maske, einzig ein roter Knopf macht den Unterschied.

Auf Knopfdruck wird auf der Innenseite der Maske ein Wasserreservoir geöffnet, welches eine chemische Reaktion startet. Diese läuft in drei Stufen ab:

  1. Viren werden in einer Sammelkammer gefiltert und in der ersten Reaktionskammer mit dem Wasser in Verbindung gebracht. Bei diesem Vorgang wird die Virushülle zerstört.
  2. In der zweiten Kammer wird ein Teil der Erbinformation des Virus (RNA) freigesetzt. In der Kammer befindet sich ein Enzym, welches bestimmte Abschnitte der RNA kopiert. Wissenschaftler*innen bezeichnen diesen Vorgang auch als isotherme Reaktion.
  3. Das Wasser transportiert die kopierten Abschnitte in die dritte Kammer, wo sich ein spezielles chemisches System, von den Forschern SHERLOCK genannt, befindet. SHERLOCK wird durch die Kopien aktiviert und produziert einen Fluoreszenzfarbstoff. Diese Art von Farbstoff kann beispielsweise aus verschiedenen Aminosäuren bestehen und wird durch das in Sonnenstrahlen enthaltene UV-Licht aktiviert. In der Folge wird eine Farbreaktion ausgelöst, welche darauf hinweist, ob sich im Vlies der Gesichtsmaske Coronaviren befinden.

Um ein ausreichendes Ergebnis zu erzielen, müssen im Testzeitraum zirka 1 Million bis 10 Millionen Viren gefiltert werden. Bei einem*einer Infizierten ist dies allerdings kein Problem, da diese*r etwa 1.000 bis 10.0000 Viren in der Minute ausatmet.

Die gesamte Reaktion benötigt zirka 90 Minuten. Der Test ist somit zwar langsamer als bisherige Antigentests, allerdings ist er fast so genau wie ein PCR-Abstrich.

Im Gegensatz zum PCR-Test ist die Anwendung angenehmer sowie leichter durchzuführen und würde schneller zu Ergebnissen führen.

Corona-Test – schnell und sicher: Vorteile der Maske

Basis der Atemmaske ist das Konzept eines Nachweistests für Ebola und andere Viren. Aufgrund der vielen Vorteile wurde sie erstmals für Corona entwickelt:

  • Die Maske ist leicht zu bedienen, der Test läuft nach dem Knopfdruck von selbst ab.
  • Der Tragekomfort der Maske wird nicht gestört, da die Vorrichtung nur zirka 3 Gramm wiegt.
  • Die Masken können trocken und bei Raumtemperatur über einen längeren Zeitraum gelagert werden.
  • Das Ergebnis könnte mittels einfacher Technik an Mobiltelefone gesendet werden.

Die beiden Forscher haben sich diese Technik bereits patentieren lassen und stehen in engem Kontakt mit Maskenproduzenten.

Aktualisiert: 30.06.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin