Vitamin D: Schützt es vor Covid-19?

Vitamin D kann sich positiv bei Knochenproblemen, Diabetes, Krebs und Bluthochdruck auswirken. Auch bei Corona soll Vitamin D helfen, doch wie wirkt Vitamin D bei Covid-19?

Vitamin-D-Tabletten bei Corona © Getty Images/ namaki

Vitamin D hat immunregulatorische Eigenschaften. Damit ist es für die Funktion unseres Immunsystem von entscheidender Bedeutung. Kann sich Vitamin D deshalb auch positiv auf den Schutz vor einer Corona-Infektion und den Krankheitsverlauf bei COVID-19 auswirken?

Vitamin D: Das Gesundwunder bei Corona?

Im Kontext von Vitamin D und SARS-CoV-2 werden aktuell viele Studien durchgeführt und deren Ergebnisse präsentiert. Besonders im Zusammenhang mit Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln wird Vitamin D eine positive Wirkung zugesprochen – bisher ist aber nicht wissenschaftlich erwiesen, ob die Einnahme von Vitamin D während einer Corona-Erkrankung oder zur Prävention einer solchen helfen kann.

Senkt Vitamin D das Corona-Infektionsrisiko?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat auf ihrer Website die Ergebnisse verschiedener Studien, die sich mit einem möglichen Zusammenhang zwischen dem gemessenen Vitamin-D-Wert und einer Infektion mit dem Coronavirus sowie der Schwere des Krankheitsverlaufs befasst haben, zusammengestellt. Die Studien stammten aus Großbritannien, Spanien, den USA und der Schweiz.

Auf Basis der Studienergebnisse erkennt die DGE nur einen potenziellen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und einem erhöhten Risiko, an COVID-19 zu erkranken. Ob Vitamin D aber tatsächlich das Infektionsrisiko senken kann, lässt sich anhand der Studien nicht feststellen. Daher rät die DGE grundsätzlich von einer Supplementation von Vitamin D ohne Absprache mit dem Hausarzt ab.

Wie wirkt Vitamin D bei einer Corona-Erkrankung?

Auch hinsichtlich des Verlaufs und der Sterblichkeit bei einer COVID-19-Erkrankung sind keine ausreichenden Erkenntnisse und Beweise für die positive Wirkung von Vitamin D vorhanden. Mehrere Studien weisen zwar auf einen möglichen Zusammenhang hin, weitere wichtige Parameter wie Übergewicht, Alter und Vorerkrankungen wurden in den Studien allerdings nicht berücksichtigt. Diese Faktoren haben jedoch ebenso Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Das Robert Koch-Institut (RKI) und das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) bestätigen zudem, dass bisher keine der durchgeführten Studien eine vorbeugende Vitamin-D-Beigabe durch Nahrungsergänzungsmittel im Kontext mit SARS-CoV-2 rechtfertigen würde. Als Unterstützung während der Behandlung kann Vitamin D auf Basis des Therapieberichts des RKI dennoch eingesetzt werden.

Vitamin D: Nahrungsergänzungsmittel wirken nicht bei Corona

Obwohl ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und Atemwegserkrankungen allgemein vermutet wird, empfiehlt es sich nicht, Nahrungsergänzungsmittel oder Vitamin-D-Präparate ohne Absprache mit dem Hausarzt und ohne Untersuchung zu sich zu nehmen.

Ein dauerhaft erhöhter Vitamin-D-Wert kann sich negativ auf den Körper auswirken und beispielsweise Nierenschäden nach sich ziehen. Denn im Vergleich zu Vitamin C kann unser Körper überschüssiges Vitamin D nicht selbstständig abbauen.

Aktualisiert: 23.02.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin