Digitaler Impfpass: Impfstatus läuft nach neun Monaten ab!

Kann der digitale Impfpass ablaufen? Ist eine dritte Impfung Pflicht und wie beeinflusst eine mögliche Auffrischung das Impfzertifikat? Seit 1. Februar 2022 gibt es neue Regeln zur Gültigkeit der Corona-Impfung, mehr dazu lesen Sie hier.

Impfnachweis auf Smartphone
© Getty Images/Diy13

Der digitale Impfpass bietet die Möglichkeit, die Innengastronomie, Konzerte und weitere öffentliche Veranstaltungen trotz hoher Corona-Zahlen zu besuchen. Doch kann das Impfzertifikat die Gültigkeit verlieren?

Digitaler Corona-Impfpass – so lange ist das Zertifikat gültig

Bisher war kein Ablaufdatum des EU-Impfnachweises bekannt, dies hat sich nun allerdings geändert. Die neue Regelung: Ab 1. Februar 2022 ist die Grundimmunisierung für neun Monate gültig. Wer also bis Februar 2022 noch keine Auffrischung erhalten hat und wessen zweite Impfung zu diesem Zeitpunkt bereits neun Monate zurückliegt, hat seit 1. Februar kein gültiges EU-Zertifikat mehr.

Da die Wirkung einige Zeit nach der Impfung nachlässt, kann die Auffrischung bereits drei Monate nach der Grundimmunisierung durchgeführt werden. Um Impfdurchbrüche und die Entstehung von Infektionsketten zu verhindern, soll der Impfstatus mithilfe der Boosterimpfung aufrechterhalten werden.

Genesen und einmal geimpft – ist der Impfpass noch gültig?

Personen mit einem positiver PCR-Test, der in den vergangenen 28 Tagen bis drei Monaten erfolgt ist, gelten als genesen. Der Status endet also automatisch nach 90 Tagen.

Genesene Personen können sich bereits vier Wochen nach der Infektion gegen COVID-19 impfen lassen, solange keine Symptome vorliegen.

Zwei Wochen nach Erhalt der Impfung gelten diese Menschen als vollständig geimpft. Genesene, welche einen Vektor-Impfstoff (AstraZeneca oder Johnson & Johnson) erhalten haben, sollten eine weitere Impfung durchführen lassen.

Auch bei Genesenen, welche eine weitere Impfung erhalten haben, ist das Zertifikat für neun Monate gültig. Die Boosterimpfung ist in der Regel zwei Wochen nach der Impfung ebenfalls für neun Monate gültig.

Boosterimpfung in Corona-Warn-App eintragen: So geht's

Die Auffrischung kann ebenfalls in die Corona-Warn-App oder die Applikation COVID-Pass eingetragen werden. Geimpfte erhalten ein Impfzertifikat in den Impfzentren. Wer bei dem*der Hausarzt*Hausärztin geimpft wird, kann das Zertifikat nach Vorzeigen des Impfpasses zudem in der Apotheke anfordern.

Wie bei der Grundimmunisierung auch, wird die Impfung mittels QR-Code des Zertifikats in den digitalen Impfpass übertragen.

Wichtig: Personen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden und eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten haben, galten bis Mitte Januar als geboostert und waren somit von der Testpflicht bei 2G-Plus befreit. Durch die Neuregelungen, die aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante getroffen wurden, reicht jetzt allerdings eine Johnson & Johnson-Dosis plus eine weitere Dosis als Booster nicht aus.

Wer das Vakzin von Johnson & Johnson erhalten hat, gilt demnach nach der ersten mRNA-Impfung als vollständig geimpft. Folgt eine dritte Impfung, ist die Person offiziell geboostert.

Corona-Warn-App: Geboosterte verlieren 2G-Plus-Status

Nach einem Update der Corona-Warn-App wird im oberen rechten Rand der Zertifikate direkt der aktuelle Impfstatus angezeigt. Bei geboosterten Personen sollte demnach 2G-Plus angezeigt werden. Da die App die Boosterimpfung allerdings nicht als solche registriert, bestätigt sie aktuell lediglich den Status 2G.

Geboosterte müssen demnach bei einem Restaurant-Besuch oder ähnlichen Aktivitäten, bei denen die 2G-Plus-Regel gilt, alle drei Zertifikate extra präsentieren, um 2G-Plus zu bestätigen. Wann das Problem behoben wird, ist bisher unklar, die Entwickler*innen arbeiten jedoch nach eigenen Angaben bereits an einer Lösung.

Smartphone verloren, defekt oder gewechselt: Impfpass bleibt gültig

Wer sein Smartphone verliert oder wechselt, muss das digitale COVID-Zertifikat der EU noch einmal in die App hochladen.

Kann der QR-Code nicht erneut gescannt werden, kann die Bescheinigung in der Apotheke erneuert und anschließend gescannt werden.

Alternativ kann der Impfschutz auch auf Papier, durch die COVID-Immunkarte oder den gelben Impfpass nachgewiesen werden.

Tipp: Bewahren Sie die ausgedruckten EU-Nachweise auf, um eine spätere Aktualisierung problemlos durchführen zu können.

Die Zertifikate können zudem auf mehreren Smartphones für die Familie oder den*die Partner*in gescannt werden. So können Sie bei geringem Akkustand oder Verlust des Handys auf ein weiteres Gerät zugreifen.

Urlaub in der EU: Impfstatus ebenfalls neun Monate gültig

Laut der Kommission der Europäischen Union laufen Impfnachweise ohne Auffrischungsimpfung ebenfalls nach neun Monaten ab – wer zu diesem Zeitpunkt noch keinen Booster erhalten hat, wird als ungeimpfte Person behandelt. Die Boosterimpfung erhält zunächst eine unbegrenzte Gültigkeit.

Innerhalb der Europäischen Union bleibt der Genesenen-Status zudem weiterhin für ein halbes Jahr gültig.

In der Theorie sollen zusätzliche Tests bei einer Einreise wegfallen – Länder wie Österreich fordern dennoch bei Geimpften ohne Boosterimpfung einen PCR-Test. Individuelle Regelungen können zudem weiterhin national bestimmt werden, daher ist es empfehlenswert, sich vor einer Urlaubsreise über Corona-Regeln des Reiseziels zu informieren.

Aktualisiert: 01.02.2022
Autor*in: Alexandra Maul, News-Redakteurin