Booster-Impfung – diese Nebenwirkungen gibt es!

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die dritte Corona-Impfung derzeit für Personen ab 70 Jahren sowie für Menschen mit Immunschwäche. Auch für Personen, die in Einrichtungen zur Altenbetreuung leben oder tätig sind oder in der Pflege beziehungsweise in medizinischen Einrichtungen arbeiten, wird die Booster-Impfung empfohlen. In den USA und Israel wurde bereits mit der Impfauffrischung begonnen – erste Studien zeigen leichte Veränderungen der Nebenwirkungen.

Dritte Impfdosis in Ampulle
© Getty Images/Wachiwit

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC sammelt, ähnlich wie das deutsche Paul-Ehrlich-Institut, Informationen zu Nebenwirkungen und Folgen der Corona-Impfung. In den USA wird hierfür die mobile Applikation (App) "V-Safe" verwendet. Mittlerweile konnten bereits Daten von 22.191 Nutzer*innen zur Drittimpfung gesammelt werden.

Dritte Corona-Impfung: Das sind die häufigsten Nebenwirkungen

Insgesamt erhielten in den USA bis Mitte September zirka 2,2 Millionen Menschen die dritte Impfdosis. Seit 12. August ist der Booster mit den mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna für immunschwache Personen zugelassen. Mittlerweile werden auch Senior*innen und jüngere Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko zum dritten Mal geimpft.

Da die Zulassungsstudie zur Drittimpfung nur eine geringe Probandenzahl umfasst, sind erste Berichte der amerikanischen Gesundheitsbehörde von großem Interesse. Aufgrund eines deutlichen Anstiegs des Antikörpertiters wurde von vermehrten Nebenwirkungen und Impfreaktionen ausgegangen. Expert*innen geben bisher allerdings Entwarnung: Die dritte Dosis ist offenbar insgesamt gut verträglich.

Das sind die häufigsten Nebenwirkungen der dritten Impfdosis:

  • 74,9 Prozent berichteten über lokale Reaktionen: 71 Prozent davon umfassten Schmerzen an der Einstichstelle.
  • 69,9 Prozent zeigten systemische Reaktionen: Am häufigsten kamen Abgeschlagenheit (56 Prozent) und Kopfschmerzen (43,4 Prozent) vor.

Sowohl bei den Vakzinen von BioNTech/Pfizer als auch Moderna nahmen die lokalen Impfreaktionen wie Schmerzen und/oder Rötung an der Einstichstelle im Vergleich zur zweiten Impfung leicht zu. Systemische Impfreaktionen (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gliederschmerzen) nahmen bei beiden Impfstoffen nach der dritten Impfdosis jedoch leicht ab.

Geschwollene Lymphknoten: Häufige Nebenwirkung nach dritter Dosis

Neben den bereits bekannten Nebenwirkungen werden zudem vermehrt geschwollene Lymphknoten im Bereich der Achseln registriert. Die Schwellung komme öfter vor als bei den beiden vorausgegangenen Impfungen, ein Grund zur Sorge ist dies allerdings laut ersten Informationen der amerikanischen Arzneimittelbehörde nicht. Eine Schwellung der Lymphknoten kann sowohl nach einer Impfung als auch bei einer überstandenen Infektion auftreten, sie kann einige Zeit andauern und langsam wieder abklingen.

Booster-Impfung: Keine schweren Nebenwirkungen bekannt

Schwere Komplikationen wie Anaphylaxie und Herzmuskelentzündungen oder Immunreaktionen wie das Guillain-Barré-Syndrom wurden in Amerika bisher nicht gemeldet. Allerdings sind Ärzt*innen dafür zuständig, schwere Nebenwirkungen in einem speziellen Reporting-System zu vermerken. Bisher sind die Daten dazu noch nicht bekannt.

In Israel seien nach ersten Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bereits Herzmuskelentzündungen nach der Boosterimpfung aufgetreten – allerdings weniger als zehn. Zudem werden acht weitere Fälle aktuell geprüft. Insgesamt handelt sich um milde Verläufe der Myokarditis.

Aktualisiert: 11.11.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin