Corona: 6 Mythen zu COVID-19

Die Corona-Pandemie stellt die Menschen weltweit vor neue Herausforderungen. Das Coronavirus mutiert, sorgt für wiederkehrende Infektionswellen und ist aufgrund der Symptome nur schwer von einer Erkältung oder Grippe zu unterscheiden. Die Folgen einer COVID-Erkrankung sind schwerer, wiegen länger und können das Gesundheitssystem langfristig belasten. In den vergangenen Monaten wurde viel über das Virus und seine Folgen berichtet. Dennoch ranken sich weiterhin Mythen und Behauptungen um COVID-19. Diese sechs Corona-Mythen sollten Sie nicht glauben und darum sind sie falsch.

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1. Eine symptomlose Corona-Infektion ist weniger ansteckend

Frau wird auf Corona kontrolliert © Getty Images/Luis Alvarez
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Symptomlose Corona-Infektionen spielen für die Verbreitung des Virus eine entscheidende Rolle. Auch wenn Erkrankte mit Symptomen ansteckender sind als symptomlose Infizierte, tragen diese oftmals auch eine hohe Viruslast und geben das Virus an andere weiter.

Die Inkubationszeit ist der Zeitraum der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung. Das Virus kann von einer infizierten Person bereits während der Inkubationszeit weitergegeben werden. Meist ist die Viruslast ein bis zwei Tage vor der eigentlichen Erkrankung besonders hoch. Symptomlose Infektionen könnten für mehr als die Hälfte der Neuinfektionen verantwortlich sein.



2. Geimpfte infizieren sich nicht mit Corona

Frau erhält Impfung © Getty Images/Halfpoint Images
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Falsch: Auch vollständige geimpfte Personen können positiv auf das Coronavirus getestet werden und weitere Mitmenschen anstecken.

Die Vakzine können schweren Erkrankungen vorbeugen und milde Verläufe begünstigen, die Impfung kann eine Ansteckung allerdings nicht zu 100 Prozent verhindern. Bei Symptomen empfiehlt sich ein PCR-Test und die Vermeidung sozialer Kontakte, um sich selbst und andere zu schützen. Auch die AHA-Regeln sollten trotz Impfung weiterhin eingehalten werden.

Impfdurchbrüche können besonders bei älteren Patient*innen oder Risikopatient*innen häufiger vorkommen, da das Immunsystem dieser Personen nicht voll funktionsfähig ist und weniger Antikörper produziert werden könnten. Deshalb wird die dritte Impfung für Personen mit Immunschwäche bereits in einigen Bundesländern angeboten.



3. Genesene benötigen keine Impfung

Mit mit Zertifikat © Getty Images/David Espejo
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Diese Aussage ist ebenso falsch – auch Genesenen wird eine Corona-Impfung empfohlen, da eine durchgemachte Infektion keinen sicheren Schutz bietet. Oft reicht bei bereits genesenen Menschen allerdings eine einmalige Impfung aus.

Eine überstandene Erkrankung mit COVID-19 kann ausreichend vor einer erneuten Ansteckung schützen, mit zunehmenden Virusvarianten ist die Immunität allerdings nicht gewährleistet. Eine zusätzliche Impfung kann vor Varianten schützen und als Immunbooster dienen. Personen, welche an COVID-19 erkrankt waren, sollten in der Regel ein halbes Jahr nach der Diagnose bis zur Impfung verstreichen lassen. Je nach Impfstoffverfügbarkeit kann die Impfung allerdings auch bereits vier Wochen nach dem Abklingen der Krankheitszeichen erfolgen.



4. Ein gutes Immunsystem schützt vor COVID-19

Frau mit starker Abwehr © Getty Images/Mark Dymchenko
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Wer rein auf das Immunsystem vertraut, liegt in diesem Zusammenhang falsch. Auch junge Personen, welche über eine gute Immunabwehr verfügen sind vor einer COVID-19-Erkrankung nicht vollständig sicher. Neben den akuten Symptomen kann bereits ein milder Verlauf zu Langzeitfolgen und Long-COVID führen. Mit einer Impfung reduziert sich das Risiko einer Infektion und somit auch das für Langzeitfolgen durch Corona.

Zudem kann eine symptomlose Infektion ungeimpfte Mitmenschen mit einem schwächeren Immunsystem gefährden. Eine Ansteckung ist in jeder Lebenssituation möglich, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Familienfeiern oder bei Restaurantbesuchen. Mit der gefährlichen und aggressiveren Delta-Variante steigt auch für jüngere Personen mit einem guten Immunsystem das Risiko, einen schweren COVID-19 Verlauf zu erleiden, falls keine Impfung vorliegt.



5. Kinder verkraften COVID-19 generell besser

Kind in Krankenhausbett © Getty Images/Morsa Images
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Nein – Kinder haben insgesamt ein geringeres Risiko, schwer oder an Long-COVID zu erkranken als Erwachsene. Eine Corona-Infektion und deren Langzeitfolgen sind aber durchaus möglich. Zwei bis acht Prozent der erkrankten Kinder und Jugendlichen leiden nach ersten Erkenntnissen an den Langzeitfolgen. Allerdings reagiert das Immunsystem der Kinder häufig früher und schneller, es erkennt das Virus eher und kann eine bessere Immunantwort einleiten, was schwere Corona-Verläufe verhindern könnte.

Die Corona-Infektion kann sich bei Kindern allerdings anders bemerkbar machen als bei Erwachsenen häufige Symptome sind:

Neben der Erkrankung selbst belasten die Umstände Kinder und Jugendliche sehr. Viele Kinder und Jugendliche kämpfen mit psychischen Problemen – Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Home Schooling haben die psychische Verfassung vieler Kinder negativ beeinflusst.



6. Maskenpflicht hat keinen Nutzen

FFP2-Maske © Getty Images/Christian Horz
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Da das Coronavirus hauptsächlich durch die Luft übertragen wird, sind besonders FFP2- und FFP3-Masken sinnvoll. Das Tragen der Maske schützt vor allem die Mitmenschen vor einer Infektion. Das Virus wird besonders durch

  • Atmen,
  • Sprechen,
  • Schreien
  • und Singen

verbreitet. Die Übertragungsrate kann mithilfe der Maskenpflicht um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Tipp: Wechseln Sie Ihre Maske regelmäßig und entsorgen Sie kaputte Masken.

Aktualisiert: 04.10.2021
Autor*in: Alexandra Maul, News-Redakteurin