Boosterimpfung – 5 Gründe für die Auffrischung

Zur Zeit der vierten Welle nehmen aktuell viele Menschen das Angebot der Boosterimpfung wahr. Besonders für Risikogruppen empfiehlt es sich, die dritte Dosis bereits fünf bis sechs Monate nach der Grundimmunisierung aufzufrischen, doch auch Personen ohne speziellen Risikofaktor sollten die Boosterimpfung erhalten. Fünf wichtige Gründe, warum die Boosterimpfung wichtig für den eigenen Schutz und den anderer Menschen ist, finden Sie hier.

Weiterlesen

1. Die Wirkung der Impfstoffe lässt nach

Uhr mit Spritze © Getty Images/MirageC
1|5

Fachleute aus Schweden untersuchten die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe über einen längeren Zeitraum. Die Ergebnisse der unveröffentlichten Studie liegen bereits als Preprint im Fachmagazin "The Lancet" vor. Doch auch weitere Analysen zeigen einen abnehmenden Impfschutz.

Während die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer zwei Wochen bis einen Monat nach der Impfung bei 92 Prozent liegt, erreicht das Vakzin 121 bis 180 Tage nach der Impfung nur noch eine Wirksamkeit von 47 Prozent. Nach 211 Tagen, also nach etwa sieben Monaten, soll das Vakzin nicht mehr zuverlässig vor symptomatischen Infektionen schützen, auch das Risiko für einen schweren Verlauf kann wieder steigen.

Der mRNA-Impfstoff von Moderna soll nach einem halben Jahr noch bis zu 59 Prozent vor einer symptomatischen Erkrankung schützen. Der Vektorimpfstoff von AstraZenca hingegen verliert seine Wirksamkeit deutlich schneller – aus Bevölkerungsdaten geht hervor, dass bereits 121 Tage nach der Immunisierung keine Wirkung gegen symptomatische Infektionen mehr vorliegen könnte. Bei einer heterologen Impfung, also einem Mix aus mRNA- und Vektorimpfstoff, nahm die Wirksamkeit ebenfalls langsam ab – die Impfstoffkombination schützt allerdings auch nach vier Monaten noch vor einem Verlauf mit Krankheitszeichen.

Eine Boosterimpfung erhöht die Impfwirksamkeit. Fachleute gehen davon aus, dass diese für einen längeren Zeitraum bestehen bleibt. Nach der dritten Impfdosis erhöht sich der Antikörperspiegel weitaus stärker als nach der Grundimmunisierung. Zudem nimmt die Menge der B- und T-Zellen zu, welche das Spike-Protein des Virus wiedererkennen und bereits infizierte Zellen zerstören, um eine Infektion im Körper zu verhindern.



2. Geringere Wirksamkeit bei Virusvarianten

Virus von Impfspritzen umringt © Getty Images/nurulanga
2|5

Die Virusvarianten sind weiterhin auf dem Vormarsch – nachdem die vorherrschende Alpha-Variante von der aktuell dominierenden Delta-Variante abgelöst wurde, ist mit der Omikron-Variante bereits eine weitere gefährliche Mutation auf dem Vormarsch.

Die Varianten sind aufgrund ihrer strukturellen Veränderungen infektiöser und stellen damit ein höheres Risiko dar. Zudem können sie die Antikörper austricksen und so der Immunantwort entgehen. Um das Risiko von Impfdurchbrüchen zu senken und eine schnelle Ausbreitung der Virusvarianten zu unterbinden, kann eine Impfauffrischung ebenfalls sehr sinnvoll sein.



3. Starker Schutz vor schweren Verläufen

COVID-19-Patient auf Intensivstation © Getty Images/RUBEN BONILLA GONZALO
3|5

Erste Daten aus Israel zeigen, dass Personen, die bereits eine Boosterimpfung erhalten haben, ein geringeres Risiko für einen schweren Verlauf haben. Dies zeigt sich besonders im Vergleich zu Ungeimpften. Die Zahl der Corona-Patient*innen pro 100.000 Einwohner, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, unterschied sich in Israel deutlich:

  • Ungeimpft: 6,4
  • Grundimmunisierung: 1,62
  • Boosterimpfung: 0,28

Um Risikopatient*innen vor einem schweren Verlauf zu schützen und die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht zu strapazieren, empfiehlt sich neben der Grundimmunisierung auch die Boosterimpfung.



4. Geringeres Infektionsrisiko

Frau mit Corona-Symtpom © Getty Images/macniak
4|5

Neben schweren Verläufen kann die Boosterimpfung auch das Infektionsrisiko reduzieren. Der Weg der Viren in den menschlichen Körper startet meist über die Schleimhautzellen in Nase und Rachen – diese Schleimhäute verfügen allerdings über ein eigenes Immunsystem: Die IgA-Antikörper der Schleimhäute reagieren unverzüglich auf den Eintritt der Viren, bekämpfen SARS-CoV-2 und können eine Infektion komplett verhindern.

Da die IgA-Antikörper nach der Grundimmunisierung meist schneller abnehmen, ist eine dritte Impfung nötig, um den Schutz aufrecht zu erhalten. Wie bei anderen Impfungen auch, ist die Corona-Impfung 14 Tage nach der Auffrischung besonders wirksam.



5. Boosterimpfung stoppt weitere Corona-Wellen

Spritzen mit dritter Impfung © Getty Images/Ibrahim Akcengiz
5|5

Um die Impfdurchbrüche und die rasche Verbreitung der Delta-Variante oder weiterer Virusvarianten zu verhindern, startete Israel bereits im Sommer mit der dritten Impfung bei Risikopatient*innen und Personen über 60 Jahren. Bereits im frühen Herbst folgten Personen unter 60 – zeitgleich erfolgte zudem ein Impffortschritt bei der Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen. Die Folge: Die Überlastung des Gesundheitssystems, hohe Inzidenzen und eine vierte Welle konnten so stark reduziert werden.

Sowohl eine Zunahme an vollständig geimpften Personen als auch die Zahl der Boosterimpfungen können helfen, die Pandemie einzudämmen und weitere Wellen zu verhindern. Um den Impffortschritt in Deutschland weiter zu beschleunigen, haben teilweise Impfzentren wieder geöffnet, lokale Impfkampagnen werden angeboten und Hausärzte*Hausärztinnen impfen ebenfalls weiterhin gegen SARS-CoV-2.

Aktualisiert: 30.11.2021
Autor*in: Alexandra Maul, News-Redakteurin