Herzmuskelentzündung nach COVID-Impfung auch in Deutschland

In Israel wurde die Herzmuskelentzündung nach einer Corona-Impfung mit BioNTech/Pfizer bereits vergangenen Monat festgestellt. Auch in Deutschland treten mittlerweile nach der COVID-Impfung Herzmuskelentzündungen auf. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Herzmuskelentzündung: Mann hält sich die Brust © Getty Images/Staras

Bei der Myokarditis (Herzmuskelentzündung) handelt es sich um eine entzündliche Krankheit des Herzmuskels. Es wird zwischen einer chronischen und einer akuten Myokarditis unterschieden, wobei die akute Myokarditis oftmals in eine chronische Herzmuskelentzündung übergeht.

Myokarditis und Corona-Impfung: Herzmuskelentzündung durch BioNTech/Pfizer-Impfstoff?

Ein erster Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zeigt, dass die Herzmuskelentzündung nach der Impfung mit BioNTech/Pfizer auch in Deutschland auftritt. Bisher sind die aktuellen Zahlen noch nicht als Risikosignal einzustufen, werden aber als "weitere unerwünschte Reaktionen" bezeichnet.

Erste Symptome der Herzmuskelentzündung zeigten sich bei zwölf von 16 Patient*innen bereits in der ersten Woche nach der Impfung:

  • 18 bis 29 Jahre: Sechs Männer und zwei Frauen
  • 30 bis 39 Jahre: Drei Männer und zwei Frauen
  • 40 bis 49 Jahre: Ein Mann
  • 50 bis 59 Jahre: Ein Mann
  • 60 bis 69 Jahre: Ein Mann

BioNTech/Pfizer gab nach Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters bekannt, die Daten aus Israel auszuwerten und damit verbundene Nebenwirkungen zu untersuchen. Bisher bestehe allerdings kein kausaler Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und der Myokarditis.

Symptome der Herzmuskelentzündung

Herzmuskelentzündungen verlaufen oft ohne Beschwerden oder mit unspezifischen Symptomen. Bei 15 Prozent der Patient*innen kann infolge eines viralen Infekts eine myokardiale Beteiligung in Form einer Herzmuskelentzündung auftreten. Symptome dafür sind:

  • Schmerzen im linken Arm, ähnlich wie bei Brustenge (Angina Pectoris) oder einem Herzinfarkt
  • Unregelmäßiger Herzschlag
  • Atemnot, meist bei körperlicher Aktivität
  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Allgemeines Unwohlsein und Schwindel
  • Fieber

Grundsätzlich wird zwischen einer infektiösen, toxischen und autoimmunen Herzmuskelentzündung unterschieden. Verschiedene infektiöse Erreger wie Viren oder Bakterien sowie Toxine können Ursachen einer Herzmuskelentzündung sein. So erkennt der*die Arzt*Ärztin die Herzmuskelentzündung:

  • Laborchemische Zeichen ausgewählter Enzyme
  • Elektrokardiodiagramm und Echokardiographie
  • Magnetresonanztomographie des Herzens (Kardio-MRT)

Eine Herzmuskelentzündung kann in verschiedenen Schweregraden vorkommen. Bei Symptomen und Problemen sollte der*die Hausarzt*ärztin kontaktiert werden.

Aktualisiert: 17.05.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin