BioNTech/Pfizer: Gefährliche Myokarditis als mögliche Nebenwirkung?

Je mehr Menschen geimpft werden, desto mehr Erkenntnisse erlangen Wissenschaftler*innen über die Corona-Impfstoffe. Nachdem im Zusammenhang mit AstraZeneca vermehrt Sinusvenenthrombosen auftraten, könnte das Vakzin von BioNTech/Pfizer mit Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) in Verbindung stehen. In Israel wurde die Myokarditis vermehrt nach der Impfung registriert.

Herzmuskelentzündung nach einer Impfung © Getty Images/ mladenbalinovac

Zirka fünf Millionen Impfungen wurden in Israel bereits durchgeführt. Bei dutzenden Geimpfte sind nun Herzmuskelentzündungen registriert worden. Inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der Impfung besteht, ist bis dato unklar.

BioNTech/Pfizer: Nebenwirkungen treten nach der zweiten Impfung auf

Das israelische Gesundheitsministerium prüft die Fälle von Herzmuskelentzündung im Zusammenhang mit dem COVID-19-Vakzin von BioNTech/Pfizer. Die Erkrankungen traten vermehrt nach der zweiten Impfdosis auf.

Laut israelischen Medienberichten seien eine 22-jährige Frau und ein 35-jähriger Mann ohne Vorerkrankungen verstorben. Die meisten anderen Betroffenen sind mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Es seien allerdings weitere Untersuchungen nötig, um die Diagnose Myokarditis im Zusammenhang mit BioNTech/Pfizer zu bestätigen.

Bisher ist unklar, ob die Erkrankungen tatsächlich in Verbindung mit dem Corona-Impfstoff stehen und ob die Erkrankungen wirklich vermehrt auftreten. Eine Myokarditis läuft häufig symptomlos ab und wird oftmals durch Viren oder Bakterien verursacht. Im Zusammenhang mit dem Vakzin scheint es allerdings, als seien besonders junge Männer gefährdet: Nach der zweiten Impfung trat im Schnitt bei einem Impfling von 100.000 eine Herzmuskelentzündung auf. Betrachtet man nur die Gruppe der jungen Männer, war hingegen einer von 20.000 von einer Myokarditis betroffen.

Pfizer: Bisher kein Hinweis für vermehrtes Auftreten von Myokoarditis

Laut Angaben von Pfizer werde sich der Impfstoffhersteller den Erkenntnissen aus Israel annehmen. Im Rahmen eigener Studien und in anderen Ländern sei jedoch keine erhöhte Zahl an Herzmuskelentzündungen im Zusammenhang mit der Corona-Impfung aufgetreten.

Bisher wurden zirka 60 Prozent der israelischen Bevölkerung mit BioNTech/Pfizer geimpft. Das Vakzin reduziert sowohl das Infektionsrisiko mit COVID-19 als auch die Wahrscheinlichkeit schwerer Krankheitsverläufe.

Herzmuskelentzündung erkennen: Häufige Symptome

Herzmuskelentzündungen können in jedem Alter auftreten. Auslöser sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Ärzt*innen raten oft von Sport während einer leichten oder schweren Erkältung ab, da dies die Entstehung einer Herzmuskelentzündung begünstigen kann.

Patient*innen erkranken meist einige Tage bis Wochen nach einem Infekt. Die häufigsten Symptome der Herzmuskelentzündung sind:

  • Müdigkeit
  • Atemnot bei Belastung
  • Brustschmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Fieber

Die Herzmuskelentzündung kann auch ohne Symptome verlaufen und problemlos ausheilen. Spätfolgen in Form von einer dauerhaften Beeinträchtigung der Herzfunktion sind aber möglich. Bei Verdacht auf eine Myokarditis sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat gesucht werden.

Aktualisiert: 27.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin