Heterologes Impfschema auch in Deutschland gut verträglich!

Unterscheiden sich Erstimpfung und Zweitimpfung in der Art des Impfstoffes voneinander, spricht man von einem heterologen Impfschema. Dieses Schema greift besonders im Zusammenhang mit AstraZeneca und BioNTech/Pfizer oder Moderna. Nachdem das Vakzin von AstraZeneca nur noch Personen über 60 Jahren geimpft werden sollte, erfolgte bei vielen Menschen die Zweitimpfung mit einem anderen Vakzin. Eine Studie aus Deutschland zeigt die hohe Wirksamkeit der heterologen Corona-Impfung.

Heterologes Impfschema © Getty Images/nevodka

Eine erste Studie der Berliner Charité zeigt keine Nachteile des heterologen Impfschemas bezogen auf die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Vakzins. Eine erste Auswertung der vorveröffentlichten Daten deutet bisher auf eine positive Bilanz hin.

Heterologes Impfschema: Wirksamkeit

Die Wissenschaftler*innen analysierten Daten von zirka 340 Mitarbeitenden des Gesundheitswesens. Diese wurden in zwei Vergleichsgruppen unterteilt.

  • Gruppe eins wurde ausschließlich mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft. Der Impfabstand betrug drei Wochen.
  • Gruppe zwei erhielt eine Impfung mit AstraZeneca. Zehn bis zwölf Wochen später erfolgte die Zweitimpfung mit BioNTech/Pfizer.

Bei beiden Gruppen wurde eine deutlich sichtbare Immunantwort registriert: Die Anzahl der Personen, die Antikörper gegen das Spike-Protein des Coronavirus aufwiesen, lag bereits drei Wochen nach der Zweitimpfung bei fast 100 Prozent.

Bei der heterologen Impfung wird eine höhere Bindungsstärke des Antikörpers auf das Spike-Protein der SARS-CoV-2-Viren erreicht. Auch die Antwort der T-Zellen fällt bei der heterologen Impfung wesentlich höher aus als beim homologen Impfschema. T-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen, sie können Zellen, welche bereits vom Virus befallen sind, aufspüren und zerstören. Dieser Prozess kann helfen, die Ausbreitung des Virus im Körper zu unterbinden.

Impfreaktionen nach der homologen und heterologen Impfung im Überblick

Beide Impfschemata waren gut verträglich. Folgende Impfreaktionen traten im Rahmen der Studie vermehrt auf:

  • Es traten milde und moderate Schmerzreaktionen bei beiden Impfungen (Schmerzen an der Einstichstelle) auf.
  • Nach der ersten Impfung mit AstraZeneca wurden systemische Reaktionen wie Fieber, Ausschläge, Abgeschlagenheit, geschwollene Lymphknoten registriert. Diese Nebenwirkungen traten allerdings auch nach der homologen Zweitimpfung mit BioNTech/Pfizer verstärkt auf.

Insgesamt wurden beim heterologen Impfschema keine verstärkten Impfreaktionen im Vergleich zu einer homologen Impfung mit BioNTech/Pfizer registriert.

Wird die heterologe Impfung in Urlaubsländern anerkannt?

Das Gesundheitsministerium in Deutschland richtet sich nach den Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts, welches das heterologe Impfschema als vollständigen Impfschutz anerkennt. Ob dieses auch in anderen Ländern als vollständiger Impfschutz akzeptiert wird, ist noch nicht endgültig geklärt.

Mit der Einführung des digitalen Impfpasses, der in allen EU-Ländern gültig sein soll, könnte sich diese Frage Ende Juni klären. Während Deutschland und Großbritannien bereits erste Studien und Testläufe zum gekreuzten Impfschema durchführten, wurde in anderen EU-Ländern die heterologe Impfung bisher nicht angewendet.

Aktualisiert: 09.06.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin