Corona-Impfung: Wenn der Zweifel am Impfstoff zum Überschuss führt

Seit Beginn der Corona-Krise wurden Impfstoffe herbeigesehnt, weniger als ein Jahr später bieten Pharmahersteller erste Impfstoffe an. Die Nachfrage ist nach wie vor groß, dennoch bleiben Impfstoffe übrig. Warum die Sorge um AstraZeneca unbegründet ist, welcher Impfstoff bald noch zugelassen werden könnte und wie Sie Ihren Impfstoff erkennen.

Corona-Impfstoff © Getty Images/peterschreiber.media

Viele Personen verweigern bisher die Impfung mit AstraZeneca. Das hat Folgen für die Impfreihenfolge und kann für möglichen Impfüberschuss sorgen.

Zweifel an AstraZeneca als mögliche Ursache für Impf-Stau

Neben den Impfstoffen von BionTech/Pfizer und Moderna ist seit dem 8. Februar auch ein Impfstoff von AstraZeneca zugelassen. Aufgrund mangelnder Forschungsdaten mit älteren Menschen soll der Impfstoff bislang nur Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren verabreicht werden. Mit dieser Einschätzung der Ständigen Impfkommission (STIKO) steigen die allgemeinen Zweifel am AstraZeneca-Impfstoff. Die Folge: Viele Personen verweigern die Impfung mit AstraZeneca, wichtige Impfstoffe bleiben übrig und können nicht schnell genug verwendet werden. Es kommt zu einem unnötigen Impfüberschuss.

Bis Donnerstag sollen weitere 1,1 Millionen Impfdosen von AstraZeneca geliefert werden, was in ganz Deutschland einen erhöhten Impf-Stau begünstigen könnte. Insgesamt sind fast 3,2 Millionen Dosen verfügbar, bisher wurden aber nur 455.000 Menschen mit AstraZeneca geimpft. Der Zweifel am Impfstoff ist aber unbegründet.

AstraZeneca: Unbegründete Zweifel am Impfstoff

AstraZeneca wird aufgrund mangelnder Daten zur Impfeffektivität ab 65 Jahren bisher nur Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen, dies bedeutet aber nicht, dass der Impfstoff uneffektiv sei oder schlechter wirken würde als die bisher zugelassenen Impfstoffe.

Die STIKO weist darauf hin, dass in Zulassungsstudien eine Wirksamkeit von 71 Prozent gegen Corona-Erkrankungen bestätigt wurde. Ein vollständiger Impfschutz durch AstraZeneca kann im Rahmen zweier Impfdosen erfolgen, hierbei wird nach der ersten Impfung ein Abstand von neun bis zwölf Wochen zur zweiten Impfung empfohlen.

Nebenwirkungen, wie beispielsweise Schmerzen an der Einstichstelle oder Erkältungs- oder Grippesymptome, können nach der Impfung bei allen bisher zugelassenen Impfstoffen auftreten.

Auch ein neuer Impfstoff steht bereits in den Startlöchern. Das Vakzin von Johnson & Johnson ähnelt im Aufbau der AstraZeneca-Variante.

Impfstoff von Johnson & Johnson vor Zulassung in Europa

In den USA bestätigte die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA nach Zustimmung externer Gutachter die Zulassung des Sars-CoV-2 Impfstoffs der Firma Johnson & Johnson. Auch in Europa könnte der Impfstoff bereits diesen Monat zugelassen werden. Die Impfwirksamkeit ist zwar etwas geringer als bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna, unterscheidet sich aber in der Wirkung nicht von der AstraZeneca-Impfung. Das Vakzin verfügt über folgende Vorteile:

  • Einmalige Impfung, keine Zweitimpfung notwendig
  • Lagerung bei normalen Kühlschranktemperaturen möglich
  • Klinische Studien bestätigen Schutz vor brasilianischer und südafrikanischer Mutation

Daran erkennen Sie Ihren Impfstoff

Der wichtigste Hinweis, um zu erkennen, welcher Impfstoff für Sie vorgesehen ist, ist das Datum der Zweitimpfung:

  • Biontech/Pfizer: 21 Tage zwischen Erst- und Zweitimpfung
  • Moderna: circa 28 Tage Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung
  • AstraZeneca: zehn bis zwölf Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung

Egal, welcher Impfstoff verabreicht wird: Alle bisher zugelassenen Vakzine können vor einem schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung schützen und entlasten somit das Gesundheitssystem. Um einen möglichen Impf-Stau zu verhindern, sollte die Möglichkeit der Impfung genutzt werden oder rechtzeitig abgesagt werden, um anderen impfwilligen Personen den Termin zu ermöglichen.

Aktualisiert: 02.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin