Corona: Wie hoch ist das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz?

Das neue Infektionsschutzgesetz von Bund und Ländern sieht eine Testpflicht am Arbeitsplatz vor. Wissenschaftler*innen bewerten diesen Schritt als sinnvoll und berechtigt. Doch wie hoch ist das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz und welche Regeln sollten eingehalten werden, um sich vor einer Corona-Infektion im Büro zu schützen?

Corona-Arbeitsplatz © Getty Images/ Luis Alvarez

Arbeitgeber*innen müssen allen Mitarbeiter*innen, die nicht im Home-Office arbeiten, ab heute mindestens einen, bei besonders hohem Infektionsrisiko sogar zwei Corona-Tests pro Woche zur Verfügung stellen.

Corona-Infektion am Arbeitsplatz: So hoch ist das Risiko

Laut erster Daten des Robert Koch-Instituts ist das Infektionsrisiko im familiären und häuslichen Umfeld besonders hoch, zudem wird der Arbeitsplatz als starker Infektionsherd eingeschätzt. Erschwerte Arbeitsbedingungen und Wohngruppen können das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz noch verstärken. Auch im regulären Büroalltag kann das Infektionsrisiko deutlich erhöht sein. Erste Studien der Universität Konstanz bewerten das Infektionsrisiko, nach einer Befragung von 700 Arbeitnehmer*innen, am Arbeitsplatz wie folgt:

  • Höheres Infektionsrisiko im Büro: Unabhängig von den Arbeitsbedingungen wurden im Büro vier- bis achtmal mehr Infektionen festgestellt. Darum ist es von besonderer Relevanz den Mitarbeiter*innen wenn möglich Home-Office anzubieten und dieses als Arbeitnehmer*in zu nutzen. 4,2 Prozent der Arbeitenden, die regelmäßig im Büro waren, infizierten sich mit COVID-19.
  • Hohe Ansteckungsgefahr bei Besprechungen und in Kantinen: Auch das besondere Risiko von Infektionen nach Besprechungen im Büro oder gemeinsamen Mittagessen in der Kantine spiegelt sich in erhöhten Infektionszahlen wider. 9,9 Prozent der Arbeitnehmer*innen infizierten sich während eines Meetings, während sich 9,8 Prozent beim Mittagessen in der Kantine mit Corona ansteckten.
  • Potenzial des Home-Offices noch nicht ausgeschöpft: 36 Prozent der Befragten gehen auf freiwilliger Basis ins Büro, während 37 Prozent der Arbeitnehmer*innen auf Wunsch des Arbeitgebers weiterhin den Arbeitsplatz aufsuchen. Bei 15 Prozent geschah dies zudem auf Anweisung des direkten Vorgesetzten.

Besonders in systemrelevanten Berufen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen ist das Risiko einer Infektion deutlich höher. Auch deshalb haben viele dieser Berufe in der Impfreihenfolge eine besonders hohe Priorität. Doch in normalen Großraumbüros oder Produktionshallen ist ebenso ein erhöhtes Infektionsrisiko vorhanden. Wöchentliche Corona-Tests sowie die Einhaltung der AHA-Regeln und der Maskenpflicht können das Infektionsrisiko reduzieren.

Schutz vor Corona-Infektionen im Büro: Das ist zu beachten

Um das Risiko einer Corona-Infektion im Büro zu vermeiden, sollte an einige Aspekte gedacht werden. Die AHA-Regeln (Abstand halten – Hygiene beachten – im Alltag Maske tragen) sind hierbei ebenso wichtig, wie regelmäßiges Lüften und der Gebrauch der Corona-Warn-App.

Darauf sollten Arbeitnehmer*innen zusätzlich achten:

  • Pro Person sollte die Mindestfläche von 10 Quadratmetern nicht unterschritten werden. Wenn dies nicht möglich ist, fordern Sie Abtrennungen zwischen den Arbeitsplätzen ein und lüften Sie regelmäßig.
  • Achten Sie auch im Freien auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu Kolleg*innen. Ebenso auf Toiletten, dem Flur oder in der Teeküche.
  • Direkter Körperkontakt und Händeschütteln sollten vermieden werden.
  • Arbeiten Sie in kleinen festen Teams oder wenn möglich einzeln.
  • Vermeiden Sie Termine mit Anwesenheit, nutzen Sie Videokonferenzen und Online-Angebote.
  • Nutzen Sie flexible Arbeitszeiten und vermeiden Sie den öffentlichen Nahverkehr zu den Hauptverkehrszeiten.
  • Bleiben Sie bei Erkältungssymptomen zu Hause und arbeiten Sie im Home-Office.

Aktualisiert: 20.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin