TikTok-Trend: Wie gesund ist Knoblauch in der Nase?

Rezepte, Tipps oder Trends im Bereich Gesundheit und Beauty werden oft in den sozialen Medien verbreitet. Doch der Hype ist nicht immer positiv zu bewerten. Den neuesten Trend, sich geschälte Knoblauchzehen in die Nase zu stecken, um diese zu reinigen, sollten Sie besser lassen.

Knoblauch auf Brett © Getty Images/Wako Megumi

Die Videos von jungen Menschen, die sich zwei geschälte Knoblauchzehen in die Nasenlöcher stecken, gehen aktuell viral. Nach zehn bis 15 Minuten sollen die Atemwege frei sein, das Nasensekret rinnen und Schleim gelöst werden. Doch wie gesund ist der Knoblauch in der Nase wirklich?

Knoblauch in der Nase: Gesund oder ungesund?

Knoblauch ist nicht nur ein leckerer Begleiter in der Küche, auch bei leichten gesundheitlichen Beschwerden kann die kleine Knolle Abhilfe schaffen.

Die Schwefelverbindungen Allicin und Alliin wirken antibakteriell und können Entzündungen reduzieren. Der Verzehr von zwei bis drei (rohen) Zehen täglich kann Magen-Darm-Beschwerden vorbeugen und das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Hefen hemmen.

Wird die Knolle gepresst, aufgekocht und inhaliert, kann sie zudem Symptome bei Atemweginfekten lindern. Geschwollene Atemwege treten meist infolge von Allergien, Erkältungen oder anderen Infekten auf. Meist können Nasensprays und verschiedene Arzneien die Symptome lindern.

Expert*innen warnen allerdings davor, den Knoblauch direkt in die Nase zu stecken:

  • Kleine Knollen können zu tief in die Nasenlöcher eindringen und sich dann nicht mehr selbst entfernen lassen. Der Vorgang kann Infektionen begünstigen.
  • Obwohl die Nase läuft, wird die Nase dabei nicht gereinigt, sie reagiert einfach nur auf den strengen Geruch.
  • Die Ölsekrete des Knoblauchs können die Schleimhäute langfristig reizen und Probleme wie Bläschen, Schmerzen und Vernarbungen verursachen.

Geschälte Knoblauchzehen in der Nase sind ungesund und helfen nicht bei Schnupfen oder Erkältung. Es empfiehlt sich, mit Salzwasser zu spülen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein*e Arzt*Ärztin zurate gezogen werden.

Aktualisiert: 08.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin