Long-COVID trotz Impfung

Eine Corona-Impfung kann vor schweren Verläufen schützen, das Risiko einer Durchbruchsinfektion besteht aufgrund der hoch ansteckenden Omikron-Variante dennoch. Ob auch infizierte Geimpfte an den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden können, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht. Erste Studien weisen aber auf ein reduziertes Long-COVID-Risiko hin.

Frau erhält Corona-Impfung
© Getty Images/Marko Geber

Eine aktuelle Studie, die in Israel durchgeführt und als Preprint veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit Long-COVID bei infizierten Personen im Zeitraum zwischen März 2020 und November 2021.

Risiko für Long-COVID dank Impfung reduziert

Insgesamt wurden die Daten von 951 infizierten und 2.437 nicht infizierten Personen analysiert, häufigste Symptome waren:

  • Fatigue: 22 Prozent
  • Kopfschmerzen: 20 Prozent
  • Abgeschlagenheit: 13 Prozent
  • Anhaltende Muskelschmerzen: 10 Prozent

Von den Infizierten waren 67 Prozent (637 Personen) geimpft. Den Berechnungen der Expert*innen zufolge litten Personen, die zwei Dosen von BioNTech/Pfizer erhalten haben, seltener an anhaltenden Symptomen als Ungeimpfte:

  • Fatigue reduzierte sich im Verhältnis zu Ungeimpften um 64 Prozent
  • Kopfschmerzen sanken im Vergleich um 54 Prozent
  • Abgeschlagenheit kam bei Geimpften zu 68 Prozent seltener vor
  • 57 Prozent weniger klagten über Muskelschmerzen

Personen, die zwei Dosen des mRNA-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer erhalten haben und infiziert waren, klagten nicht häufiger über mögliche Long-COVID-Beschwerden als Personen, die nicht infiziert waren.

Die Foschenden nehmen daher an, dass die Corona-Impfung sowohl das Risiko für einen schweren Verlauf als auch für Langzeitfolgen reduzieren kann.

Aufgrund des Untersuchungszeitraums sind die Studiendaten auf die Delta-Variante von SARS-CoV-2 zurückzuführen. Ob dies auch für die aktuelle Omikron-Variante gilt, muss in Zukunft untersucht werden.

Studie aus Großbritannien mit ähnlichen Ergebnissen

Auch Studienergebnisse aus Großbritannien zeigen ein niedrigeres Long-COVID-Risiko für Geimpfte. Fachleute der Universitäten Oxford, Southampton und Leicester werteten eine Stichprobe britischer Erwachsener aus.

Die Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren wurden mindestens zwei Wochen vor ihrer Corona-Infektion mit mRNA- oder Vektorimpfstoffen geimpft. Zirka drei Monate nach der Infektion war die Wahrscheinlichkeit von Langzeitsymptomen um zirka 41 Prozent niedriger als bei einer soziodemografisch vergleichbaren Gruppe aus ungeimpften Teilnehmenden.

Während in der Vergleichsgruppe der Ungeimpften 14,6 Prozent an Langzeitsymptomen litten, klagten in der Gruppe der Geimpften nur 9,5 Prozent über Beschwerden. 5,5 Prozent der geimpften Betroffenen und 8,7 Prozent der Ungeimpften waren in ihrem Alltag eingeschränkt.

Aktualisiert: 09.02.2022
Autor*in: Alexandra Maul, News-Redakteurin