Monoklonale Antikörper: Wie helfen sie gegen eine Corona-Infektion?

Monoklonale Antikörper werden oft im Zusammenhang mit der Behandlung einer Corona-Infektion genannt. Die speziellen Antikörper können ähnlich wie eine Impfung die gefährliche Ausbreitung des Virus im Körper verhindern und das Risiko eines schweren Verlaufs von COVID-19 reduzieren.

Monoklonale Antikörper © Getty Images/ KTSDESIGN/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Einige monoklonale Antikörper gegen COVID-19 können bei frühzeitiger Gabe helfen, negativ getestete enge Kontaktpersonen eines*einer COVID-19-Patient*in vor einer Ansteckung zu schützen. Das Risiko für symptomlose bereits Infizierte, Symptome zu entwickeln, könnte sich um bis zu 31 Prozent reduzieren und die Gabe könnte einen milden COVID-Verlauf begünstigen.

Was sind monoklonale Antikörper?

Monoklonale Antikörper sind meist Antikörper, die auf Basis bestimmter Zellen, beispielsweise eines Virus, gebildet werden und sich gegen dieses Virus wehren. Meist werden diese Antikörper im Labor gentechnisch modifiziert. Allgemein können sie in der Diagnostik und der Therapie, beispielsweise bei der Immunsuppression (gezielte Unterdrücken einer Reaktion des Immunsystems) oder zur Krebstherapie, eingesetzt werden.

Auch gegen COVID-19 werden monoklonale Antikörper entwickelt, welche in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Die Antikörper werden aus spezifischen Immunzellen aus dem Blut bereits genesener Patient*innen gewonnen.

Monoklonale Antikörper bei COVID-19: Anwendung in der Immuntherapie

Monoklonale Antikörper werden unter anderem verwendet, um die Immunreaktion des Körpers bei einer Corona-Infektion zu unterbinden oder zu drosseln. Die extreme Antwort des Immunsystems auf das Virus kann nämlich Gewebeschäden, Lungenschäden und eine klinische Verschlechterung des Allgemeinzustandes zur Folge haben.

Monoklonale Antikörper dämpfen die Entzündungsreaktion und unterbrechen die Signalwege der Zellen, was die überschießende Immunreaktion reduzieren kann. Dadurch sollen schwere COVID-19-Verläufe verhindert werden.

Monoklonale Antikörper beugen schwerer COVID-19-Erkrankung vor

Monoklonale Antikörper binden Strukturen auf dem Virus oder blockieren Rezeptoren auf menschlichen Zellen. Der Eintritt des Virus und eine mögliche Interaktion zwischen Virus und Immunsystem könnten von Beginn an reduziert werden.

Obwohl die monoklonalen Antikörper von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) noch nicht freigegeben sind, können sie soweit verfügbar gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland eingesetzt werden. Die aktuellen Antikörper sind

  • Bamlanivimab vom US-Pharmaunternehmen Eli Lilly.
  • RegnCoV-2 aus Casirivimab/Imdevimab des Schweizer Pharmakonzerns Roche und der US-Firma Regeneron.

Monoklonale Antikörper können den Körper nach Kontakt mit Corona-Infizierten vor einem schweren Verlauf schützen, sind allerdings besonders in Kombination mit den gefährlichen Virus-Mutationen, also der britischen Variante B.1.1.7 sowie der südafrikanischen Variante (B.1.135) und der brasilianischen Variante (P.1) mit Vorsicht zu betrachten.

Expert*innen des Robert Koch-Instituts (RKI) warnen vor sogenannten Escape-Mutationen, die sich einer vollständigen Viruselimination entziehen können. Daher sollten wenn möglich Antikörper-Kombinationen verwendet werden, um diese Escape-Mutationen zu verhindern.

Monoklonale Antikörper können nach einem Kontakt mit Infizierten, bei einer symptomlosen Infektion oder zur Behandlung der Überreaktion des Immunsystem eingesetzt werden, ersetzen aber nicht die langfristigen Impfstoffe und in Folge die selbstständig vom Körper gebildeten Antikörper gegen das Coronavirus.

Aktualisiert: 21.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin