COVID-19: mRNA- versus Totimpfstoff

Bei vielen Menschen überwiegen noch immer die Zweifel an den modernen mRNA-Impfstoffen – die Diskussionen um den ungeimpften Fußballspieler Joshua Kimmich und seine Nationalmannschaftskollegen bestätigen viele in ihrer Unsicherheit. Der Fußballer will sich aufgrund angeblicher Langzeitfolgen nicht impfen lassen. Warum ein Totimpfstoff ebenfalls wirksam gegen COVID-19 ist, man aber dennoch nicht darauf warten sollte, lesen Sie hier.

Impfstoff und Spritze
© Getty Images/Anna Efetova

Die aktuellen Infektionszahlen und die zunehmende Belastung in den Intensivstationen sprechen deutlich für eine Impfung mit den aktuell zugelassenen mRNA-Impfstoffen. Aus Angst vor möglichen Folgen warten viele Menschen auf die erprobten Totimpfstoffe – vergleicht man beide Impfstofftypen, ist dies allerdings nicht nötig.

Totimpfstoff gegen Corona: So funktioniert‘s

Totimpfstoffe werden bereits seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt und sind bewährte Impfstoffe im Kampf gegen verschiedene Krankheiten und deren Erreger. Der inaktivierte Impfstoff besteht aus chemisch abgetöteten Viren oder deren Bestandteilen. Das Vakzin gelangt nicht in die menschlichen Zellen.

Die Wirksamkeit der Totimpfstoffe an sich fällt schwach aus. Um diese zu erhöhen, wird das Vakzin mit einem Adjuvans, einem sogenannten Verstärker, versehen. Meist handelt es sich hierbei um Aluminium. Zudem sind beim Totimpfstoff oft mehrere Auffrischungen notwendig. Im Gegensatz zum mRNA-Impfstoff werden im Rahmen der inaktivierten Impfung ausschließlich Antikörper gebildet – die Produktion von T-Zellen bleibt hierbei aus.

Insgesamt werden von der Weltgesundheitsorganisation 14 Impfstoffprojekte mit inaktivierten Corona-Viren aufgeführt. Die bekanntesten sind die Vakzine von Valneva und Sinovac.

Die Totimpfstoffe sollen allerdings frühestens im Frühling 2022 zugelassen werden. Aufgrund dessen empfehlen Expert*innen, nicht auf die Totimpfstoffe zu warten und das Angebot der sicheren mRNA-Impfstoffe zu nutzen. Totimpfstoffe eignen sich beispielsweise auch als effektive Boosterimpfung.

Der Vorteil von Totimpfstoffen ist, dass sie schnell an aktuelle Virusvarianten angepasst werden können. Ein Beispiel hierfür ist die Grippeimpfung, welche jedes Jahr erneuert wird.

mRNA-Impfstoff: So wirkt das Corona-Vakzin

Die mRNA, auch "messenger RNA" oder "Boten-RNA", transportiert die Informationen, die zum Aufbau bestimmter Proteine im Körper gebraucht werden.

Auch mRNA-Impfstoffe gegen Coronaviren basieren auf diesem Prinzip, allerdings wird hierbei die Information, welche zur Bildung eines Teils des Spike-Proteins des Coronavirus benötigt wird, transportiert. Der Körper baut das Protein im Rahmen der Impfung nach. Das Immunsystem produziert infolgedessen Antikörper gegen das Virusprotein. Kommt es zum Kontakt mit SARS-CoV-2, können die Antikörper das Virus ausschalten und die geimpfte Person so vor einer möglichen Infektion oder einem schweren Verlauf schützen.

Wichtig: Der mRNA-Impfstoff gelangt im Gegensatz zum Totimpfstoff in die Zellen, wird aber nach wenigen Tagen im Körper abgebaut. Er beeinflusst weder das Erbgut, noch ist er Auslöser angeblicher Spätfolgen.

Im Gegensatz zum Totimpfstoff wird bei einer Impfung mit einem solchen Vakzin kein weiterer Verstärker benötigt, um eine starke Immunantwort zu generieren.

Der Körper produziert neben Antikörpern, auch die wichtigen Killerzellen (T-Zellen), welche vom Virus befallene Zellen erkennen und diese Zellen töten, um deren Ausbreitung im Körper zu verhindern.

Zugelassenen mRNA-Impfstoffe sind die Vakzine von BionTech/Pfizer und Moderna.

Aktualisiert: 16.11.2021
Autor*in: Alexandra Maul, News-Redakteurin