Corona: RKI plant für den Ernstfall im Herbst

Die Pandemie und aktuelle Inzidenzen rücken in vielen Köpfen in den Hintergrund. Doch steigende Zahlen, Urlaubsreisen und gefährliche Virusvarianten könnten Ursachen für hohe Infektionszahlen sein. So will das Robert Koch-Institut (RKI) die vierte Welle verhindern.

Robert-Koch-Institut Logo © Getty Images/SOPA Images/Kontributor

Auch wenn die Inzidenz aktuell niedrig ist und jedem Erwachsenen ein Impfangebot gemacht werden kann, rechnet das RKI mit einem Anstieg der Corona-Infektionen im Herbst. Die Vorbereitungen, um dies zu verhindern, machte das RKI in einem Strategiepapier öffentlich. Diese Szenarien könnten nach den Sommerferien eintreten.

Corona: Das Leben mit dem Virus

Das Coronavirus wird ähnlich wie andere Viren und Erreger nicht wieder verschwinden. Es ist weiterhin mit Infektionen und neuen Varianten zu rechnen. National und international müsse man sich weiterhin auf das Virus einstellen und auf Folgen und Probleme vorbereiten.

Im Herbst und Winter erwartet das RKI einen Anstieg der Fallzahlen. Besonders betroffen sind:

  • Ungeimpfte Personen
  • Personengruppen unter 60 Jahren, die nur einen oder keine Impfschutz haben
  • Kinder unter zwölf Jahren

Ziel ist es, schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren, Todesfälle zu verhindern und die Belastung des Gesundheitswesens sowie Maßnahmen (Notbremse, Lockdown) zu minimieren.

Mit Booster-Impfungen und Auffrischung rechnen

Um die starke und schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, sollte bis zum Winter eine hohe Impfquote erreicht werden – eine Herdenimmunität bis zum Herbst wird allerdings ausgeschlossen.

Mit gezielten Impfaktionen in Ballungsräumen soll die Verbreitung des Virus eingedämmt werden.

Das Institut weist zudem darauf hin, dass Personen, deren Impfung bereits eine Zeit zurückliegt, mit einer Booster-Impfung, also einer Auffrischung, rechnen müssen. Die Politik müsse diese Impfdosen mit einplanen, um ausreichend Impfstoff zur Verfügung stellen zu können.

Infektionsherd Schule: Kinder und Jugendliche schützen

Da Kinder und Jugendliche aufgrund der bisherigen Empfehlungen der STIKO nur in Einzelfällen geimpft werden sollten, könnte sich das Virus besonders in Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten ausbreiten. Das RKI empfiehlt daher:

  • Ein nationales Monitoring
  • Den Ausbau digitaler Angebote für Kinder und Jugendliche
  • Verbesserungen der baulichen, strukturellen und organisatorischen Maßnahmen
  • Stärkung personeller Ressourcen (Lehrkräfte und Erzieher*innen)
  • Messung der Luftqualität in Räumen
  • Teststrategien in Form von PCR-Tests oder Antigen-Tests
  • Eigenverantwortung und Einhaltung der AHA-Regeln

Corona: Ältere Menschen wieder stärker betroffen

Besonders Personen in Alten- und Pflegeheimen sowie Pflegende könnten aufgrund des frühen Impftermins im Herbst eine Booster-Impfung erhalten. Ältere und gebrechliche Personen sind trotz Impfung anfälliger für eine Infektion. Auch in Pflegeeinrichtungen müssen das Personal verstärkt und entsprechende Maßnahmen, ähnlich wie in Schulen, geplant werden.

Corona: Im Alltag verantwortungsvoll handeln

Die aktuellen Lockerungen lassen die Pandemie leicht vergessen. Dennoch appellieren die Wissenschaftler*innen weiterhin dafür, Kontakte zu reduzieren, AHA-Regeln zu befolgen und FFP2-Masken zu tragen.

Reduzierte Mobilität und Home-Office sollten auch im Herbst eine Möglichkeit sein, um Infektionen in Bus und Bahn zu reduzieren.

Aktualisiert: 23.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin