Corona: Schützt Sport vor einem schweren Verlauf?

Sport und körperliche Aktivität können Körper und Geist positiv beeinflussen. Bewegungsmangel begünstigt oftmals die wichtigsten Risikofaktoren von COVID-19. Neben Adipositas erhöhen auch Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Risiko eines schweren Verlaufs einer Corona-Infektion.

Joggendes Paar © Getty Images/Nikada

In den USA erlitten Mitglieder einer Krankenversicherung, die bei regelmäßigen Arztbesuchen einen Bewegungsmangel angaben, häufiger eine schwere Corona-Infektion als Personen, die körperlich aktiver waren. Auch eine britische Studie deutet darauf hin, dass das Sterberisiko bei geringer sportlicher Aktivität deutlich höher sein könnte.

Sport stärkt das Immunsystem und reduziert Risikofaktoren

Regelmäßige Bewegung und Sport haben einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem sowie das Immunsystem. Zudem können Risikofaktoren durch die Bewegung minimiert werden. So wirkt sich Sport auf den Körper aus:

  • Sport hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem: Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt entzündungshemmend und kann Erkrankungen der Atemwege reduzieren. Der Körper schüttet beim Sport das Stresshormon Adrenalin aus, in Folge steigt auch die Anzahl der Immunzellen im Blut.
  • Sport vermindert das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt: Bewegung und Sport haben einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. Die Durchblutung und der Herzmuskel werden durch moderates Ausdauertraining und tägliche Bewegung gestärkt.
  • Krafttraining unterstützt die Diabetes-Prävention: Sportliche Aktivität regt einen insulinabhängigen Mechanismus im Körper an, durch den die Körperzellen Glukose aus dem Blut besser aufnehmen können. Das reduziert den Blutzuckerspiegel, zudem steigt die Insulinsensitivität.
  • Sport wirkt sich positiv auf die Psyche aus: Neben Adrenalin schüttet der Körper beim Sport auch die "Glückshormone" Dopamin, Serotonin und Noradrenalin aus. Das Belohnungssystem wird aktiviert: Die Laune hebt sich und Stress wird reduziert. Ausdauertraining ist laut Studien in dieser Hinsicht besonders effektiv.

Wer nicht regelmäßig Sport treibt und mit dem Training beginnen möchte, sollte mit kurzen und angemessenen Einheiten anfangen. Diese Sportarten eignen sich dafür besonders:

Ältere Personen oder Menschen mit Vorerkrankung sollten vor Beginn der Trainingseinheiten eine kurze Rücksprache mit dem*der Hausarzt*Hausärztin halten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen (18 bis 64 Jahren) 75 Minuten intensive (Joggen, schnelles Radfahren) oder 150 Minuten moderate Bewegung (zügiges spazieren gehen, kurze Fahrrad-Touren) pro Woche.

Da sich Sport per se positiv auf den Organismus auswirkt und auch einige spezielle Risikofaktoren von COVID-19 positiv beeinflusst, kann Sport durchaus vor einer schweren Corona-Infektion schützen.

Aktualisiert: 15.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin