Impfstoff-Mangel: Wann kommt Sputnik V?

Die endlose Geschichte des Coronavirus: Nach hohen Inzidenzwerten, gefährlichen Mutationen und Nebenwirkungen eines hoffnungsvoll erwarteten Impfstoffes will die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) keine Fehler begehen. Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V soll daher bereits vor dem eigentlichen Zulassungsverfahren geprüft werden.

Sputnik V © Getty Images/ NurPhoto / Kontributor

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft weiterhin Corona-Impfstoffe, unter anderem Sputnik V. Im Rahmen des Rolling Review, einer ersten Prüfung der bereits durchgeführten Studien, sollen auch russische Produktionsstätten und Impfzentren besucht und überprüft werden. Wann genau der Impfstoff zugelassen werden könnte, ist unklar, Experten*innen rechnen allerdings mit einer Einführung des Impfstoffs erst im späten Sommer.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zog vergangene Woche bereits die Produktion des Vakzins in Deutschland in Erwägung, zudem versuche man bereits unabhängig von der EU Lieferverträge abzuschließen. Einen deutschen Sonderweg im Bereich der Zulassung, wie zuerst angekündigt, soll es allerdings nicht geben.

Das ist der Corona-Impfstoff Sputnik V

Bei Sputnik V handelt es sich ebenso wie beim AstraZeneca-Impfstoff um einen Vektor-Impfstoff. Das Vakzin verwendet zwei verschiedene Viren des Adenovirus (Ad26 und Ad5) als Vektoren. Die Hüllen dieser Viren sollen das Spike-Protein des Coronavirus transportieren. Dieses Protein ist für das Andocken des Virus an unsere Körperzellen verantwortlich.

Das Immunsystem reagiert auf den Impfstoff und produziert Antikörper gegen COVID-19. Ad26 wird in der ersten Dosis verwendet, zur Stärkung des Vakzins soll im zweiten Impfvorgang Ad5 verabreicht werden.

Bei späterem Kontakt mit SARS-CoV-2 reagiert das Immunsystem sofort. Die produzierten Antikörper und T-Zellen verhindern die Ausbreitung der Viren und somit eine Corona-Infektion. Sputnik V soll eine Wirksamkeit von 92 Prozent gegen schwere Verläufe einer Corona-Infektion haben.

Aktualisiert: 25.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin