Von AstraZeneca zu BioNTech: Hohe Wirksamkeit erwartet

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Personen unter 60 Jahren, die bereits den Corona-Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, die Zweitimpfung mit einem Vakzin von BioNTech/Pfizer oder Moderna. Doch wie wirkt sich ein heterologes, also abweichendes, Impfschema auf die Immunität aus?

Corona-Impfstoff © Getty Images/LarisaBozhikova

Besonders bei Frauen unter 60 Jahren sind nach der AstraZeneca-Impfung seltene Sinusvenenthrombosen aufgetreten. Die STIKO rät unter 60-Jährigen daher von dem Vektor-Impfstoff ab.

Beeinflusst ein Wechsel von AstraZeneca auf BioNTech die Wirksamkeit?

Wissenschaftliche Studien dazu, ob ein Wechsel von Vektor-Impfstoffen bei der Erstimpfung zu mRNA-Impfstoffen bei der Zweitimpfungen Auswirkungen auf den Menschen haben könnte, sind bis dato noch nicht ausgewertet. Ein Impfstoff-Wechsel hat nach Betrachtung bisheriger Daten aus Tierexperimenten keinen negativen Einfluss auf die Immunität. Auch bei Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten führte ein heterologes Impfschema zu keiner reduzierten Wirksamkeit.

Im Gegenteil: Der Wechsel von einem Vektor- auf einen mRNA-Impfstoff könnte zu einer besseren Immunantwort führen. Die Überlegung, Corona-Impfstoffe zu kombinieren, um die Immunantwort gegen Mutationen zu verstärken, besteht bereits seit längerem.

Erste Studien zeigen hohe Wirksamkeit bei Impfstoff-Kombination

Erste Studiendaten aus Spanien zeigen eine erhöhte Wirksamkeit bei dem heterologen Impfschema: Während eine Kontrollgruppe die Zweitimpfung mit dem Vakzin von AstraZeneca erhielt, wurde die andere Versuchsgruppe mit dem von BioNTech/Pfizer geimpft. Die Immunantwort beider Gruppen wurde zwei Wochen nach der Zweitimpfung analysiert. Insgesamt nahmen 600 Personen an der Studie teil.

Das Antikörperniveau war nach der zweiten Dosis mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer zwischen 30 und 40 Mal höher als bei der Kontrollgruppe, die nur eine Dosis AstraZeneca erhielt.

Die Zahl der Antikörper ist im Gegensatz zur Zweitimpfung mit AstraZeneca, bei welcher sich das Antikörperniveau lediglich verdoppelt, mit BioNTech/Pfizer noch immer sieben Mal höher.

Impfung von Corona-Genesenen zeigt Immun-Boost

Menschen, die bereits an COVID-19 erkrankt waren, erhalten meist nur eine mRNA-Impfung, um die Anzahl der Antikörper und T-Zellen und somit die Immunität aufrecht zu erhalten.

Da bei der Erstimpfung mit AstraZeneca ebenfalls bereits Antikörper und T-Zellen gebildet wurden, stimuliert auch die Zweitimpfung mit BioNTech/Pfizer oder Moderna das Immunsystem und kann somit für eine erhöhte Wirksamkeit sorgen.

Hinzu kommt, dass das Spike-Protein in beiden Impfstoffen als Impfantigen fungiert und die Basis des Impfstoffs bildet. Wissenschaftler*innen gehen daher von einer hohen Wirksamkeit durch eine Kombination beider Corona-Impfstoffe aus.

Aktualisiert: 19.05.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin