Zyklusveränderungen nach Corona-Impfung

Einige Frauen berichten im Internet von Zyklusveränderungen nach erfolgter Impfung gegen das Corona-Virus. Welche Erklärung es dafür gibt und ob Frauen sich Sorgen machen müssen, wenn sie Veränderungen ihrer Periodenblutung beobachten, klären wir hier.

Frau liegt auf der Couch mit Menstruationsschmerzen © Getty Images/Charday Penn

In sozialen Netzwerken berichten seit einer Weile einige Frauen darüber, dass sie Veränderungen im Zyklus oder der Blutungsstärke bemerkt haben. Manche Frauen berichten von stärkeren und schmerzhafteren Blutungen, andere beobachten einen veränderten Rhythmus im Zyklus, seit sie geimpft sind.

Frauen und Männer haben unterschiedliche Nebenwirkungen

In der Gendermedizin, die sich mit unterschiedlichen Symptomen und Therapien bei Frauen und Männern beschäftigt, ist bereits länger bekannt, dass einige Erkrankungen Symptome auslösen, die sich bei Männern und Frauen unterscheiden. Womöglich hängt dies mit der unterschiedlichen hormonellen Situation der Geschlechter zusammen.

Unterschiede scheint es auch bei den Nebenwirkungen in Bezug auf die Impfung gegen COVID-19 zu geben: So betreffen drei Viertel der bisher beim Paul-Ehrlich-Institut gemeldeten Nebenwirkungen Frauen. Die meisten dieser Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Ermüdung oder Schmerzen an der Einstichstelle sind harmlos und verschwinden innerhalb kurzer Zeit wieder. Der COVID-Arm als Nebenwirkung tritt bei Frauen auch deutlich häufiger auf.

Zu Zyklusveränderungen bei Frauen berichtet das Paul-Ehrlich-Institut bisher keine nennenswerte Häufung.

Zyklus reagiert empfindlich auf Stress

Der weibliche Zyklus schwankt natürlicherweise und reagiert generell sehr empfindlich auf Stress. Der Körper schüttet mal mehr, mal weniger Hormone aus, die den Zyklus regeln. So kann es zu einer verfrühten und auch verspäteten Menstruation kommen, die auch schwächer oder stärker ausfallen kann. Zyklusveränderungen sind also erst mal nicht ungewöhnlich. Von Frauen mit Kinderwunsch ist bekannt, dass sie ihren Zyklus oft sehr akribisch dokumentieren und dann auch mehr Auffälligkeiten wahrnehmen, die ihnen vorher möglicherweise gar nicht aufgefallen sind.

Diese Mechanismen scheinen auch nach der Impfung zu greifen: Zum einen kann die Impfung Stress im Körper verursachen, da die zu impfende Person vorher aufgeregt oder vorfreudig ist. Zum anderen kann es sein, dass der Zyklus im Anschluss an die Impfung von der Frau genauer beobachtet wird und die Veränderungen so deutlicher auffallen.

Laut Experten gibt es aber keinen Grund zur Sorge, dass die Impfung den Zyklus nachhaltig verändert. Auch in Bezug auf die Fruchtbarkeit sind anders als oft dargestellt keine Einschränkungen durch die Corona-Impfung zu erwarten.

Aktualisiert: 17.06.2021 - Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin und Physiotherapeutin