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Aromatherapie – Heilen durch Öle

Aromatherapie mit ätherischen Ölen © istockphoto, Epitavi

Ein Geruch kann uns in alte Zeiten versetzen und Erinnerungen wecken, die Glücksgefühle auslösen. Durch Düfte gezielt beeinflusst, fördert der Geruchssinn das Wohlbefinden und die Gesundheit. Ätherische Öle sind dabei die Botenstoffe. Die meisten Menschen schätzen den beruhigenden Duft von Lavendel oder eine Massage mit Melissenöl. Viele bestätigen den kopfschmerzlindernden Effekt von Pfefferminzöl auf den Schläfen. Ärzte empfehlen bei Hautpilzerkrankungen Bäder, denen einige Tropfen Teebaumöl zugesetzt sind. Wie ätherische Öle heilen können und was bei der Anwendung der Aromatherapie zu beachten ist, lesen Sie im Folgenden.

Heilen durch ätherische Öle

Heilen durch ätherische Öle – das ist das Ziel der Aromatherapie, der inzwischen immer mehr Ärzte und Wissenschaftler eine wichtige Bedeutung in der ganzheitlichen Therapie zusprechen. Dabei ist die Aromatherapie kein neuer Zweig der alternativen Medizin und weitaus mehr als das Anzünden einer Duftlampe.

Ätherische Öle verwendet man in Form von Voll- und Teilbädern, als Kompressen und Wickel, zum Inhalieren, als Massageöl Sauna-Aufguss, in Duftlampen oder als Medikament. Dabei spielen Reinheit und Qualität des Öls eine große Rolle.

Die lange Geschichte der Aromatherapie

Seit Jahrtausenden machen sich die Menschen die duftenden Essenzen der Pflanzen zu Nutze. Die Aromabehandlung geht auf die alten Ägypter und Griechen zurück, aber auch bei den Azteken, den Inkas und in Tibet waren Duftstoffe für die Heilung Kranker bekannt. Im Mittelalter erreichte die Aromatherapie einen Höhepunkt. Vor allem die Klöster legten Heilkräutergärten an.

Im 17. Jahrhundert wurden verschiedene Aromastoffe eingesetzt um die Resistenz gegen Infektionen zu verbessern. Sogar die damaligen Krankenhäuser nutzten Düfte wie Rosmarin. Der Phytotherapie (griech. phyton = Pflanze) verdankt die Medizin in diesem Zusammenhang auch heute noch viele Erkenntnisse, von der auch die moderne Pharmaindustrie profitiert.

Die uralten Wurzeln finden sich auch in diversen Aufzeichnungen des "Fernen Ostens", wo Pflanzen bereits vor 5.000 Jahren verwendet wurden. In der Neuzeit begann der Siegeszug der ätherischen Öle nach 1900 mit dem Werk des französischen Chemikers René-Maurice Gattefossé, der dieser Sparte der Pflanzenmedizin den Namen "Aromatherapie" gab. Dr. Jean Valnet entdeckte die heilende Wirkung von Pflanzenölen, als er im Zweiten Weltkrieg Verwundete behandelte.

Anwendungsgebiete der Aromatherapie

Neben medizinischen Indikationen werden Aromastoffe auch im Umfeld von Wellness und Kosmetik zur innerlichen und äußerlichen Anwendung verwendet. In vielen Bereichen gibt es eine nachweisbare Wirkung, und selbst in Kliniken wird die Aromatherapie im Rahmen der physikalischen Therapie seit Jahrzehnten eingesetzt.

Wie wirken ätherische Öle?

Ätherische Öle sind Duftstoffe, die in Form winziger Öltröpfchen in Pflanzenteilen (Blüten, Schalen, Früchten, Wurzeln, Blättern) in unterschiedlicher Menge eingelagert sind. Wie der Name (ätherisch) schon sagt, sind die Öle leicht flüchtig. Je nach Wahl stimulieren natürliche ätherische Öle, wirken harmonisierend oder beruhigend.

Die Wirkung der Öle hält dabei länger an als die "bewusste Wahrnehmung" durch den Geruchssinn, da dieser nach ca. 15. Minuten ermüdet. Die ätherischen Öle wirken unmittelbar auf das Gehirn und beeinflussen darüber eine Vielzahl von psychischen, emotionalen und physischen Mechanismen, von denen wir gesteuert werden, ohne uns dessen bewusst zu sein.

Ätherische Öle dienen eigentlich zum Selbstschutz

Die Heilwirkung der Öle hängt mit den Strategien der Pflanzen gegen Schädlinge zusammen. Die Blätter und Blüten der Pflanzen nämlich enthalten ätherische Öle zum Selbstschutz etwa gegen Bakterien oder Pilze und zum Anlocken von nützlichen Insekten.

Unter anderem erforscht das "Pacific Institute of Aromatherapy" in San Francisco seit Jahren erfolgreich die Wirkung von solchen Ölen. Es sind die in den meisten Ölen enthaltenen Monoterpene, die leicht durch Zellmembranen dringen und bereits nach wenigen Minuten im Blut nachgewiesen werden können.

Ätherische Öle: Aufnahme durch Nase und Haut

Ätherische Öle werden im Rahmen der Aromatherapie beispielsweise im Vollbad durch die Haut aufgenommen und zusätzlich über die Atemwege inhaliert. Das, was der Mensch als angenehmen Geruch empfindet, lässt sich medizinisch erklären. Ziehen die Essenzpartikel durch die Nase ein, werden die Aromainformationen von den winzigen Flimmerhärchen jeder Riechzelle aufgenommen und ins Zentralgehirn weitergeleitet. Dort werden die elektrochemischen Botschaften an das Riechzentrum weitergesandt.

Neurochemikalien werden ausgeschüttet, die entweder dämpfende, entspannende, anregende oder euphorisierende Wirkung haben. Andere Botschaften gelangen in andere Körperteile, wo die physikalischen Auswirkungen der Duftstoffe zu spüren sind.

Werden die ätherischen Öle mit einer Trägersubstanz in die Haut eingerieben, können die winzigen Moleküle des ätherischen Öls sozusagen "unter die Haut" gehen. Durch die Poren und die Haarfollikel dringen sie bis in die blutführenden Kapillaren ein. Sind sie erst einmal im Blutkreislauf angekommen, werden sie durch den ganzen Körper getragen. Auch von den Schleimhäuten werden ätherische Öle gut aufgenommen.

Studien zur therapeutischen Wirksamkeit

Einige klinische Untersuchungen belegen für ätherische Öle eine therapeutische Wirksamkeit: etwa für Eukalyptus-, Pfefferminz- oder Lavendelöl. Insgesamt ist die Zahl durchgeführter Studien jedoch klein.

Dieser Mangel an exakten wissenschaftlichen Daten ist unter anderem dadurch verursacht, dass sich die ätherischen Öle nicht ohne weiteres vergleichen lassen, da sie Schwankungen in der chemischen Zusammensetzung unterliegen. Umso wichtiger ist es, beim Kauf auf gute Qualität zu achten. Was Sie diesbezüglich und bei beachten sollten und wie Sie ätherische Öle richtig anwenden, erfahren Sie im Folgenden.

Aktualisiert: 20.12.2019 – Autor: bo / Überarbeitung: Nathalie Blanck

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