Frau nimmt warmes Bad
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Badezusatz: Tipps zu Badeöl, Badesalz & Co.

Von: Beauty Press, Silke Schwertel (geb. Hamann) (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 08.10.2020 - 17:57 Uhr

Heiße Bäder wirken wohltuend und entspannend. Ein warmes Bad ist nicht nur Balsam für die Seele, wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, sondern auch ein ideales Mittel zur Bekämpfung von Stress, Verspannungen, Gliederschmerzen und bei einer aufkommenden Erkältung. Doch damit das heiße Bad Körper und Sinne richtig verwöhnt, sind geeignete Badezusätze und die richtige Atmosphäre entscheidend. Denn einige Düfte wirken entspannend, andere stimmungsaufhellend, wieder andere Badezusätze wirken vor allem pflegend. Wie ätherische Öle & Co. sich auf Ihr Wohlbefinden beim Baden auswirken und wie Sie passende Badezusätze selber machen können, lesen Sie hier. Außerdem finden Sie hier Tipps zum richtigen Entspannen in der Wanne.

Baden: Kleines Einmaleins

Für das optimale Badeerlebnis sollten Sie folgende Tipps berücksichtigen:

  1. Kurze und kühlere Bäder bis 35 Grad Celsius erfrischen und energetisieren.
  2. Entspannungsbäder sollten 36 bis 37 Grad warm sein.
  3. Wassertemperaturen ab 37 Grad aufwärts machen schläfrig und bettschwer.
  4. Ideale Badezeit: 10 bis 20 Minuten. Sonst macht auch die robusteste Hautbarriere schlapp.
  5. Zur Entspannung trägt auch die richtige Atmosphäre mit Kerzenlicht und leiser Musik bei.
  6. Vor dem Verlassen der Wanne die Beine kalt abspülen – das stärkt den Keislauf.
  7. Nach dem Baden sorgfältig eincremen (außer bei Ölbädern) und eine halbe Stunde relaxen.
  8. Dazu am besten in einen kuscheligen Bademantel und warme Socken "einmummeln".

Wann ist beim Baden Vorsicht geboten?

Bei einer Erkältung kann ein entsprechendes Bad helfen, die Symptome zu lindern. Verzichten Sie aber darauf, in die Wanne zu steigen, wenn Sie Fieber haben, da dies den Kreislauf zu sehr belastet.

Wer an einer Venenerkrankung oder Krampfadern leidet, sollte nicht zu lange und nicht zu heiß baden. Sonst können sich infolge der Wärme die Gefäße weiten und das gesamte Blut in die Beine fließen, wodurch das Herz nicht ausreichend versorgt wird.

Bei erhöhtem Blutdruck und Kreislaufproblemen sollte man nicht wärmer als 36 Grad baden. Auch Schwangere sollten, besonders gegen Ende der Schwangerschaft, nicht zu heiß baden. Denn eine zu starke Belastung des Kreislaufs kann vorzeitige Wehen auslösen.

Baden vor dem Schlafen? Tipps zum Baden am Abend!

Gegen ein entspannendes Bad am Abend ist nichts einzuwenden – im Gegenteil! Der Abend gilt sogar als der beste Zeitpunkt, um ein Bad zu nehmen, denn ein warmes Bad vor dem Schlafen macht müde. Es kann sogar helfen, den Schlaf zu verbessern, schneller einzuschlafen und länger zu schlafen, wie eine amerikanische Studie herausfand. Wichtig ist dabei jedoch die richtige Temperatur, denn ein kaltes (oder zu heißes) Bad regt den Kreislauf eher an, statt ihn zu beruhigen.

Wer abends baden möchte, sollte nicht direkt nach dem Verlassen der Wanne ins Bett gehen, sondern noch eine halbe Stunde ruhen. Außerdem sollte man auch nicht unmittelbar nach dem Abendessen baden, da der Körper dann noch mit der Verdauung beschäftigt ist. Ein Badezusatz mit Lavendel wirkt zusätzlich entspannend.

Ölbäder oder Schaumbäder?

So schön ein Schaumbad auch ist: Der Badeschaum enthält häufig Tenside, welche die Haut austrocknen. Speziell trockene und sehr trockene Haut freut sich daher über ein Ölbad. Im Gegensatz zu Schaumbädern dienen Ölbäder nicht der Reinigung, sondern sind reine Pflegerituale. Darum sollten Sie vor dem Bad duschen und Seifen- oder Gel-Reste sorgfältig abspülen.

Zusätze von Vitamin C und E fungieren als Radikalenfänger. Essentielle Fettsäuren, auch Vitamin F genannt, wirken besonders feuchtigkeitsbindend und rückfettend, sodass man sich durch diese Inhaltsstoffe oft das Eincremen nach dem Bad spart.

Wer auf Schaum nicht verzichten möchte, kann zu Badezusätzen aus Kokos-, Zucker- oder Eiweißtensiden greifen. Diese schäumen weniger stark, trocknen aber dafür die Haut auch nicht so sehr aus. Zudem sind sie natürlicher und umweltverträglicher als herkömmliche Schaumbäder.

Badeöle gegen trockene Haut

Wer an besonders trockener Haut leidet, kann seinen Körper mit einem intensiv pflegenden Körper- und Badeöl eincremen, bevor er in die Wanne steigt. Basisöle aus Soja, Weizenkeimen, Mandeln, Avocado und Jojoba regenerieren die Haut und umhüllen sie mit einem schützenden Fettfilm, sodass die Haut bereits im Wasser vor dem Austrocknen geschützt wird.

Idealerweise sollte das Badeöl auch nach dem Bad auf der Haut bleiben – daher sollten Sie die Haut nicht abspülen und nicht mit dem Handtuch abrubbeln.

Selbstgemachter Badezusatz für reife Haut

Natürlich kann man sich auch ein eigenes Beautyelixier mixen. Ein Ölbad für die reife Haut braucht:

  • 4 Tropfen Sandelholzöl
  • 4 Tropfen Jasminöl
  • 2 Esslöffel Weizenkeimöl

Alles wird verrührt und ins warme Badewasser gegeben.

Alternativ kann man seinen Körper oder besonders trockene Stellen der Haut mit Weizenkeimöl einölen und dann circa 15 Minuten bei 36 Grad in der Wanne relaxen.

Tipp: Nach dem Ölbad auf keinen Fall die Haut trocken rubbeln. Besser: ganz vorsichtig abtupfen.

Wonne in der Wanne dank Badesalzen

Ebenfalls sehr hautfreundlich sind Badesalze. Diese straffen die Haut und binden die Feuchtigkeit darin. Zudem enthalten sie Mineralien, die sogar helfen können, Hautreizungen zu beruhigen und Heilungsprozesse zu unterstützen. Badesalze eignen sich daher gut bei Neurodermitis oder empfindlicher Haut. Neben den eigentlichen Salzkristallen enthalten diese Badezusätze oft auch noch Pflanzenextrakte, Sheabutter oder Jojobaöl.

Solche Salze lassen sich übrigens leicht mit einigen Tropfen Lebensmittelfarbe mischen. Dadurch ergeben sich bunte Bäder, die vor allem bei Kindern beliebt sind.

Betörendes Dufterlebnis durch ätherische Öle

Viele Badesalze und Ölbäder enthalten ätherische Öle, deren Aroma die Sinne stimuliert. Sie sind in unterschiedlichen Duftvarianten zu haben und wirken nach Art der Aromatherapie über ihre pflegenden Eigenschaften hinaus auch entspannend (zum Beispiel Lavendel), belebend und erfrischend (beispielsweise Rosmarin, Kampfer und Zitrusaromen) oder heilsam (zum Beispiel Fichtennadeln und Eukalyptus bei Erkältung).

Ätherische Öle im Badezusatz

Ist die Laune auf dem Nullpunkt, kann ein warmes Aroma-Bad wahre Wunder wirken. Denn nichts beeinflusst unsere Stimmung schneller als ein Duft. Aroma-Öle werden – meist durch Dampfdestillation – aus Blüten, Blättern oder Wurzeln gewonnen. Mit normalen Ölen (zum Beispiel Pflegeölen oder Speiseölen) haben sie nichts gemeinsam. Sie sind nicht fettig, sondern flüchtig und heißen darum ätherische Öle.

Als Badezusatz üben sie eine enorme Wirkung auf Gemüt und Wohlbefinden aus. Während das Wasser die Poren öffnet, wird ein Teil des Öles mit der Haut aufgenommen, der Rest verdunstet in Wärme und Dampf und wird inhaliert. Dabei können die Öle unterschiedliche Wirkungen erzielen:

  • Extrakte aus Lavendel, Rose und Kamille wirken ausgleichend und entspannend.
  • Neroli, Ylang-Ylang, Sandelholz und Geranie steigern die Sinnlichkeit.
  • Ingwer und Limone haben belebenden Effekt.
  • Zitrone, Mandarine und Pfefferminze erfrischen und fördern die Kreativität.
  • Die Essenz aus Bergamotte ist als Stimmungsaufheller bekannt.
  • Kampfer und Rosmarin und lösen Verspannungen und Muskelschmerzen.

Badezusätze selber machen – so gehts!

Fertige Badezusätze mit ausgeklügelten Aromamischungen (als Cremebäder, Ölbäder oder Schaumbäder) kann man in allen Variationen kaufen. Man kann sie aber auch selbst herstellen. Für ein Vollbad braucht es ca. 10 Tropfen eines oder mehrerer Aromaöle.

Wichtig: Sie sollten ätherische Öle nicht auf die pure Haut geben. So können die Öle eventuell Allergien auslösen. Damit sie sich gut im Wasser verteilen und ihre Wirkung voll entfalten können, vorher mit einer halben Tasse Pflegeöl, Sahne oder Körpermilch verrühren.

Für das berühmte Aphrodite-Bad verrührt man 3 Tropfen Neroli, 2 Tropfen Ylang-Ylang und 1 Tropfen Bergamotte mit einer halben Tasse Sahne und geben alles ins fertig eingelassene Badewasser.

Weitere Rezepte für selbstgemachte Badezusätze stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Farbiges Badewasser steigert den Effekt

Wer die Sinnesfreuden noch steigern will, kann zusätzlich Farbpuder (speziell für Farbbäder) oder etwas Lebensmittelfarbe ins Badewasser geben. Das Wasser soll die Schwingungen der Farben übertragen:

  • "Rot" steht für Lebenskraft
  • "Orange" steht für körperliche und geistige Energie
  • "Gelb" spendet Wärme und Vitalität
  • "Grün" vermittelt Harmonie
  • "Blau" verheißt Ruhe und Entspannung

Blüten-Bad: Luxus pur

Jasmin, Gardenie, Iris, Hibiskus, Geranie, Magnolie, Rose, Malve, Bougainvillea – und jetzt einfach hineintauchen! Ein Bad in duftenden Blüten symbolisiert in Asien nach religiöser Überlieferung die Reinigung von irdischen Makeln.

In vielen SPAs bildet es den sinnlichen Ausklang einer Wellness-Behandlung, die Verlängerung von Entspannung und Genuss. Ähnlich wie Aromaöle beeinflussen Blüten ganz individuell die Stimmung. Darüber hinaus laden die Naturschönheiten durch ihre Optik und die Berührung mit der Haut in grenzenlose Traumwelten ein.

Bei der Gestaltung eines hauseigenen Blütenteppichs sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Dazu lässt man sich einfach vom Duft leiten. Blüten können alle Arten von Bädern verschönern. Ob sie nun auf klarem Wasser schwimmen, in Milch oder in Öl, in jedem Fall verkörpern sie die Quintessenz tropischen Badegenusses.

Für ein filmreifes Rosenblüten-Bad löst man 5 Tropfen Rosenöl in einem Becher Sahne auf oder gibt zwei Tassen Rosenwasser ins warme Badewasser. Dann mehrere Hände voll Rosenblätter hineinstreuen.

Tipp: Ideal sind Blüten aus dem eigenen Garten oder von Bio-Gärtnereien. Es können auch getrocknete sein.

Badesalz pflegt die Haut

Wer regelmäßig im Meer schwimmt oder zur Thalasso-Kur geht, kann bestätigen: Die Haut wird deutlich straffer und rosiger, selbst lästige Orangenhaut glättet sich. Der Grund: Salzwasser lässt die Haut nicht so stark aufquellen wie normales Wasser.

Dennoch löst es Verhornungen und Unreinheiten und zieht außerdem überflüssiges Gewebewasser aus den tieferen Hautschichten nach oben. Gleichzeitig werden Mineralstoffe und Spurenelemente eingeschleust. Denn das salzige Nass ist in Zusammensetzung und Gehalt an Nähr- und Mineralstoffen dem menschlichen Blutplasma ähnlich. Darum können diese Substanzen auch über die Haut ausgetauscht werden.

Salzbad aus dem Toten Meer

Für die Meeresbrise im eigenen Bad gibt es jede Menge fertige Badesalze, pur oder mit unterschiedlichen Duftzusätzen. Als besonders reich an glättenden und heilenden Mineralstoffen gilt Totes Meer Salz. Es hilft bei Hautproblemen wie Schuppenflechte, reguliert die Talgdrüsenproduktion und durch seinen hohen Anteil an Magnesium und Brom strafft es das Gewebe, hilft sogar bei Muskelkater. Auf eine Wanne rechnet man 1/2 bis 1 Kilo Salz.

Außerdem gibt es ein sogenannte "Liquid Salt", eine konzentrierte Sole aus dem Toten Meer, die sich sofort und vollständig im Wasser, auch in kaltem, auflöst. Ideal nach dem Sport oder bei Verspannungen, auch unter der Dusche anzuwenden.

Frische Brise für zu Hause

Für ein aufmunterndes und belebendes Salzbad hängt man einfach eine Handvoll frischen Rosmarin und eine Handvoll frische Minze in einem Gazesäckchen mit ins Wasser. Zusammen mit ein paar Tropfen Eukalyptusöl beugt das Salzbad Erkältungen vor.

Tipp: Weil Salz dem Körper Wasser entzieht, nach dem Bad mindestens ein großes Glas Mineralwasser trinken. Und: Auch wenn sich die Haut jetzt schön straff anfühlt, muss sie dennoch eingecremt werden.

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Badebomben als Badezusatz

Neben Badesalz, Badeölen, Creme- und Schaumbädern werden auch sogenannte "Badebomben" immer beliebter. Die sprudelnden Kugeln lassen sich fertig kaufen oder selber machen. Einige sehen aus wie Eiskugeln, andere wie überdimensionale pastellfarbige Pillen, Bälle oder Muscheln. Auch in Glitzer-Version sind sie beliebte Deko-Elemente in jedem Badezimmer.

Versetzt mit ätherischen Ölen duften sie nach Meer, Orient, Wald, Blüten, Gewürzen oder Früchten. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Wirft man sie in Wasser, perlt freiwerdende Kohlensäure wie Champagner an die Oberfläche.

Badebomben, auch Sprudel-Tabs oder Bade-Tabletten genannt, hinterlassen ein herrlich prickelndes Gefühl auf der Haut. Je nach Zusammensetzung und Duft können sie beruhigen, beleben, entspannen oder ermuntern. In warmem Wasser wirken sie besonders intensiv. Auch wenn der Sprudeleffekt nach einigen Minuten vorbei ist, bleibt doch der Duft im Badewasser. Nach einem arbeitsreichen Tag sind sie ein wunderbarer Frischmacher vorm Ausgehen.

Zudem wirken sie oft rückfettend, da sie Kokosfett, Olivenöl, Jojobaöl oder Sheabutter enthalten.

Tipp: Für ein optimales Whirlpool-Gefühl macht man es sich erst im warmen Wasser bequem und wirft dann die Tabs ein. Unterm Rücken platziert entfalten sie ihr ganzes Können.

Das Milchbad – ein königliches Vergnügen

Von Kleopatra weiß man, dass sie in Eselsmilch mit Honig und Salz badete. Auch javanesische Prinzessinnen schätzen seit Jahrtausenden die weichmachenden Milchproteine als Elixier ewiger Jugend. Heutzutage bietet jedes Wellness-Hotel seine ganz spezifische Version des Kleopatrabades an – mal als Körperpackung, mal als Bad.

Allerdings ersetzt man die Milch meist durch Molke. Sie hat die gleiche Wirkung und begeistert auch moderne Hautforscher. Die fanden in der Milch sogenannte Wachstumsfaktoren, die Hautzellen dazu anregen, sich öfter zu teilen. Das hält die Haut jung und rosig. Darüber hinaus stabilisiert Milchfett den Säureschutzmantel der Haut und glättet Trockenheitsfältchen. Milchsäure bindet Feuchtigkeit und wirkt wie ein Peeling. Die in ihr enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine regen den Stoffwechsel an.

Milchbad selbst herstellen

Die bequeme Alternative für zuhause: Fertige Bademilch mit pflegenden Zusätzen wie Kokosbutter oder Kamille, oder zart duftendes Bademilchpulver. Natürlich geht auch Frischmilch oder – für streichelzarte Babyhaut – Buttermilch oder Sahnejoghurt.

Für ein ganz privates, exklusives Kleopatra-Bad verrührt man 1-2 Liter Ziegenmilch oder Kuhmilch (riecht besser) mit zwei Handvoll Meersalz und 3 Teelöffeln Honig. Wenn Honig und Salz sich aufgelöst haben, kommt alles ins warme Badewasser. Nach dem Baden die Haut nicht abduschen, sondern nur trocken tupfen.

Tipp: Bäder mit echter Milch pflegen zwar die Haut superweich, können aber unangenehme Gerüche verbreiten. Empfindliche Nasen geben noch 10 Tropfen ihres Lieblings-Aromaöles mit in die Wanne.