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So geht richtige Fußpflege

Wer seine Füße liebt, der sollte sie pflegen. Doch die tragenden Säulen des menschlichen Körpers werden häufig vernachlässigt. Nicht nur optische Beeinträchtigungen wie Hornhaut und Schrunden sind mögliche Folgen, sondern auch ernstere Schäden wie eingewachsene Nägel oder Fußpilz.

Fußpflege bei Diabetikern

Bei Diabetikern und anderen chronisch kranken Patienten kann mangelnde Pflege zu ernsthaften Fußschäden führen. Nervenschädigungen, die auf die Zuckerkrankheit zurückgehen, führen dazu, dass Diabetiker Wunden an den Füßen oft erst bemerken, wenn sie besonders tief sind und bereits zu Schäden geführt haben. Außerdem verzögern oder verhindern die mit der Krankheit verbundenen Durchblutungsstörungen den Heilungsprozess.

Deshalb ist die Vorsorge bei den Betroffenen besonders wichtig. Die medizinische Fußpflege wie fachgerechtes Abtragen der Hornhaut, das Behandeln trockener Haut, eingewachsener Nägel und von Fußpilz wird bei Diabetikern von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Voraussetzung dafür ist, dass die Veränderungen am Fuß Folge der Grunderkrankung ist und es ohne die medizinische Fußpflege zu Folgeschäden wie Entzündungen und Störungen bei der Wundheilung kommt. Liegen bereits Schäden am Fuß vor, dürfen diese nicht vom Fußpfleger behandelt werden.

Medizinischer Fußpfleger als Fachberuf

Fußpfleger dürfen eine verordnete Therapie übrigens nur dann durchführen, wenn sie dazu eine spezielle Ausbildung, Praxisausstattung und Genehmigung haben. Dazu werden die Begriffe "Medizinischer Fußpfleger" und "Podologe" seit 2003 gesetzlich geschützt.

Die Ausbildung zum medizinischen Fußpfleger (Podologen) ist mittlerweile gesetzlich verankert und beinhaltet eine zweijährige Ausbildung, eine feste Prüfungsordnung und einen entsprechenden Ausbildungsabschluss. Der Beruf zählt damit ebenso zu den Gesundheitsfachberufen wie zum Beispiel die Physiotherapie oder Ergotherapie.

9 Tipps zur richtigen Fußpflege

Auch wenn Sie nicht besonders gefährdet sind: Tun Sie sich selbst etwas Gutes und kümmern Sie sich um Ihre Füße. Sorgen Sie nicht nur für passendes Schuhwerk, sondern nehmen Sie Ihre täglichen Begleiter auch in den täglichen Pflegekatalog auf.

  • Helfen Sie der Durchblutung Ihrer Füße mit kalt-warmen Wechselbädern auf die Sprünge. Die Temperatur des Fußbades sollte 38 °C nicht übersteigen.
  • Ein lauwarmes Fußbad mit ätherischen Zusätzen unterstützt Ihre Füße: Kampher, Pfefferminze oder Steinkleekraut steigern die Durchblutung, Arnika wirkt entspannend, Zinnkraut, Spitzwegerich oder Huflattich helfen gegen Entzündungen. Badesalze sollte man nur anwenden, wenn die Haut keine Risse hat und rundum gesund ist. Sie neigen zu Schweißfüßen? Dann geben Sie starken Salbeitee zum Wasser. 
  • Anschließend pflegt eine Fußcreme die Haut und verhindert Austrocknen und Rissbildung.
  • Wenn Sie zu Fußpilz neigen, massieren Sie Ihre Füße öfter mit Thymian- oder Teebaumöl.
  • Rücken Sie Hornhautschwielen am besten mit einem Bimsstein oder ähnlichem zu Leibe. Verzichten Sie dagegen auf verletzungsträchtige Gegenstände wie Hornhauthobel.
  • Kürzen Sie Ihre Zehennägel eher mit einer Feile als einer Schere – feilen Sie diese nicht zu kurz und gerade, mit leicht abgerundeten Ecken.
  • Laufen Sie so oft es geht barfuß. Das trainiert Ihr Fußgewölbe (und hilft ganz nebenbei gegen Schweißfüße).
  • Legen Sie zwischendurch ungewohnte Gangarten ein – auf den Hacken oder den Außenkanten. Stellen Sie sich morgens und abends beim Zähneputzen auf die Zehenspitzen.
  • Wer Fußbeschwerden wie Schmerzen an immer der gleichen Stelle, Hautveränderungen, Rötungen oder Schwellungen hat, sollte diese von einem Orthopäden abklären lassen. Oft helfen orthopädische Einlagen, Fußfehlstellungen zu korrigieren und die Beschwerden zu lindern.

Barfußlaufen ist gut für die Füße

Barfußlaufen fördert die Durchblutung und stärkt die Muskulatur. Angst vor Verletzungen muss man dabei nicht haben – in der Regel sind die Füße gut geschützt.

Wer sich darauf einlässt, kann auf einem der künstlich angelegten Barfußwanderwege die alte Kunst der Fortbewegung zu Fuß neu entdecken. Hier kann man auf Sand, Lehm, im Matsch, im Wasser oder bei einem Gang über runde Kieselsteine seine Umgebung über die Füße erfahren und gleichzeitig die eigene Beweglichkeit trainieren. Balance und Koordinationsfähigkeit werden dabei ebenso beansprucht wie Haut und Fußmuskulatur.

Aktualisiert: 03.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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