Epilieren – Fakten, Tipps & Mythen

Frau epiliert Beine © istockphoto, Goodluz

Viele Mythen und Gerüchte ranken sich um das Thema Epilieren – für die einen ist allein der Gedanke an diese Art der Haarentfernung schmerzhaft, für die anderen ist Epilieren praktisch und alltäglich. Im Folgenden werden wir Licht ins Dunkle bringen, die wichtigsten Fragen ausführlich beantworten und Sie mit wertvollen Tipps bestens auf das Epilieren vorbereiten.

Definition: Was ist Epilieren?

Wer noch nie mit dem Thema in Berührung kam, fragt sich vielleicht: Was passiert beim Epilieren und was ist das eigentlich genau?

Beim Epilieren geht es grundsätzlich darum, ungewollte Körperhaare an der Wurzel aus der Haut zu entfernen. Das geschieht mithilfe eines Epiliergeräts (kurz: Epilierer), das mit vielen kleinen Pinzetten, die an einer rotierenden Walze befestigt sind, die Haare einzeln aus der Haut "zupft".

Der Vorteil dieser Art der Haarentfernung liegt in dem langanhaltenden Ergebnis, das durch das Entfernen des Haares an der Wurzel erzielt werden kann. Das bedeutet: wochenlang glatte Haut!

Was braucht man zum Epilieren?

Zum Epilieren ist ein spezielles Epiliergerät notwendig. Es gibt Trockenepilierer und Geräte, die für den Nass- und Trockenbereich geeignet sind. Diese wasserdichten Epilierer (Nassepilierer) werden in der Regel kabellos mit einem Akku betrieben. Bei den Trockenepilierern werden üblicherweise Kabel mit Netzteil verwendet, sodass für die Benutzung eine Steckdose erforderlich ist.

Je nach Anwendungsfall benötigt man zum Epilieren außerdem verschiedene Hautpflegeprodukte, wie etwa Peeling oder Bodylotion – nähere Informationen dazu finden Sie im Folgenden.

Bereiche: Wo kann man sich epilieren?

Üblicherweise kommt der Epilierer in folgenden Bereichen zum Einsatz:

  • Achseln
  • Beine
  • Bikinizone (Intimbereich)
  • Gesicht (bei einem Damenbart)

Am häufigsten kommt der Epilierer an den Beinen zur Anwendung. Aber auch unter den Achseln oder in der Bikinizone können gute Resultate erzielt werden.

Etwas seltener findet die Anwendung im Gesicht statt. Wer allerdings seinen leichten Flaum über der Oberlippe (auch Damenbart genannt) entfernen möchte, kann das natürlich ebenfalls mittels Epilation tun.

6 Tipps gegen Schmerzen beim Epilieren

Wochenlang glatte Haut klingt fast zu schön, um wahr zu sein – und tatsächlich hat die Methode einen Haken: Je nach individueller Schmerzgrenze kann Epilieren als unangenehm bis hin zu sehr schmerzhaft empfunden werden. Was hilft gegen Schmerzen beim Epilieren? Was Sie tun können, damit Epilieren nicht so wehtut, erfahren Sie hier:

  1. Vorbereitung: Schon einige Tage vor dem Epilieren kann die Haut vorbereitet werden. Durch Peelings und anschließende Versorgung mit rückfettenden Cremes wird die Haut geschmeidig, was die Schmerzen bei der Haarentfernung reduziert.
  2. Haarlänge: Längere Haare bedeuten auch größere Schmerzen beim Entfernen – daher immer möglichst kurze Haare epilieren (5 mm ist die obere Grenze). Es kann helfen, die zu epilierende Stelle etwa eine Woche vorher zu rasieren, damit die Haare nicht zu lang sind.
  3. Art des Epilierers: Oft kommt die Frage auf "Was ist besser: nass oder trocken epilieren?" Tatsächlich ist Nassepilieren etwas weniger schmerzhaft. Während des Duschens oder Badens in warmem Wasser wird die Haut weicher, die Poren öffnen sich und geben die Haare wesentlich leichter und schmerzloser frei. Zusätzlich werden auch kleine Härchen besser erfasst, sodass das Ergebnis besser ist.
  4. Zeitpunkt: Bei einer Trockenepilation stellt sich die Frage: Ist es besser, vor oder nach dem Duschen zu epilieren? Wenn man die trockene Haut epiliert, ist es ratsam, davor eine warme Dusche oder ein Bad zu nehmen. Das bewirkt eine Öffnung der Poren, wodurch die Haare leichter entfernt werden können. Vor dem Epilieren aber gut abtrocknen!
  5. Zubehör: Oft werden zu den Epiliergeräten verschiedene Aufsätze mitgeliefert – darunter auch sogenannte Massage-Aufsätze. Diese werden einfach zusätzlich auf das Gerät gesteckt und verbessern so die Durchblutung der epilierten Haut, was die Schmerzen bei und nach dem Epilieren deutlich reduzieren kann. Manche Hersteller liefern auch ein Kühlkissen oder einen Kühlhandschuh zum vorherigen und abschließenden Kühlen der Haut mit.
  6. Wiederholung: Epilieren tut mit jedem Mal weniger weh. Die erste Anwendung ist am schmerzhaftesten, weil die größte Anzahl an Haaren entfernt werden muss. Da die Haare unterschiedlich lange brauchen, um nachzuwachsen, müssen beim nächsten Mal weniger Haare entfernt werden. Zudem gewöhnt sich die Haut an die Behandlung, sodass nach einiger Zeit auch ein Epilieren ohne Schmerzen möglich ist.

Wo tut Epilieren am meisten weh?

Generell gilt: Je dicker und länger die Haare sind, desto mehr Schmerzen bereitet auch das Entfernen. Konkret betrifft das vor allem die Haare der Bikini- beziehungsweise Intimzone sowie unter den Achseln. Zudem ist die Haut hier wesentlich empfindlicher als an anderen Körperstellen.

Richtig epilieren: Was muss man beim Epilieren beachten?

Folgende Tipps zum richtigen Umgang mit dem Epilierer sollten Sie außerdem beachten:

  1. Straffen Sie beim Epilieren die Haut mit Ihrer freien Hand, damit sich die Härchen aufstellen und epilieren Sie gleichmäßig und ohne Druck.
  2. Wichtig ist außerdem das Tempo beim Epilieren. Auch wenn es unangenehm ist, sollten Sie möglichst langsame Bewegungen machen, damit wirklich alle Haare erfasst werden können.
  3. Um Pickeln nach dem Epilieren vorzubeugen, sollten Sie stets gegen die Haarwuchsrichtung und im 90-Grad-Winkel zur Haut epilieren.
  4. Falls Sie sich für die Haarentfernung unter Wasser entscheiden, ist gerade unter der Dusche wichtig, dass die Haut immer nass bleibt. In der Badewanne sollten die Haut und das Epiliergerät sich stets leicht unter der Wasseroberfläche befinden.
  5. Unter der Dusche kann die Verwendung von Duschgel helfen, dass der Epilierer auch kleine Härchen besser erfassen kann.
  6. Beim Trockenepilieren sollte man darauf achten, dass die Haut trocken und frei von Fett- oder Creme-Rückständen ist.
  7. Wann am besten epilieren? Für beide Methoden (nass und trocken) gilt, dass vor allem Anfänger abends epilieren sollten. Die Haut wird gerade am Anfang noch stark gereizt und kann sich so über Nacht gut erholen.

Die Pflege danach – Was beruhigt die Haut nach der Epilation?

Beim Epilieren werden Hunderte von Härchen mit kleinen Pinzetten aus der Haut gerissen – kein Wunder, dass die Haut oft gereizt reagiert. Doch was tun gegen Pickel und Rötungen nach dem Epilieren? Und wann gehen Pickel und rote Punkte nach dem Epilieren weg?

Rote Punkte nach dem Epilieren sind kaum zu vermeiden. Oft verschwinden diese Hautirritationen auch ohne Ihr Zutun über Nacht. Wollen Sie allerdings etwas nachhelfen und einen Ausschlag oder Entzündungen vermeiden, ist das Eincremen mit einer antibakteriellen After-Shave-Creme zu empfehlen.

Auch eine milde, feuchtigkeitsspendende und am besten entzündungshemmende Creme oder Lotion kann der Haut nach einer Epilation helfen. Was für Creme Sie benutzen, ist Geschmackssache. Hautpflegeprodukte mit Kamillenextrakt, Arganöl oder Aloe Vera (zum Beispiel After-Sun-Produkte) erfüllen diesen Zweck und können vorsorglich nach jeder Epilation angewendet werden.

Auch kann es hilfreich sein, die gestresste Haut nach dem Epilieren zu kühlen – zum Beispiel mit einem Kühlakku oder (aufgrund des entzündungshemmenden Effekts doppelt wirksam) einem im Kühlschrank gekühlten Kamillenteebeutel.

Warum jucken die Beine nach dem Epilieren?

Das Jucken der Beine ist meist auf die gereizte Haut zurückzuführen, die durch das Epilieren entsteht. Allerdings kann auch eine zu trockene Haut die Ursache für den Juckreiz sein. In jedem Fall sollte das unangenehme Jucken durch ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen sein.

Was tun gegen eingewachsene Haare nach dem Epilieren?

Eingewachsene Haare nach dem Epilieren entstehen durch falsches Epilieren. Die Härchen werden zu weit oben ausgerissen, beziehungsweise es wird nicht die gesamte Wurzel entfernt. Das Haar wächst dann nicht richtig nach, sondern bleibt unter der Hautoberfläche, wo es zu Entzündungen führen kann.

Vermeiden kann man eingewachsene Haare durch regelmäßige Anwendung von Peelings vor und nach dem Epilieren.

5 Fakten über Epilieren (Infografik)

5 Fakten über Epilieren – © istockphoto, Tijana87

Epilieren im Vergleich mit anderen Methoden der Haarentfernung

Epilieren ist nur eine von vielen Möglichkeiten der Haarentfernung. Doch welche ist schmerzhafter, welche hält länger und welche ist besser für die Haut? Wie Epilieren im Vergleich zu anderen Alternativen abschneidet, erfahren Sie hier:

  • Wachsen oder Epilieren: Was ist schmerzhafter? Schmerzempfinden ist etwas sehr Individuelles – viele Frauen finden aber den kurzen Ruck beim Waxing weniger schmerzhaft als den langanhaltenden Schmerz beim Epilieren. Und was hält länger? In der Nachhaltigkeit der beiden Methoden gibt es kaum Unterschiede: In beiden Fällen wird das Haar mitsamt der Wurzel ausgerissen. Daher wachsen die Haare in etwa gleich schnell nach.
  • Sugaring oder Epilieren – was ist besser für die Haut? Beim Sugaring werden die Haare mittels einer Zuckerpaste mitsamt der Wurzel in Wuchsrichtung aus der Haut entfernt. Das Verfahren ist vergleichbar mit Wachsen, gilt aber als etwas weniger schmerzhaft und schonender für die Haut.
  • Rasieren oder Epilieren – was ist besser? Das ist Geschmackssache: Rasieren ist schneller, besonders bei Nassrasur gründlicher und (sofern man sich nicht schneidet) schmerzfrei – allerdings hält das Ergebnis nicht lange an, da die Haare schnell stoppelig nachwachsen. Und was ist gesünder? Dies lässt sich pauschal nicht beantworten. Epilieren reizt die Haut zwar stärker – dafür ist es seltener nötig.
  • Enthaarungscreme oder Epilieren: Was hält länger? Enthaarungscreme ist ein chemisches Produkt, das auf der Haut aufgetragen die Haare auflösen soll. Die Nachhaltigkeit ist zwar etwas länger als beim Rasieren, aber reicht lange nicht an das Epilieren heran.

Wann wachsen die Haare nach dem Epilieren wieder?

Wann die Haare nach dem Epilieren wieder kommen, ist von Person zu Person unterschiedlich. In etwa beträgt die Dauer aber drei bis vier Wochen.

Wie oft man epilieren muss, hängt deshalb von der Geschwindigkeit des Haarwachstums ab. Die Haare sollten aber schon ein Stück nachgewachsen sein, bevor man wieder zum Epilierer greift – die Mindestlänge fürs Epilieren beträgt je nach Gerät circa 0,5 mm.

Wachsen nach dem Epilieren mehr Haare nach?

Nein, das haben dermatologische Tests erwiesen. Es ist eher das Gegenteil der Fall: Zu Beginn werden Sie vielleicht noch keinen großen Unterschied feststellen, aber nach einigen Anwendungen kann es durchaus sein, dass die Haare feiner und spärlicher nachwachsen, da die Haarwurzeln durch das häufige Zupfen geschwächt werden. Es wachsen also eher weniger Haare nach. 

Warum wachsen die Haare wieder nach, obwohl sie an der Wurzel entfernt werden?

Die Haare werden zwar an der Wurzel entfernt, aber nicht mit der Wurzel. Deshalb wachsen sie nach einigen Wochen wieder nach.

Epilieren in der Schwangerschaft

Das Gerücht, dass man in der Schwangerschaft nicht epilieren sollte, weil das Baby den Schmerz spürt, ist genau das: ein Gerücht. Einzig im Brust- und Intimbereich sollte man während der Schwangerschaft aufs Epilieren verzichten, da bei Schwangeren diese Bereiche stärker durchblutet werden und daher Probleme wie Beisenreiser und blaue Flecken entstehen können. Zudem sind diese Bereiche bei Schwangeren schmerzempfindlicher.

Epilieren für Männer

Männer können sich genauso epilieren wie Frauen. Auch wenn es momentan noch kaum Epiliergeräte speziell für Männer gibt – die Epilation läuft bei Mann und Frau genau gleich ab.

Aktualisiert: 30.04.2018 – Autor: TB; überarbeitet: Silke Hamann

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