Schönheitsideal - Schönheit in der Moderne

Moderne Schönheitsideale

Als Nahrungsmittel knapp waren, galt eine rundlichere Figur als Statussymbol und daher als Schönheitsideal. Nach der entbehrungsreichen Zeit des zweiten Weltkrieges galten Frauen wie Marilyn Monroe mit Konfektionsgröße 44 als Prototyp des Weiblichen. Heute sind Lebensmittel in unseren Breiten im Überfluss vorhanden, als Idealbild gilt eine schlanke Figur. Sie steht für Gesundheit und Selbstdisziplin. Hollywoods berühmteste Blondine wäre heute vermutlich weniger erfolgreich. Als Vorbilder gelten nun oftmals Mager-Models wie Victoria Beckham, die stolz darauf sind, Jeans in Kindergrößen zu tragen und dem Älterwerden mit Botox-Spritzen und Schönheitsoperationen den Kampf ansagen. Immer mehr Menschen, vor allem junge Frauen, eifern ihren vermeintlichen Schönheitsidealen nach und ruinieren dabei ihre Gesundheit. Nach Angaben der TK waren 2005 fasst 11.000 Patienten aufgrund einer Ess-Störung im Krankenhaus, 90 Prozent von ihnen waren Frauen. Für 89 von ihnen endete die Krankheit sogar tödlich. TK-Psychologin Inga Margraf warnt vor falschen Vorbildern: "Viele junge Frauen nehmen sich prominente schlanke Stars zum Vorbild, um sich auf eine Kleidergröße oder ein Gewicht zu hungern, das überhaupt nicht zu ihrem Körperbau passt. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper wird dadurch meist nur größer. Viel wichtiger ist, ein gesundes Körpergewicht anzustreben statt Schönheitsideale und aktuelle Trends unkritisch zu übernehmen".

Gesundes Frauenbild

Nachdem der Mager-Trend in vielen Ländern bereits ungesunde Ausmaße angenommen hat, gibt es seit einiger Zeit eine steigende Zahl von Initiativen, die sich dafür einsetzen, zu einem gesunden Frauenbild zurückzukehren. So dürfen Models in Spanien mittlerweile nur noch mit einem Body-Mass-Index von mindestens 18 auf den Laufsteg, was bei einer Frau von 1,75 Meter Größe ein Körpergewicht von etwa 56 Kilo ausmacht. Gleichzeitig sind einige Textilhersteller Selbstverpflichtungen eingegangen, wonach sich die künftigen Kollektionen nicht mehr an Modelmaßen, sondern an den Proportionen der Durchschnittsfrau orientieren sollen. So soll verhindert werden, dass Frauen frustriert von ihrer Shopping-Tour zurückkommen, und sich als zu dick empfinden, weil sie nicht in Kleidungsstücke passen, die ein Designer als Größe 40 definiert hat. Dass makellose Traummaße nicht unbedingt Voraussetzung für eine erfolgreiche Werbung sind, zeigt auch die Kampagne eines Kosmetikherstellers, der mit der "Initiative für wahre Schönheit" bewusst auf "echte" Frauen setzt. Der Hersteller hat Frauen mit unterschiedlicher Figur und verschiedenen Alters aufgrund ihrer positiven Ausstrahlung direkt auf der Straße gecastet. Gemeinsam posieren sie für die Marken des Kosmetikkonzerns. Inga Margraf sieht darin einen ersten Schritt: "Diese Initiativen zeigen, dass die bisherigen Titelblätter mit schönheitsoperierten Frauen, deren Bilder anschließend noch retuschiert werden, nicht die Wirklichkeit abbilden. Sie helfen dabei, ein Schönheitsideal zu definieren, das sich nicht an einem bestimmten Body-Mass- Index orientiert, sondern vielmehr den gesunden Menschen als Leitbild hat."

Aktualisiert: 10.02.2017 - Autor: TK

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